Brauchen Aufbau-Spiele einen Militärpart?
Die Frage meiner heutigen Kolumne ist beileibe nicht neu. Ich erinnere mich an die ersten Anno 1602-Previews, in denen das Spiel dafür gelobt wurde, eine Einheitenkontrolle wie in Warcraft 2 zu ermöglichen. Der große Konkurrent Die Siedler 2 hält bekanntermaßen nur ein sehr indirektes System fürs Schwertschwingen parat. Seinerzeit eine Alternative bot auch Caesar 2 - es gab neben der Stadt- und Provinzansicht einen weiteren Bildschirm für die Kämpfe, in welchen Sie die formierten Truppen aufeinander schickten.
Mittlerweile sind auch die Siedler und die Cäsaren zum Echtzeit-System gewechselt, Sim City ist als eine der wenigen Marken ganz dem Pazifismus verpflichtet geblieben. Um ganz ehrlich zu sein: Wirklich zufrieden bin ich mit keiner Lösung, auch nicht mit dem derzeitigen Standard. Das liegt zum einen daran, dass die Umsetzungen etwas hakeln.


eine, wo man größtenteils mit militärischen mitteln zum ziel kommt und die andere, wo man sich mehr mit sich selbst beschäftigen muß, las mit dem gegner. also die wirtschaft in schwung bringen, die leute zufreiden stellen, handel treiben u.s.w.
das gab es ja bis jetzt noch nicht in so vielen spielen.
Aber der Christian hat schon recht. Die Verbindung von Aufbau- und Militärpart lässt doch oftmals sehr zu wünschen übrig. Und wie er es schon angedeutet hat: Da fehlt einfach das verbindende Element.
Dieses Element wäre für mich z.B. eine ausgeklügelte KI in Verbindung mit halbwegs realistischer Diplomatie. Grad in diesem Bereich hat sich seit nem Jahrzehnt oder so überhaupt nichts mehr getan.
Warum muss ich immer gleich in den Krieg ziehen und mich dann stundenlang mit schlecht umgesetzten und langweiligen Kämpfen rumärgern? Warum kann ich nicht erstmal einfach meine Armee vor die gegnerische Stadtmauer stellen und sagen: "Hier schau, entweder krieg ich jetzt die Goldmine oder es gibt böse Aua!". Und die KI kann sich dann ausrechnen, ob sie rechtzeitig ne militärische Antwort bereitstellen kann oder doch lieber verhandelt.
Andersrum genauso - Ad-hoc-Kriegserklärungen von Gegnern, die ich nicht mal kenne, gehen mir auf den Geist.
Sein Militär auch einfach nur mal als Drohkulisse nutzen zu können, wär schon ein Schritt in die richtige Richtung. (und ich meine hier explizit die Echtzeit-Titel)
Aber bis die Spiele-Entwickler auch mal bei der KI in die Puschen kommen, kann ich wohl nochmal zehn Jahre warten... *seufz*..
Wie einer meiner Vorredner sagen müsste eine extreme kreative Leistung erbracht werden um den Spieler dazu zu zubringen sich entgegen seiner Menschlichen Natur zu verhalten, denn es gibt eigentlich kaum ein Szenario in unser Geschichte das ohne Gewalt aus kommt.
Und einen Gewaltfreien Widerstand aller Mahdma Gandhi lässt spielerisch wollt nicht würdig genug um setzen.
Dort hätte ich ungern auf den militärischen Part verzichtet. Zumal die Story wunderbar den Aufbau- sowie Militärpart miteinander verbunden hatte.
Bei Anno 1701 nutze ich das Militär nur für die Unabhängigkeit, ansonsten lasse ich es eher links liegen.
zu schulzeiten nannte sich das "thema verfehlt- 6!", wenn ich mich recht entsinne.