Need for Speed Underground 2 - Ein verspätetes Review - Leser-Test von HolyHerbert
Mentorin Rachel
Seit den Vorgängern Need for Speed Hot Pursuit 2 und Underground war die Serie von der reinen Rennsimulation auf das damals noch recht unverbrauchte Underground-Setting umgestiegen. Statt auf abgesperrten Pisten um die Wette zu rasen, ging es um illegale Straßenrennen bei vollem Straßenverkehr. Seit Underground war es dann möglich, seinen Wagen durch Tuning an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, sowohl optisch als auch technisch. Hier wurden auch neue Rennmodi wie Drift und Drag eingeführt, die den Spieler in die Rennszene abseits von FIA oder DTM
Nissan mit Neons: ein 350 Z macht einiges her.
versetzten. Auch wenn man es angesichts der neueren Vertreter des Genres, die nur noch auf cool und böse gestriegelt sind, heute nicht mehr glauben mag, war damals diese neue Thematik durchaus erfrischend und abwechslungsreich. Warum? Es geht zumindest bei den Underground-Spielen nie darum, in irgendeiner Form böse zu sein. Klar, die Straßenrennen sind illegal, aber davon ist nie die Rede, genauso wenig wie von der Polizei, die später bei Most Wanted und Carbon wieder zum Einsatz kam. Mal ehrlich, was hat das sinnlose Kaputtrammen einer vorgegebenen Anzahl von Einsatzwagen in bestimmter Zeit noch mit Rennsport zu tun?
Cool ja, böse nein - dieses Credo hat auch Need for Speed Underground 2 verinnerlicht. Das Spiel legt den Schwerpunkt voll auf den Fahrspaß. Die Story, die in coolen Comicsequenzen weitergesponnen wird, ist allerdings etwas sehr platt geraten. Die Charaktere, allen voran Mentorin Rachel und der lange unbekannte Bösewicht, sind für den Verlauf der Geschichte eher irrelevant, stören aber auch nicht. Sechs Monate nach seinem Verschwinden landet der Protagonist, ein namenloser Rennfahrer, in Bayview, um dort die Rennszene aufzumischen. Dabei wird er von Rachel begleitet, die eine Freundin Samanthas aus dem ersten Teil ist. Allerdings sehen nicht alle seine Rückkehr so wohlwollend, denn sein Erfolg ruft immer mehr Neider auf den Plan...
Unterwegs auf Bayviews Straßen.
Im Spiel gibt es grob gesagt zwei Schauplätze: Die Straßen von Bayview und die Rennstrecke. Der Explore-Modus, bei dem man sämtliche Straßen der fiktiven Stadt befahren kann, ist komplett neu implementiert. Auf dem weitläufigen Straßennetz der typischen amerikanischen Großstadt mit Up- und Downtown, Hispano-Viertel, Hafen, Flugplatz und Amüsiermeile ist man stundenlang unterwegs, bevor man zweimal an einer Stelle war. Neben ausgiebigen Erkundungsfahrten fährt man zu den Starts der Rennen, fährt mit NPCs in deren Kisten um die Wette oder sucht nach Shops. Hier können je nach Art des Shops das Aussehen des Wagens, die Ausstattung, Motorenteile oder gleich der ganze Bolide gewechselt werden. Alles gegen Geld natürlich, das man dann in den Rennen verdienen muss.
Natürlich ist das der Kern des Spiels: Auf den unzähligen Rennstrecken mit den eigens aufgemotzten Karren Geld zu verdienen, damit noch mehr aufzumotzen, um damit dann noch mehr Geld zu machen und so weiter. Dank der abwechslungreichen Spielmodi wird das nie langweilig. Neben den recht normalen Rennen wie Rundkurs oder Sprint kommt es beispielsweise beim Drift auf möglichst lange Slides an, beim Drag dagegen ist präzises Schalten gefragt. Besonders Autoenthusiasten kommen hier auf ihre Kosten, aber auch Gamer, die gerade keine Lust auf aufwändige Simulationen oder Strategien haben. Wer genug Rennen gewonnen hat, wird in die URL, die Underground-Racing-League eingeladen. Hier fahren die besten ihrer Klasse auf einer abgesperrten Rennstrecke á la DTM um die Wette. Und immer wieder wird die eigene Karre sogar auf Szene-Magazinen abgedruckt.
Reisschüssel nach Tuning. Sieht schon besser aus.
Je mehr Siege man einfährt, desto mehr Optionen bieten sich, den eigenen Boliden zu tunen. Das beginnt bei neuen Schürzen und Spoilern und endet bei HiFi-Anlagen, Hydrauliken und selbsterstellten Amaturenblättern. So bieten sich für jedes Modell hunderte verschiedene Möglichkeiten, den Wagen zu individualisieren. Wer sich im Laufe seiner Karriere ein neues Auto zulegt, bekommt dieses übrigens einfach im Serienzustand vom Autohändler und muss dann alle Extras neu einbauen. Andererseits wird der Schwierigkeitsgrad die meisten dazu zwingen, irgendwann auf ein neues Gefährt umzusteigen, denn die Blechschüsseln vom Spielstart sich auch getunt längst nicht so schnell wie später freigeschaltete. Anders ausgedrückt: Ein Audi TT von der Stange schlägt mit Sicherheit einen Aufmotz-Corsa.
Die Grafik bietet ein zweispältiges Bild. Die Wagenmodelle sehen, genauso wie die Häuser am Straßenrand, ansehnlich aus. Die Texturen der Straßen dagegen hätte ein fieberkranker Vierjähriger auf MS Paint besser hinbekommen und auch die Videos erzeugen eher im negativen Sinne Gänsehaut. Der Sound kommt deutlich besser weg: Eine der Stärken von Need for Speed Underground 1 und 2 ist sicherlich die Musikauswahl gewesen. Auch hier gilt: cool, nicht böse. Die Songs aus Hip-Hop und verschiedenen Rockgenres bringen durchaus ein cooles Rennfahrerfeeling mit sich, Gangsterrap zum Beispiel hört man degegen nie. in der Interpretenliste finden sich einerseits Größen wie Snoop Dog oder Xzibit, aber auch die Bands Queens of the Stone Age, Skindred oder Rise Against, die in engen Rennen für Adrenalinschübe sorgen. Zusätzlich zu den wummernden Motoren, versteht sich.
Das Wichtigste
Unterwegs auf Bayviews Straßen.
ist allerdings, dass Need for Speed Underground 2 das enthält, was vorn auf der Verpackung steht: Speed. Egal ob man sich zu Autos hingezogen fühlt oder nicht, egal was man von illegalen Straßenrennen und Tuning hält, dieses Spiel ist garantiert nichts für Sonntagsfahrer, für Mittelspurschleicher oder Ököjunkies. Benzindampf, verbranntes Gummi und das Röhren der Motoren bestimmen dieses Need for Speed von der ersten bis zur letzten Minute und wer damit nicht klarkommt, der ist hier am falschen Platz. Natürlich braucht es einen guten Piloten, um die gasammte lange Karriere durchzuspielen, trotzdem ist Underground 2 definitiv keine Rennsimulation, sondern Acarde pur, nur auf Speed und Adrenalin ausgelegt.
Glücklicherweise läuft Underground 2 auch auf modernen Rechnern, unter Windows 7 kommt es (fast) nie zu Abstürzen.
Zu Empfehlen ist Need for Speed Underground 2 jedem, der schnelle Action sucht und auf aufwendige Fahrphysik und herausragende Grafik verzichten kann.
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ich verstehe auch bis heute nicht warum es die trucks nicht in neuere spiele geschaft haben. nur most…
Wenn es einen Teil 3 geben würde mit all den features von teil 2 + Polizei+ Online Features dann wird das ding auf jedenfall ein erfolg ohne frage...irgendwie schade das diese Zeite vorbei sind
ich verstehe auch bis heute nicht warum es die trucks nicht in neuere spiele geschaft haben. nur most wanted und shift (shift 2 habe ich noch nicht)…