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No Man's Land (PC)

Release:
19.09.2003
Genre:
Strategie
Publisher:
cdv Software Entertainment AG (DE)

Andere Länder, andere Sitten

17.08.2003 14:00 Uhr
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Neu
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Abwechslung geboten

So sieht der Bildschirm nach einer ausdauernden Schlacht aus. Finden Sie alle noch lebenden Stammeskrieger? So sieht der Bildschirm nach einer ausdauernden Schlacht aus. Finden Sie alle noch lebenden Stammeskrieger? Erweitert wird das militärische Repertoire durch Spezialeinheiten vom Pistolenschützen über den Tierbeschwörer bis hin zum Schmied. Diese Einheiten sind besonders hart im Nehmen und besitzen Spezialfähigkeiten. So schalten Sie Gegner mit nur einem einzigen Hieb aus oder klopfen den einen oder anderen Zauberspruch und lassen beispielsweise einen Meteoritenhagel vom Himmel krachen. In der Einzelspielerkampagne besitzen meist die Hauptcharaktere diese Fähigkeiten und dürfen wie so oft während eines Einsatzes nicht das Zeitliche segnen. Mit ihnen zerstören Sie aufseiten der Indianer englische Versorgungslager, machen zusammen mit dem Spanier Carvinez eine Piratenfestung dem Erdboden gleich oder machen sich mit Ihren Rothäuten zur gezielten Tipi-Terminierung im verfeindeten Stammeslager auf. Related Designs vermied jedoch das klassische "Zerstöre alle gegnerischen Lager"-Missionsziel, so gut es ging. In vielen Missionen müssen lediglich bestimmte Einrichtungen eliminiert werden, ohne dass Sie mühsam komplette Festungen demontieren müssten. Hinzu kommen zahlreiche Kommando-Einsätze, in denen Sie beispielsweise mit einer Hand voll Indianern einen Häuptling aus britischer Gefangenschaft befreien. In anderen Missionen wiederum gehen Sie auf Büffeljagd oder verlegen Eisenbahnschienen.

Das verheißene Land

Da den Indianern langsam, aber sicher die Vorräte ausgehen, gehen Sie auf Büffeljagd. Das lockert die Kampagne auf. Da den Indianern langsam, aber sicher die Vorräte ausgehen, gehen Sie auf Büffeljagd. Das lockert die Kampagne auf. Optisch steht No Man's Land Vorzeigetiteln wie Age of Mythology oder Warcraft 3 kaum nach. Die eigens entwickelte Engine zaubert wunderschöne Ozeane mit reichen Fischbeständen auf den Bildschirm. Sandstrände, die noch nie ein Tourist betreten und verdreckt hätte, laden zum Verweilen ein und Bäume wiegen sich im Wind. Wenn dann auch noch aus indianischen Tipis der Rauch aufsteigt, Büffelherden über die Prärie donnern und qualmende Stahlrösser durch die Einöde fahren, ist die Wild-West-Idylle perfekt. Anteil daran haben auch die detailverliebten Charakteranimationen. Da schwingen sich Ihre Truppen behände auf Pferderücken, laden die Soldaten ihre Büchsen und spannen die Rothäute ihre Bögen - kaum ein Detail, das keine Beachtung fand. Standardmäßig beobachten und steuern Sie das Geschehen aus einem festen Blickwinkel - Sie dürfen die Kamera lediglich zu Show-Zwecken heran- und für größere Übersicht herauszoomen. Im Optionsmenü lässt sich die Kamera jedoch freischalten, so dass Sie die Ansicht auch kippen und drehen können; die Standardperspektive lässt in puncto Übersichtlichkeit allerdings kaum Wünsche offen, da hinter Objekten verborgene Einheiten durch ihren Umriss dennoch sichtbar sind. Ebenso komfortabel gibt sich die als Standard etablierte Rechtsklicksteuerung der Einheiten.

Schattenseiten

In anderen Bereichen macht No Man's Land technisch eine weniger gute Figur: So entschließen sich Ihre Truppen oftmals erst nach mehrmaliger Aufforderung, Ihren Ordern Folge zu leisten, oder ignorieren den auf aggressiv gesetzten Status und den feindlichen Pfeilbeschuss. Eine andere Schwäche der Programm-KI offenbart sich beim Kommandieren größerer Truppenverbände. Setzen sich diese in Bewegung, stehen sich Ihre Soldaten erst einmal gegenseitig auf den Füßen und fädeln sich danach auf einer Ameisenstraße ein, um sich im Kampf zu einem riesigen Knäuel zu verwirren, in dem sich nichts und niemand gezielt auswählen lässt. Dieses Problem ergibt sich allerdings bereits in friedlichen Zeiten. Gebäude und Einheiten besitzen oftmals seltsame Hotspots - ein Turm beispielsweise will am liebsten im oberen Drittel angeklickt werden und verweigert im unteren Segment die Aussage über genommenen Schaden. Kleinigkeiten zwar, die in ihrer Summe jedoch wertvolle Wertungspunkte kosten.

Fiese Finten

Im Mehrspielermodus stehen alle sechs Parteien zur Auswahl. Letztendlich beschränkt sich die wirkliche Auswahl jedoch auf Eroberer und Indianer, da sich die jeweiligen Fraktionen untereinander kaum unterscheiden. Das verwehrt No Man's Land bereits im Voraus den Multiplayer-Ritterschlag, da die taktischen Möglichkeiten durch die geringe Einheitenzahl stark eingeschränkt sind. Dafür dürfen Sie so genannte Gegen-Upgrades erforschen, die gegnerische Arbeiter langsamer arbeiten lassen oder die Hitpoints Ihrer Widersacher senken. Sind diese Upgrades erforscht, können sie von einer speziellen Einheit zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Ebenfalls neu ist der "Wettstreit um die Eisenbahn"-Modus, in dem alle Spieler eine Eisenbahnstrecke fertig stellen müssen und dabei sowohl sabotieren als auch sabotiert werden. Somit ist No Man's Land auch im Mehrspielermodus ein immerhin kurzweiliges Vergnügen.

PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
76 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
   
Petra Fröhlich
Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.
Das Bessere ist der Feind des Guten. Für den Quasi-Vorgänger America vom gleichen Entwickler-Stamm waren Starcraft und Age of Empires 2 unerreichbare Messlatten. Und heute? Im direkten Vergleich mit Warcraft 3 oder Age of Mythology ist auch No Man’s Land „nur“ gut. Probleme damals wie heute: farblose Helden, eine recht triviale Story oh-ne den nötigen Galopp, ein Einheitenbrei ohne klar rausgearbeitetes Stein-Papier-Schere-Prinzip, eine ungenaue Steuerung und wenig organisierte Bleichgesichter, die manch kühn getimten Angriff vermasseln – jetzt wird mir auch klar, warum das damals für General Custer am Little Big Horn schief gehen musste. Dafür trumpfen die Grafiker so richtig auf und zeigen Szenario für Szenario, wo die Schoschonen schön wohnen – die Engine zaubert prachtvolle Landschaften und spielt gekonnt mit atmosphärischen Licht- und Schatteneffekten. Wen die Einheiten- und Upgrade-Flut eines Warcraft 3 oder Rise of Nations überfordert, ist mit dem bodenständigen No Man’s Land deutlich besser beraten.
   
Online-Redakteur
Moderation
17.08.2003 14:00 Uhr
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