Napoleon: Total War im Test: Der Empire-Nachfolger macht fast alles besser
Kavallerie kann Infanteristen immer noch in die Flucht schlagen.
Die Mittelmeerinsel Korsika besitzt eine vernachlässigbare Wirtschaftskraft und ist heutzutage vor allem wegen ihrer für Touristen und Bergsteiger interessanten Felsformationen, der sogenannten Tafoni, bekannt. Vor über 300 Jahren brachte das winzige Anhängsel des französischen Staates dagegen noch einen Exportschlager allererster Güte hervor: Napoleon Bonaparte stieg vom Sohn eines Kleinadeligen zum größten General seiner Epoche auf, errang die französische Kaiserkrone und überzog ganz Europa mit Krieg. In Napoleon: Total War spielen Sie den Werdegang des kleinen Korsen nach. Unser Test klärt auf: Ist der Nachfolger des gerade mal ein Jahr alten Empire ein Sieg auf ganzer Linie oder erleben die Entwickler ihr persönliches Waterloo?
In Empire übernahmen Sie noch eine von elf Nationen des 18. Jahrhunderts und führten diese auf drei riesigen Kontinenten zur weltumspannenden Supermacht. Napoleon versetzt das Geschehen zwar nur um ein paar Jahre nach hinten (1796 bis 1812), bietet aber einen deutlich geringeren Umfang als der Vorgänger: Neben zehn knackigen historischen Schlachten (etwa Austerlitz oder Waterloo) enthält das Spiel zwei kurze und eine längere Kampagne, in denen Sie die französischen Truppen von Italien über Ägypten bis nach Moskau führen. Exkurse nach Indien oder gar Amerika fallen diesmal aus, auch die Handelsschauplätze aus dem Vorgänger sind simplen Ankerstellen am Rand der Karte gewichen. Allgemein fallen besonders die ersten beiden Missionsfolgen aber deutlich kürzer und leichter aus als der bekannte Welteroberungsmodus und erinnern mehr an ein übergroßes Tutorial. Gut: Knappe Rundenlimits treiben Sie in Italien und Ägypten zur Eile an, die Mobilität Ihrer Armeen ist ebenso wichtig wie deren Schlagkraft. Enttäuschend: Zwar erzählen Zwischensequenzen die Geschichte vom Aufstieg und Fall Napoleons, doch die größtenteils belanglosen Szenen und langweilig vorgelesenen Texte lassen einen kalt.
Unspektakuläre Zwischensequenzen erzählen lose Napoleons Geschichte.
Ein großer Geschichtenerzähler ist Creative Assemblys neues Spiel also nicht. Doch dafür schreiben Sie ja auch Ihre eigene Geschichte: Auf der an Brettspiele wie Risiko erinnernden Strategiekarte verwalten Sie die Provinzen Ihrer Nation, erheben Steuern, errichten Gebäude, bilden Armeen aus, betreiben Forschung oder feilschen mit den Nachbarn um ein Handelsabkommen. Das alles geschieht rundenbasiert; wenn Sie mit Ihrem Zug fertig sind, bewegen die Gegner ihre Einheiten. Napoleon gibt sich dabei hektischer als Empire: Zwischen den Zügen vergehen nur noch zwei Spielwelt-Wochen statt sechs Monate. Dadurch spielen die Jahreszeiten eine größere Rolle: Der Frühling eignet sich perfekt, um gen Feind zu marschieren, im Sommer ist die Hitze in der Wüste kaum auszuhalten, zur Herbstzeit wallt Nebel durch die Täler und während der Wintermonate müssen sich die Armeen durch Schneewehen kämpfen. Wer seine Truppen nicht vor Hitze oder Kälte in einer Siedlung Schutz suchen lässt, muss mit ansehen, wie Runde für Runde Soldaten verdursten oder erfrieren. Das macht die Auswahl der richtigen Marschroute wichtiger, könnte sich aber für unseren Geschmack noch stärker auswirken.
Verluste in den Reihen Ihres Heeres lassen sich nicht mehr durch die einmalige Ausgabe eines Geldbetrags ersetzen. Napoleon: Total War setzt stattdessen auf die sogenannte Verstärkungsrate: Die Lücken in einer Streitmacht schließen sich automatisch, wenn sie in einer selbst kontrollierten Provinz steht, aber nur langsam über mehrere Runden hinweg. Erst wer statt Profit bringender Wirtschaftsgebäude Nachschublager errichtet, erhöht die Verstärkungsrate. Das erfordert neue taktische Entscheidungen: Warten Sie, bis Ihre dezimierte Armee wieder volle Mannstärke erreicht hat, oder setzen Sie auf Schnelligkeit und drängen den Feind weiter zurück? Die Schlachten selbst tragen Sie wie aus den Vorgängerspielen bekannt im Echtzeitmodus aus: Nachdem Sie Ihre Truppen im Pausemodus aufgestellt haben, schicken Sie Ihre Kavallerie um die Flanke des gegnerischen Heeres, lassen die Gewehrschützen in einer Linie antreten und bombardieren mit den schweren Kanonen die feindlichen Ränge. Wenn wir hier hauptsächlich von den Landgefechten sprechen, so hat das übrigens einen guten Grund: Seeschlachten spielen in Napoleon: Total War eine untergeordnete Rolle, da Sie sich stets nur um einen Kontinent sorgen müssen.


grafisch Super. Aber im spiel kommt bei mir frust auf (siehe Kommentare von chris110488): In Gefechten/Schlachten: Einige Einheiten führen Befehle nicht aus, obwohl voll motiviert. Sondereinheiten wie z.B. die Black Watch 42 Highland Regiment haben bis auf eine höhere motivation überhaut keine Vorteile. Artillerie besteht aus blinden, gehörlosen die trotz selectierten Ziel lustig in der Gegend ballern aber nur schwer das Ziel treffen.
Die Schlachten auf See na ja, wenn eine Brigg schneller ist als ein Linienschiff unter Vollzeug hat SEGA wohl zuviel Piraten der Karibik gesehen.
In den Kampagnen sind sehr gute Hintergrund Informationen über Napoleon und auch den Schlachten, aber ich finde die Komplexität der einzelnen Menüs z.B. Erweiterungen von Gebäuden oder Rekrutierungen sehr nervig. Da kommt schnell langeweile auf.
Im Mutiplayer hat man als newcomer kaum ein Chance, hier tummeln sich 5 Sterne Generäle die nur darauf warten dass so Blindgänger wie ich (1*) nieder gemacht werden.
Fazit: Ich will mein Geld wieder haben :0) Und bleibe bei Cossacks 2, auch wenn die Grafik nicht so toll ist.
Napoleon sieht echt gut aus Bin ein total war fan der ersten stunde, shogun, med1, med2. Sind so ziemlich konkurenzlose spiele. kenne nichts besseres in diesem sektor.
Leider muß ich ehrlich auch zugeben, das diese auch ein enormes suchtpotenzial haben. ich hab immer ewig davor gehangen, was mir gar nicht gut tat. Lasse daher seit empire auch die finger davon aus selbstschutz. Ich weiß genau dass ich mich eh nicht beherrschen würde, und dann wieder bis in die frühe durchzocken würde.
Napoleon: Total War im Test: Der
Empire-Nachfolger macht fast alles besser***
Trotz dieser Überschrift bekommt Napoleon TW eine schlechtere Wertung als Empire TW ?!?
lg
In der Tat. Leider ist hier auf der Webseite nicht die gesamte Überschrift zu sehen. Im Heft steht nämlich: "Der Empire-Nachfolger macht fast alles besser - nur am Umfang hapert's". Und genau das war auch der Hauptkritikpunkt im Test
Napoleon: Total War im Test: Der
Empire-Nachfolger macht fast alles besser***
Trotz dieser Überschrift bekommt Napoleon TW eine schlechtere Wertung als Empire TW ?!?
lg
Dann gebt mir und anderen aber bitte die Chance ein kleines DLC mit den 10 in der Imperial Edition vorhandene Einheiten zu kaufen, damit ich mir nicht für 50€ das ganze Spiel nochmal zu kaufen.