Aktion zur bayerischen Landtagswahl - Ich wähle keine Spielekiller!
**** E-Mail-Vorlage:
Sehr geehrter Abgeordneter, sehr geehrter Kandidat,
mit Entsetzen habe ich die Forderungen des CSU-Innenministers Joachim Herrmann nach einem Verbot sogenannter "Killerspiele" zur Kenntnis genommen. Damit folgt Joachim Herrmann der Auffassung seines Vorgängers Günther Beckstein, des CSU-Bewerbers für das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten. Unter anderem halten beide den "derzeitigen Jugendschutz bei Computerspielen für völlig unzureichend".
Diese zugespitzten Äußerungen zeugen von fehlender Sachkompetenz und der mangelnden Bereitschaft, sich mit einem neuen Medium auseinanderzusetzen - ein Medium, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. 28 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre spielen digitale Spiele. Am Ende dieses Jahres wird es mehr als 4,3 Millionen zusätzliche Spielkonsolen in Deutschlands Haushalten geben (Quelle: Branchenverband BITKOM, 19. August 2008).
Kinder- und Jugendschutz ist wichtig und wertvoll und aus gutem Grund in der Verfassung verankert. Wie Ihnen bekannt ist, gelten in Deutschland diesbezüglich schon jetzt die europaweit schärfsten Gesetze; Mitte dieses Jahres wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erweitert.
Seit 1. April 2003 werden Computer- und Videospiele - analog zu Spielfilmen - mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen versehen. Laut Statistik der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) sind fünf Prozent aller im Jahre 2007 eingereichten Spiele auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und daher mit "Keine Jugendfreigabe" eingestuft.
Ich gehöre zu diesem erwachsenen Publikum und empfinde es als unerträglich, dass Sie sich anmaßen, in verfassungswidriger
Art und Weise in meine Freizeitgestaltung einzugreifen.
Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter fordere ich Sie auf ...
• den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.
• nicht länger das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen durch unsachliche
Kritik zu untergraben.
• Ihrer Verantwortung nachzukommen und Ihren Beitrag zu einer Steigerung der Medienkompetenz von Eltern, Pädagogen
sowie erzieherisch verantwortlichen Personen zu leisten.
• die Computer- und Videospiele-Industrie in Bayern und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.
Die Gängelung und Bevormundung der Wähler und Bürger des Freistaates Bayern empfinde ich als Zumutung. Aus diesem Grund werde ich Ihre Partei und Sie persönlich bei der bevorstehenden Landtags-/Bezirkstagswahl am 28. September 2008 nicht mit meinen Stimmen unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
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von Wahlberechtigten .
für Ihre E-Mail vom 11. September bedanke ich mich. Sie wenden sich darin gegen das von der CSU geforderte Verbot von so genannten Killerspielen.
Ich verstehe unter "Killerspielen" Produkte von abstoßender Brutalität und Grausamkeit, bei denen es darum geht, am Bildschirm grausame oder die Menschenwürde verletzende Gewalttätigkeiten zu begehen und die mit zunehmendem technischen Fortschritt immer realistischere Darstellungen enthalten. Der derzeitige Jugendschutz ist bei Computerspielen völlig unzureichend. Die von der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) ausgesprochene Einschränkung "Keine Jugendfreigabe" bietet leider keine Gewähr dafür, dass Kinder von der Nutzung abgehalten werden. Es ist zunächst natürlich Sache der Eltern, sich darum zu kümmern, was ihre Kinder spielen. Jedoch darf hier die Politik nicht die Augen verschließen und tatenlos zusehen.
Erforderlich ist deshalb unseres Erachtens ein Bündel von Maßnahmen, die Bayern zur Umsetzung des Koalitionsvertrages bereits im Februar 2007 in den Bundesrat eingebracht hat:
Bei den Alterseinstufungen im Rahmen der Freigabeentscheidungen darf nicht mehr das Interesse der Spieleindustrie im Vordergrund stehen, sondern der Jugendschutz ohne Wenn und Aber. Hinzukommen muss aber auch ein gesetzliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot menschenverachtender Killerspiele. Die Amokläufe von Erfurt bis Emsdetten haben gezeigt, dass sich die Hemmschwellen für die eigene Gewaltbereitschaft auch in der realen Welt verringern, wenn man über mehrere Stunden ständig in einer virtuellen Welt Gewalt ausübt.
Mit dem angestrebten Verbot will Bayern in keiner Weise das Spielen am Computer generell verbieten. Wir wissen, dass es zahlreiche intelligent gemachte Computerspiele gibt, die eine attraktive und herausfordernde Freizeitbeschäftigung darstellen. Verbote allein können sicherlich auch nicht alle Probleme lösen, die von menschenverachtenden Computerspielen ausgehen. Dass es darüber hinaus an unseren Schulen weitere Anstrengungen der Medienerziehung geben muss, bestreite ich nicht. In einem Markt, der Kinder und Jugendliche mit jugendgefährdenden Produkten geradezu überschwemmt, ist der Erfolg der Medienerziehung jedoch stark in Frage gestellt. Deshalb setzen wir uns für strengere Gesetze ein. Sie sind ein unverzichtbares Mittel zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Ingrid Heckner, MdL
beckstein meinte ja im gleichen atemzug das autofahren mit 2,2 promille vollkommen ligitim sei, kein wunder dass die CSU abgerutscht ist!
Genau genommen hat sich doch meines Wissens KEINE Partei pro Medienfreiheit ausgesprochen. Aber gar nichts wählen bringt auch nichts. Wobei das Thema ja nun auch nicht SOOO weltbewegend ist.
Da habt ihr mit eurer Aktíon bestimmt auch einen (kleinen ?) Teil dazu beigetragen.
Nochmals, Danke !
Also wenn man die Leserreichweite der des Magazins nimmt, dann überlegt wieviele davon aus bayern kommen, wieviele davon wiederum bereits das erforderliche Alter haben und wieviele dann auch noch so einen Blödsinn wie Killerspiele in ihrer Wahlentscheidung miteinbeziehen könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Aktion nur einen Sinnn und eine Auswirkung hatte.
PR und Eigenwerbung für Computec.
Das denke ich hat scheinbar hervorragend geklappt.