Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen
Titanium ist die Königsklasse der Netzteile und fordert von den Herstellern nicht nur die beste Bauteilbestückung, sondern auch Know-How und Erfahrung. Enermax' Netzteil-Flaggschiff Maxtytan verspricht in der 800-Watt-Ausführung beste Qualität und Leistung. PC Games Hardware hat sich den Stromwandler für einen Test auf Herz und Nieren genauer angeschaut.
Auf dieser Seite
- 1 Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Das gebotene Paket
- 2 Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Leistungsdaten und Schutzschaltungen
- 3 Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Effizienz
- 4 Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Lautheit
- 5 Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Spannungstabilität
- 6 Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Hold Up Time
- 7 Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Restwelligkeit
- 8 Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Fazit
Enermax verspricht mit dem Titanium-Netzteil "Godlike Power", quasi die Energie von Zeus und Co in einem Netzteil. Erstanden werden kann das Produkt in mehreren Ausführungen, wobei 750 Watt die "Einsteigerklasse" in das Titanium-Universum ist. Wer mit 800 oder 1.050 Watt nicht zufrieden ist, kann noch auf ein 1.250-Watt-Exemplar zurückgreifen. Die Zielgruppe ist deshalb auch klar definiert, man möchte hier Enthusiasten mit höchsten Ansprüchen an Baugruppen und Qualität ansprechen, die wissen, wie man soviel Leistung gekonnt in übertakteten Prozessoren und Grafikkarten verwendet. Darüber hinaus bewirbt Enermax das Netzteil noch mit allerlei Eigenschaften wie etwa der "Dust Free Rotation"-Funktion, bei der sich der Lüfter kurz in die entgegengesetzte Richtung dreht, damit sich so der Staub löst. Der vollmodulare Stromwandler kommt zudem noch mit einem Haufen an Zubehör, gesleevten Kabeln, einem semi-passiven Betriebsmodus bis zu 55 Prozent Auslastung - das entspricht 440 Watt - und ganzen zehn Jahren Garantie. Es wird also viel geboten für 175 Euro.
Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Das gebotene Paket
Wie bereits erwähnt, handelt es sich in der Netzteilklasse um ein vollmodulares Netzteil in den Abmessungen 150 × 86 × 180 mm (B×H×T) und ist wegen der Tiefe für ein kleineres Standard-ATX-Format-Gehäuse nur bedingt geeignet. Die Kabelausstattung ist ideal für ambitionierte Projekte geeignet, da die Kabel allesamt mit hochwertigen Sleeves einzeln ummantelt werden. Für Mainboard und Prozessor sind ein 28-Pin-ATX- und sowohl ein EPS-8-Pin- als auch ein -4+4-Pin-Stecker - allesamt 60 Zentimeter lang - vorhanden. Damit lassen sich beispielsweise High-End-Systeme auf mit AMDs Ryzen Threadripper und Intel Skylake-X betreiben. Mit ganzen sechs PCI-E-6+2-Pin-Steckern ist zudem genug Spielraum für ein Multi-GPU-System vorhanden. Damit bei so vielen Leitungen auch weiterhin Ordnung im Gehäuse herrscht, liefert Enermax ein Kabelkammset mit. Neben dem obligatorischen Diskettenadapter liegen 12 Anschlüsse für SATA und vier für PATA bei. Die Stecker sind auf mehrere Kabel in Abständen von 50, 65, 80 und 95 Zentimetern verteilt. Der Lieferumfang fällt bei diesem Titanium-Netzteil ziemlich üppig aus. Neben dem bereits erwähnten Kabelklemmen packt Enermax auch noch Kabelbinder, Befestigungsschrauben, eine Aufbewahrungstasche, einen Stolperschutz vor zufälligen Abziehen des Netzsteckers und ein Benutzerhandbuch bei.
Quelle: PC Games Hardware
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen (12)
| Kabel | Länge [cm] | Anschlüsse | modular? |
|---|---|---|---|
| 1 x (20+4) ATX-Kabel | 60 | 1 | ja |
| 1 x (4+4) CPU-Kabel | 60 | 1 | ja |
| 1 x EPS-Kabel | 60 | 1 | ja |
| 6 x (6+2) PCIe-Kabel | 60 | 6 (1 pro Kabel) | ja |
| 3 x SATA-Kabel | 50/65/80/95 | 12 (4 pro Kabel) | ja |
| 1 x PATA-Kabel | 50/65/80/95 | 4 | ja |
| 1 x FDD-Kabel | 10 | 1 | ja |
Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Leistungsdaten und Schutzschaltungen
Enermax setzt beim Maxtytan auf ein Single-Rail-Design, mit dem auf der 12-Volt-Schiene eine Nominalleistung von 798 Watt (66,5 A) erzeugt werden kann. Die Nebenspannungen haben jeweils die üblichen Dimensionen von 20 A für 3,3 und 5 Volt, sowie 0,3 und 3 A für die -12-Volt- und die 5-Volt-Standby-Leitungen. Um eine optimale Spannungsregulation zu erzeugen, werden die sekundären Spannungen aus der 12-Volt-Schiene mittels DC-DC-Topologie erzeugt. Wie von einem Oberklassenetzteil zu erwarten, wurden Schutzschaltungen gegen Über- und Unterspannung (OVP/UVP), Überlastung einzelner Spannungsschienen (OCP), Überlast (OPP), Kurzschluss (SCP) und Überhitzung (OTP) verbaut. Enermax gibt die Betriebstemperatur für den Stromwandler mit 50°C an und entspricht damit dem Intel-ATX-Standard.
Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Effizienz
Seit knapp 15 Jahren können Konsumenten beim Netzteilkauf auf die 80-Plus-Initiative setzen, um einen Anhaltspunkt über die Leistungsdaten, Effizienz und Langlebigkeit des Geräts zu bekommen. Das Maxtytan hat - wie der Name erahnen lässt - die Titanium-Zertifizierung von der amerikanischen Zertifizierungsstelle bekommen und hat damit einen Wirkungsgrad von 0,96 bei Halblast beziehungsweise 768 Watt und für ein Volllast-Szenario 90 Prozent respektive 720 Watt. Dennoch muss der Spannungswandler laut 80-Plus-Initiative schon bei zehn Prozent angelegter Last eine Effizienz von 90 Prozent erzielen. Bei anderen Einstufungen wie Gold oder Platinum ist dies nicht notwendig. Für das 115-Volt-Netz in den USA werden dagegen geringere Effizienzwerte für Halblast (94 Prozent) und Vollast (90 Prozent) eingefordert, die durch die geringere Eingangsspannung im amerikanischen Netz zustandekommen. In unserem Testparcours konnten wir diese Werte und damit die Titanium-Zertifizierung bestätigen. Im europäischen 230-Volt-Netz werden dagegen die Vorgaben der 80-Plus-Initiative für 230 Volt nur knapp bei Halblast (94,75 Prozent) und Volllast (92,63 Prozent) verfehlt. Der durchschnittliche Wirkungsgrad für das 115-Volt-Netz beträgt somit 92,01 Prozent und für das 230-Volt-Netz 93,32 Prozent.
Mittels fester Lasten lassen sich alltägliche Situationen imitieren; hierbei zeigt das Netzteil bei 3,1 Prozent der Gesamtlast einen Wert von 79,39 Prozent. Bei 90 Watt oder 11,3 Prozent wird schon ein Effizienzwert von 91,4 Prozent erreicht. Bei ungefähr einem Drittel der Volllast weist das Netzteil einen Wirkungsgrad von 0,945 auf. Damit liegt der optimale Betriebsbereich des Spannungswandlers zwischen 30 und 60 Prozent angelegter Last.
Quelle: PC Games Hardware
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen (4)
Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Lautheit
Wegen einer hochwertigen Bauteilbestückung und der geringeren Abwärme bei Titanium-Netzteilen kann die aktive Kühlung weit in hohe Lastbereiche verschoben werden. In unserem Test konnten wir bis zu einer Last von 65 Prozent beziehungsweise 520 Watt den semi-passiven Modus nutzen, so das keine messbare Lautheit zu vernehmen war. Somit wird dieses Netzteil bei vielen Anwendern in der Regel leise sein. Erst bei 70 Prozent Last wurde die aktive Kühlung des Spannungswandlers aktiviert, sodass eine Lautheit von 0,6 Sone erreicht wurde. Bei einer 90-prozentigen Auslastung (720 Watt) stieg die Lautheit auf 0,7 Sone an.
Quelle: PC Games Hardware
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen (5)
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Spannungstabilität
Moderne Netzteile haben DC-DC-Wandler verbaut, damit sie so hohe Effizienzwerte, eine niedrige Restwelligkeit ("Ripple") und eine optimale Spannungsregulation erreichen. Dank dieser Technologie werden auf der Sekundärseite die Nebenspannungen aus der 12-Volt-Leitung erzeugt, ohne dabei Spannungsabfälle an selbiger auszulösen. Daneben wird über eine digitale Powerfaktorkorrektur ein geringer Strom erzeugt, damit so hohe Wirkungsgrade erzielt werden können. Generell erlaubt der ATX-Standard eine Abweichung von der Idealspannung von bis zu fünf Prozent und ein Spannungsabfall darf mit maximal zehn Prozent zu Buche schlagen, um noch im grünen Bereich zu landen.
Auf der 12-Volt-Schiene zeigt das Netzteil einen Abfall von 0,36 Prozent sowie eine Abweichung von 0,23 Prozent und in Crossload-Situationen beträgt die maximale Abweichung auf der 12-Volt-Leitung 1,08 Prozent. Auch bei den anderen Spannungen bleiben die Ergebnisse deutlich unter den Grenzwerten des ATX-Standards, die größte Abweichung erlebt die 12-Volt-Leitung und der größte Abfall findet sich auf der 5-Volt-SB-Leitung. Somit zeigt das Maxtytan in der 800-Watt-Ausführung eine sehr gute Spannungsstabilität - so wie man es von einem Titanium-zertifizierten Produkt erwarten kann.
Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Hold Up Time
Die Hold Up Time, auch als Stützzeit bezeichnet, fällt leider oft den Sparmaßnahmen der Hersteller zum Opfer, da hierfür hochkapazitive Stützkondensatoren benötigt werden. Laut ATX-Standard muss das Netzteil noch 16 ms lang den Rechner mit Strom versorgen, sollte dieser vom Netz getrennt werden. Der Testkandidat erreicht hier 16,2 ms und erfüllt damit die Anforderungen an die Hardware. Insgesamt werden 19,33 ms erreicht, bis die Spannung auf der 12-Volt-Leitung unter 11,4 Volt absinkt.
Quelle: PC Games Hardware
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen (6)
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Restwelligkeit
Mit der Restwelligkeit, die auch als Ripple bekannt ist, wird die Mischspannung bezeichnet, die entsteht, wenn aus Wechselstrom im Netzteil Gleichstorm generiert wird. In einem Oszilloskop würde die ideale Ausgangsgleichspannung als Linie erkennbar sein, durch die Überlagerung mit Wechselstrom kommt es aber zu einer Welle mit zusätzlichen Ausschlägen. Diese gilt es dann mittels Kondensatoren zu glätten, damit die Mischspannung keine Schäden, wie Datenverlust, an der Hardware verursachen kann. Im Maxtytan in der 800-Watt-Ausführung kommen auf der Primärseite zwei Kondensatoren mit einer elektrischen Kapazität von 560 µF respektive 470 µF zum Einsatz, die von Rubycon (560 µF) und Nichicon (470 µF) produziert werden. Beide sind für 400 Volt und Temperaturen von 105 Grad Celsius ausgelegt. Die Restw fällt dementsprechend gering aus: Auf der 12-Volt-Leitung können wir eine durchschnittliche Restwelligkeit von 30,78 mV messen. Auf allen Leitungen bleiben somit die erzielten Messungen innerhalb der Grenzwerte von 120 mV für 12-Volt-Leitungen und 50 mV für die Nebenspannungen.
Quelle: PC Games Hardware
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen (7)
Quelle: PC Games Hardware
Enermax MaxTytan 800 Watt im Test: Angriff des Titanen (8)
Enermax Maxtytan 800 Watt im Test: Fazit
Enermax' Flaggschiff verdient zurecht die Titanium-Zertifizierung für das amerikanische 115-Volt-Netz. Daneben zeigt sich die qualitativ hochwertige Bauteilbestückung des Netzteils, indem beispielsweise eine angemessene Hold-Up-Time erreicht wird und ein semi-passiver Lüftermodus vorhanden ist, der erst bei 65 Prozent im Test aktiv kühlte. Bessere Baugruppen und bessere Topologien äußern sich durchaus in einer kalkulierbaren Abwärme, da durch die hohen Effizienzwerte weniger Strom verschwendet wird. Hinzu kommt eine ganze Phalanx an Schutzschaltungen die neben den üblichen Standards auch noch den Temperaturschutz miteinbezieht. Dadurch kann das Netzteil durchgehend bei 50 °C Umgebungstemperatur betrieben werden, was bei manchen Herstellern auch durchaus nicht selbstverständlich ist. Wenn der Lüfter dann mal aktiv kühlt, ist dieser selbst bei Volllast mit 0,7 Sone kaum wahrnehmbar und somit durchaus für Silent-Freunde geeignet.
Mit der gewählten Kondensatorbestückung namhafter japanischer Hersteller kann Enermax die Stützzeit erreichen und die Restwelligkeit niedrig halten. Der Spannungsabfall und die -abweichung fallen auch durch die gewählten Kondensatoren und die DC-DC-Topologie sehr gering aus, sodass man selbst in Crossload-Szenarien keine Bedenken haben muss. Anschlüsse für die eigene Hardware sind zudem zu Genüge vorhanden, getoppt von den einzeln gesleeveten Kabeln mit Kabelklemmen. Für 175 Euro bekommt man hier erstklassige Titanium-Qualität und eine ordentliche Ausstattung.
| Produkt | MaxTytan 800W |
|---|---|
| Modellnummer | EMT800EWT |
| Hersteller | Enermax |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | 175,- Euro/befriedigend |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/maxtytan800 |
| Dauerleistung (Herstellerangabe) | 800 Watt |
| Ausstattung (20 %) | 1,20 |
| Kabellänge SATA-/Molex-Stecker | 50-95cm/ 50-95cm |
| Anschlüsse Floppy/PATA/SATA | 1/4/12 Stück |
| 12-V-Anschluss/ATX-Stecker (Länge) | 4+4 Pin (60cm), 20+4 Pin (60cm), 8-Pin (60cm) |
| PCI-E-Anschlüsse (Länge) | 6 x 6+2 Pin (60cm) |
| Modulares Kabelsystem | Ja, vollmodular |
| Lüfteranschlüsse | Nein |
| Kühlsystem (Lüftergröße, Art des Lagers) | Aktiv, 139-mm-Twisted-Lager-Lüfter |
| Handbuch/Garantie | Kurzanleitung, mehrsprachig/5 Jahre |
| Schutzschaltungen | OVP, UVP, OCP, OPP, OTP, SCP |
| Zubehör/Sonstiges | Kaltgerätestecker, Schrauben, Klettkabelbinder, Plastikkabelbinder |
| Eigenschaften (20 %) | 1,58 |
| Kondensatoren primär | Nichicon 460µF, 400V, 105°C, Rubycon 570µF, 400V, 105°C |
| Kondensatoren sekundär | Rubychon |
| Abmessungen L x B x H | 180 x 150 x 86 mm |
| Belastbarkeit +3,3 V und +5 V | 100 Watt |
| Belastbarkeit +12-V-Schienen | 798 Watt |
| Aufteilung +12-V-Schienen | Single-Rail |
| Leistung (60 %) | 1,33 |
| Prüfung 80-Plus-Zertifizierung (115 Volt) | bestanden |
| Effizienz 10/20/50/100 %**(230 Volt) | 91/94/95/93 |
| Effizienz bei 25/90/250/500 Watt | 79/91/94/94 |
| Lautstärke 10/20/50/80/100 %** | 0/0/0/0,6/0,7 Sone |
| Leistungsaufnahme bei 45 mA ErP | 0,45 Watt |
| Leistungsfaktorkorrektur (PFC) 10 bis 100 %** | 0,57-0,99 |
| Restwelligkeit bei 100 % Last*** | 28,8/30,8/12,8/19,2/31,2 mV |
| Spannungsregulation | sehr gut |
| Fazit | 1,35 |
| ** Auslastung | Silent Mode bis 720 Watt |
| *** +5V, +12V, -12V, +3,3V, +5Vsb | Gute Spannungsregulatuion und sehr leise |
| Produkt | MaxTytan 800W |
Da kannst im Winter komplett auf das Heizen verzichten und ordentlich Druck in den Kasten verbauen, saugeil!