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Aktion zur bayerischen Landtagswahl - Ich wähle keine Spielekiller!

03.09.2008 17:32 Uhr
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**** E-Mail-Vorlage:

Sehr geehrter Abgeordneter, sehr geehrter Kandidat,

mit Entsetzen habe ich die Forderungen des CSU-Innenministers Joachim Herrmann nach einem Verbot sogenannter "Killerspiele" zur Kenntnis genommen. Damit folgt Joachim Herrmann der Auffassung seines Vorgängers Günther Beckstein, des CSU-Bewerbers für das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten. Unter anderem halten beide den "derzeitigen Jugendschutz bei Computerspielen für völlig unzureichend".
Diese zugespitzten Äußerungen zeugen von fehlender Sachkompetenz und der mangelnden Bereitschaft, sich mit einem neuen Medium auseinanderzusetzen - ein Medium, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. 28 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre spielen digitale Spiele. Am Ende dieses Jahres wird es mehr als 4,3 Millionen zusätzliche Spielkonsolen in Deutschlands Haushalten geben (Quelle: Branchenverband BITKOM, 19. August 2008).

Kinder- und Jugendschutz ist wichtig und wertvoll und aus gutem Grund in der Verfassung verankert. Wie Ihnen bekannt ist, gelten in Deutschland diesbezüglich schon jetzt die europaweit schärfsten Gesetze; Mitte dieses Jahres wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erweitert.

Seit 1. April 2003 werden Computer- und Videospiele - analog zu Spielfilmen - mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen versehen. Laut Statistik der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) sind fünf Prozent aller im Jahre 2007 eingereichten Spiele auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und daher mit "Keine Jugendfreigabe" eingestuft.

Ich gehöre zu diesem erwachsenen Publikum und empfinde es als unerträglich, dass Sie sich anmaßen, in verfassungswidriger
Art und Weise in meine Freizeitgestaltung einzugreifen.

Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter fordere ich Sie auf ...

• den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.
• nicht länger das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen durch unsachliche
Kritik zu untergraben.
• Ihrer Verantwortung nachzukommen und Ihren Beitrag zu einer Steigerung der Medienkompetenz von Eltern, Pädagogen
sowie erzieherisch verantwortlichen Personen zu leisten.
• die Computer- und Videospiele-Industrie in Bayern und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.

Die Gängelung und Bevormundung der Wähler und Bürger des Freistaates Bayern empfinde ich als Zumutung. Aus diesem Grund werde ich Ihre Partei und Sie persönlich bei der bevorstehenden Landtags-/Bezirkstagswahl am 28. September 2008 nicht mit meinen Stimmen unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
**** hier unbedingt Name, Anschrift und E-Mail-Adresse einsetzen

Print-Chefredakteurin
Moderation
03.09.2008 17:32 Uhr
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Dein Kommentar
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
26.03.2009 11:32 Uhr
Vielleicht sollte man nicht nur der CSU sondern auch den anderen Parteien mal zeigen wie viele Wähler auf dem Spiel stehen, wir sind ja auch ne Lobby und nicht wirklich ne kleine Gemeinschaft
von Wahlberechtigten .
Bewertung: 0
01.10.2008 22:03 Uhr
überschwemmt?

kennen die eigentlich die indizierungsliste nicht?.. vielleicht sollten die doch mal in den bundesanzeiger reingucken und nicht nur die Bild lesen..
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
01.10.2008 20:18 Uhr
Ich hab tatsächlich eine Antwort bekommen von meinem zuständigen Kandidaten:


für Ihre E-Mail vom 11. September bedanke ich mich. Sie wenden sich darin gegen das von der CSU geforderte Verbot von so genannten Killerspielen.

Ich verstehe unter "Killerspielen" Produkte von abstoßender Brutalität…

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