Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Owlboy im Test: Das Warten hat sich gelohnt!
    Quelle: D-Pad Studio

    Owlboy im Test: Das lange Warten hat sich gelohnt!

    Nach neun Jahren endlich fertig: Der lang erwartete Indie-Plattformer verknüpft fein gepixelte Retro-Optik mit dichter Story, viel Gefühl und vielfältigem Design. Unser Test zeigt, warum Owlboy seinem guten Ruf gerecht wird - und wo das 2D-Abenteuer noch einen Tick besser sein könnte.

    Owlboy im Test: Nach neun Jahren ist das lang erwartete 2D-Abenteuer endlich fertig. Owlboy im Test: Nach neun Jahren ist das lang erwartete 2D-Abenteuer endlich fertig. Quelle: PC Games Gut Spiel will Weile haben: Schon seit 2007 geistert der Name Owlboy durch die Indie-Szene! Einen wunderschönen 2D-Plattformer hatte D-Pad Studio damals angekündigt, der prächtige 16-Bit-Retro-Optik mit modernem Gamedesign und dichter Story verbinden würde. Nun, neun Jahre später, sind die Entwickler endlich fertig - und sie dürfen zufrieden sein! Owlboy ist zwar kein Jahrhundertwerk geworden, erfüllt aber mühelos die hohen Erwartungen.

    02:56
    Owlboy: Launch-Trailer zum Retro-Platformer

    Owlboy im Test: Das schwere Los des Eulenkindes

          

    Die vielen Dialoge sind gut geschrieben und liegen nur als englische Texte vor. Sprachausgabe gibt es nicht.

Die vielen Dialoge sind gut geschrieben und liegen nur als englische Texte vor. Sprachausgabe gibt es nicht. Quelle: PC Games D-Pad Studio besteht zwar nur aus fünf Entwicklern, doch das merkt man dem Spiel kaum an: Mit seinen hinreißend gepixelten Hintergründen, seinem liebevollem Charakterdesign und seinem hochwertigen Soundtrack ist Owlboy ein ausgesprochen schönes, stimmungsvolles Spiel geworden! Obendrein erzählt es eine ordentliche Story mit einigen überraschenden Wendungen. Die Geschichte spielt in einem zerklüfteten Land, das hoch in den Wolken schwebt. Dort lernen wir Otus kennen, einen tapferen Eulenjungen, der zwar stumm ist, dafür aber eine praktische Fähigkeit besitzt: Er kann dank seiner Flügel unbegrenzt fliegen und so die vertikale Spielwelt frei erkunden! Trotzdem ist Otus alles andere als glücklich: Erst scheitert er an den Erwartungen seines strengen Mentors, dann wird sein Dorf auch noch von brutalen Piraten überfallen. Während Otus versucht, die Sache wieder in Ordnung zu bringen und sich zu beweisen, wächst uns der kleine Junge schnell ans Herz. Das gelingt auch dank seiner drei Freunde, die wir im Spielverlauf treffen. Etwa den Soldaten Geddy, der Otus nach Leibeskräften beisteht. Schon allein durch seine sorgfältig geschriebenen Figuren und die guten, in Textform präsentierten Dialoge hebt sich Owlboy wohltuend von klassischen Plattformern ab.

    Owlboy im Test: Freunde im Gepäck

          

    Owlboy mag also vieles sein, doch eines ist es nicht: ein Metroidvania. Deren prägendstes Merkmal ist nämlich eine offene Spielstruktur, in der unser Held stetig neue Fähigkeiten und Ausrüstung sammelt, um neue Bereiche zu erschließen und Secrets zu entdecken. Und eben das tut man praktisch nie in Owlboy, es spielt sich ganz anders als ein Ori and the Blind Forest oder Legend of Zelda. In Owlboy schreibt uns die Story vielmehr ein klares Ziel vor, das wir dann ganz ohne nützliche Ingame-Karte selbst suchen müssen. Damit das nicht zu umständlich gerät, ist die Spielwelt recht linear aufgebaut, nur nach größeren "Dungeons" kehren wir in ein offeneres Freiluftareal zurück.
    Otus trägt Geddy durch die Lüfte. Wie in einem Twinstick-Shooter ballern wir mit dem Soldaten frei in alle Richtungen. Otus trägt Geddy durch die Lüfte. Wie in einem Twinstick-Shooter ballern wir mit dem Soldaten frei in alle Richtungen. Quelle: PC Games Per Schrotflinte fackeln wir Hindernisse ab. Leider gibt es nur wenige Waffen und Fähigkeiten. Per Schrotflinte fackeln wir Hindernisse ab. Leider gibt es nur wenige Waffen und Fähigkeiten. Quelle: PC Games Da Otus keine neuen Fähigkeiten lernt und er außer einer Wirbelattacke und einer schnellen Ausweichrolle auch im Kampf völlig wehrlos ist, kommen ihm seine drei Freunde zur Hilfe. Die können wir nämlich per Tastendruck aufheben und so mit ihnen durch die Gegend fliegen. Geddy besitzt beispielsweise eine Knarre, die Gegner halbautomatisch anvisiert; damit bestreiten wir die meisten Gefechte. Nun wäre es aber viel zu umständlich, die drei Kumpels immer wieder neu aufheben zu müssen. Darum teleportieren wir sie einfach per Tastendruck direkt in Otus' Hände - das geht blitzschnell, als würde man eine Waffe wechseln. Dieser Trick ist sowohl in den Kämpfen als auch beim Erkunden bitter nötig, denn die Fähigkeiten unserer Mitstreiter brauchen wir oft: Einer kann etwa mit seiner Schrotflinte brennbare Hindernisse abfackeln und schwere Schalter beschweren, der andere hilft uns mit seinem Seilwerfer dabei, an eigentlich unüberwindbaren Hindernissen vorbeizukommen.

    Owlboy im Test: Abwechslung und Überraschungen

          

    Niedliche Idee: Otus quetscht eine Wolke aus, um das Schalterbecken darunter mit Wasser zu füllen. Niedliche Idee: Otus quetscht eine Wolke aus, um das Schalterbecken darunter mit Wasser zu füllen. Quelle: PC Games Obwohl Otus zwar auch ganz klassisch laufen und springen kann, verbringen wir fast das gesamte Abenteuer mit ihm in der Luft. Das macht herkömmliche Jump&Run-Aufgaben weitgehend überflüssig und lässt das Gameplay anfangs sogar recht fad erscheinen - nur rumzufliegen und ein bisschen auf Gegner zu ballern, wäre eben nicht genug, um die knapp achtstündige Spielzeit zu füllen! Darum haben die Entwickler für reichlich Abwechslung gesorgt: Otus' Abenteuer führt uns in Dornenwälder, verschneite Höhlen, stockfinstere Grotten, Lavatempel und einiges mehr, die oft eigene kleine Spielmechaniken mitbringen.In einem Eu­lentempel sollen wir beispielsweise kleine Regenwolken an Hindernissen vorbeizerren, nur um sie über Schalterbecken auszuquetschen, die mit Wasser gefüllt werden müssen.

    Zwei Abschnitte stechen aber besonders heraus, in denen Otus es mit den Luftpiraten zu tun bekommt: Gegen die hat der Eulenjunge nämlich keine Chance, er muss daher in Deckung bleiben und sich an Suchscheinwerfern und patrouillierenden Wachen vorbeischleichen. Diese streng linearen Stealth-Abschnitte sind in der Regel nicht schwer und fallen ein bisschen zu lang aus, sorgen aber trotzdem für willkommene Tempo­wechsel und Spannung.
    In einer von mehreren langen Schleichpassagen muss sich Otus vor den Blicken der Luftpiraten verbergen. In einer von mehreren langen Schleichpassagen muss sich Otus vor den Blicken der Luftpiraten verbergen. Quelle: PC Games Spannende Momente wie die Verfolgungsjagd durch den Riesenfrosch lockern das Abenteuer regelmäßig auf. Spannende Momente wie die Verfolgungsjagd durch den Riesenfrosch lockern das Abenteuer regelmäßig auf. Quelle: PC Games Hin und wieder überrascht das Spiel auch mit dramatischen Action­einlagen und Reaktionstests. So müssen wir etwa vor einer gigantischen Roboterkröte flüchten oder einem Piratengeschütz ausweichen und hinter schwebenden Trümmern Schutz suchen. Einmal sind wir sogar gezwungen, auf einer riesigen mechanischen Feuerschlange wild durch einen einstürzenden Tunnel zu rasen - das spielt sich zwar nicht sonderlich präzise, erfüllt aber als dramaturgischer Levelabschluss seinen Zweck. Die abwechlungsreichen Schauplätze und unerwarteten Ereignisse gepaart mit vielen gelungenen Dialogszenen sorgen dafür, dass sich Owlboy trotz seiner 2D-Aufmachung nicht wie ein typischer Sidescroller anfühlt - eher wie ein cineastisches Action-Abenteuer im nostalgischen Pixelkleid. Und das ist kein Nachteil, sondern ein Alleinstellungsmerkmal!

    Owlboy im Test: Luft nach oben

          

    Die meisten Bossfights sind gut designt und fair. Erst im letzten Drittel geraten manche Kämpfe unerwartet knifflig. Die meisten Bossfights sind gut designt und fair. Erst im letzten Drittel geraten manche Kämpfe unerwartet knifflig. Quelle: PC Games Als Summe seiner Teile ist Owlboy also ein starkes Abenteuer, das in Erinnerung bleibt. Betrachtet man seine Bausteine jedoch für sich genommen, zeigt es auch klare Schwächen. Die Steuerung reagiert beispielsweise auch mit einem Gamepad nicht so präzise, wie man es von einem modernen 2D-Actionspiel erwarten kann. Hin und wieder nerven auch doppelte Tastenbelegungen, etwa wenn man mal wieder einen Begleiter aufhebt, anstatt wie geplant ein Stück Heilgemüse aus dem Boden zu rupfen oder einen Schalter zu drücken. Auch die Standardkämpfe verlieren schnell ihren Reiz: Das Geballer im Stil eines Twin-Stick-Shooters bleibt bis zum Spielende gleich - mehr Waffen und sinnvolle Upgrades hätten dem Spielablauf daher gut getan. Außerdem haben uns die meisten Gegner nur wenig entgegenzusetzen, Owlboy fühlt sich über weite Strecken etwas zu leicht an.

    Immerhin: Die meisten Bosskämpfe sind gut designt und spannend. Doch in der zweiten Spielhälfte fallen manche Gefechte gegen dicke Brocken auch unerwartet knifflig aus. Gegen Ende warten außerdem ein unnötig bestrafender Schleichabschnitt und eine kleine, aber nervige Sprungeinlage, die mit schlecht gesetzten Checkpoints für Anflüge von Frust sorgt. Hier ist das Balancing einfach nicht ganz rund, da sich das übrige Spiel eher an Genre-Neulinge richtet.

    01:46
    Owlboy: Zauberhafter PAX-Trailer mit Release-Termin


    Wo kaufen?
    Owlboy ist derzeit nur als englischsprachiger Download über Steam, GOG und Humble Store erhältlich. Tipp: Für knapp 28 Euro gibt’s das Spiel auch als Bundle mit dem sehr guten Soundtrack!
    Wo Owlboy aber wirklich schwächelt, sind seine Nebenziele: Abseits der Hauptstory haben wir kaum Anlass, die Welt zu erkunden und Geheimnisse zu entdecken. Es gibt zwar ein dreiteiliges Story-Secret und auch mehrere Schatztruhen aufzustöbern, doch vor allem letztere enttäuschen - die Kisten enthalten nämlich nur Geld, das wir bei einem Händler eintauschen. Dafür erhalten wir drei wichtige Upgrades, die Otus' Lebenspunktleiste wachsen lassen, außerdem jeweils eine Verbesserung für Gewehr und Schrotflinte sowie ein paar spielerisch sinnlose Hüte - das ist zu wenig, um Entdeckernaturen zu begeistern.

    Wer aber einfach nur eine schöne Geschichte, liebenswerte Figuren und prachtvolle Pixelgrafik im 16-Bit-Stil erleben möchte, ist mit Owlboy prima beraten!

    Owlboy im Test: Wertung und Fazit

          

    Owlboy (PC)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Wunderschön gepixelte Retro-Optik
    Liebenswerte Charaktere
    Solide Geschichte mit einigen interessanten Wendungen
    Durchweg gelungenes Design der Hintergründe und Figuren
    Guter, stimmungsvoller Soundtrack
    Abwechslungsreiche Umgebungen und gelungene Überraschungen im Spieldesign (z. B. Schleichpassagen)
    Action im Twinstick-Shooter-Stil verliert schnell an Reiz
    Sehr wenige Waffen und Upgrades
    Wenig Erkundungsanreize abseits der Story
    Wenig Secrets
    Ein paar nervige Spielabschnitte/Bosskämpfe im letzten Spieldrittel nagen am Balancing
    Automatische Checkpoints sind nicht immer ideal gesetzt

    • Es gibt 16 Kommentare zum Artikel

      • Von McDrake Erfahrener Benutzer
        Zitat von Spiritogre
        Aha, und? Dann nenne mal ein paar Objekte bzw. Texturen aus größeren Spielen wie z.B. Witcher und Dragon Age, die bei beiden verwendet wurden ... Klar, Indie-Entwickler mit Unity Engine nutzen teilweise die gleichen Assetts aber die Hauptdinge müssen die immer…
      • Von Spiritogre Erfahrener Benutzer
        Zitat von McDrake
        Bei 3D gibts aber auch rieseige Datenbanken, was Texturen angeht.
        Aha, und? Dann nenne mal ein paar Objekte bzw. Texturen aus größeren Spielen wie z.B. Witcher und Dragon Age, die bei beiden verwendet wurden ...
        Klar, Indie-Entwickler mit Unity Engine nutzen teilweise die gleichen Assetts aber die Hauptdinge müssen die immer noch selbst malen, wenn die ihr Spiel nicht vorab schon Spott und Häme aussetzen wollen.
      • Von McDrake Erfahrener Benutzer
        Zitat von Spiritogre
        Du vergisst bei den 3D Projekten die Texturen ... setze mal die Pixelkünstler daran hochwertige, detaillierte Gesichts- und Kleidertexturen inkl Schattierungen in Photoshop zu malen und höre mal, wie sie dann erst rumstöhnen ... das 3D ist ja nur ein Zusatz, der bei Pixelkunst halt wegfällt, es geht aber ja um den Aufwand beim Malen.
        Bei 3D gibts aber auch rieseige Datenbanken, was Texturen angeht.
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1213747
Owlboy
Owlboy im Test: Das lange Warten hat sich gelohnt!
Nach neun Jahren endlich fertig: Der lang erwartete Indie-Plattformer verknüpft fein gepixelte Retro-Optik mit dichter Story, viel Gefühl und vielfältigem Design. Unser Test zeigt, warum Owlboy seinem guten Ruf gerecht wird - und wo das 2D-Abenteuer noch einen Tick besser sein könnte.
http://www.pcgames.de/Owlboy-Spiel-26381/Tests/Review-Indie-1213747/
19.11.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/09/Owlboy-3--pc-games_b2teaser_169.png
indie game,retro
tests