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"Ich wähle keine Spielekiller" - Online-Petition, aktualisierter Brief und Gratis-Shirts

17.07.2009 13:14 Uhr
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Neu
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Bereits 50.000 User haben die Online-Petition "Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen" unterzeichnet. Jetzt bietet der Online-Versender 3D Supply das T-Shirt zur PC-Games-Aktion "Ich wähle keine Spielekiller" erneut gratis an.


Sehr geehrter Abgeordneter, sehr geehrter Kandidat,

im Vorfeld der Bundestagswahl am 27. September 2009 wende ich mich heute an Sie persönlich. Aktueller Anlass ist der am 5. Juni 2009 erfolgte Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder, der ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" von Action-Computerspielen vorsieht.

Dieser Beschluss ist eine Reaktion auf den entsetzlichen Amoklauf eines 17-jährigen Jugendlichen im baden-württembergischen Winnenden, der die Diskussion um die Wirkung von Computer- und Videospielen neu entfacht hat. (Vor-)schnelle Verbotsforderungen werden den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht, wirken im Gegenteil eher verharmlosend und verhindern so eine gründliche Aufarbeitung. Mit Bedauern stelle ich fest, dass die Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen der Politik.

"Gewaltverherrlichende" Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten. Doch ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu Artikel 5 unseres Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt").

Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind. In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert.

Seit 1. April 2003 versieht die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) Computer- und Videospiele - analog zu Spielfilmen - mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen; fünf Prozent der im Jahre 2008 geprüften Spiele sind auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und werden daher mit "Keine Jugendfreigabe" eingestuft. Diese Kennzeichnung ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt durch die Obersten Landesjugendbehörden. Produkte, die den strengen Kriterien nicht genügen, werden nicht gekennzeichnet und können demnach von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert werden.

Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter bitte ich Sie nachdrücklich, ...
• den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.
• das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.
• den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.
• Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen.
• die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.

Mit freundlichen Grüßen

Online-Redakteur
Moderation
17.07.2009 13:14 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
18.07.2009 13:29 Uhr
Bei näherem Überdenken erscheint mir der Slogan "ich wähle keine Spielekiller" auch als etwas zu reißerisch und vielleicht in der Öffentlichkeit kontraproduktiv. Vielleicht stört mich die Assoziation mit Killer..als ob man jemanden als "Killer" diffamieren wollte, auch wenns nur um Spiele geht. Auf das…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
17.07.2009 18:02 Uhr
Slogans wie "Atomkraft nein , nein" sind beser 
Community Officer
Bewertung: 0
17.07.2009 13:34 Uhr
"Gaming is not a crime" wäre ein imho guter Slogan. Gibt's aber schon. 

Mann muss ja nicht unbedingt mit nem Slogan gegen die Politiker scharf schiessen, indem man sie als Spielekiller denunziert. 

Das ist der für mich größte Kritikpunkt an dem Slogan. 

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