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  • Musikrezension: "Immersion" von "Pendulum" - Leser-Kritik von Urkeks

    "Ein ziemlicher Griff ins Klo" oder doch das "bisher beste Album"? Über das neueste Werk der australisch-britischen Drum'n'Bass-Band "Pendulum" wird in Fachkreisen stark diskutiert; Grund genug das neue Album "Immersion" und die Gruppe allgemein mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

    Das Cover des neuen Albums 'Immersion'. Stylisch, oder? Das Cover des neuen Albums "Immersion". Stylisch, oder? Quelle: pendulum.com Doch Moment: Wer ist eigentlich "Pendulum" und was bitte schon ist "Drum'n'Bass"? Nun, um diese Fragen, die ihr "Musikmuffel" euch sicherlich gerade alle gestellt habt, beantworten zu können, werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die frühen 1990er Jahre: Damals, als sich die DDR euphorisiert und voller Erwartungen endgültig auf den Weg Richtung Westen zur Wiedervereinigung machte und zugleich sämtliche Hoffnungen auf eine friedlichere Zukunft durch die Eskalation des Golfkriegs zerstört wurden, gab es auch einige bedeutende Entwicklungen in der Musikindustrie: Das noch recht frische Feld der Elektro-Musik explodierte während dieser Zeit regelrecht und wurde so zum "Versuchsobjekt" der Jugend; besonders auf Drängen der britischen Club-Szene, die noch bis heute am meisten Einfluss auf die Entwicklung der elektronischen Musik nimmt. So bedienten sich die bisherigen Unterkategorien immer wieder anderer Musik-Genres wie Hip-Hop, Techno oder Reggae, bis schließlich erste Experimente, die gängige Schlagzeugbeats mit dunklen Elektronik-Melodien verbanden, großes Aufsehen erregten. In der Folgezeit verfeinerte man diese Mischung immer mehr (für Kenner unvergessen: die legendäre Wiederauferstehung des charakteristischen "Amen Breaks") und gab diesem neuen Stil den Namen "Drum and Bass" (kurz: "Drum'n'Bass" oder auch "D'n'B"), hergeleitet von den beiden anfangs erwähnten Grundelementen. Ab Mitte der 1990er Jahre spaltete sich dann auch verstärkt diese Richtung immer weiter in diverse Subgenres auf, die oft ein "Step" im Namen aufwiesen (das "Step" ist an die Bezeichnung für einen bestimmten Drum-'n'-Bass-Rhythmus, der "Two Step" heißt, angelehnt) und erneut Elemente der großen Musik-Genres, z.B. des Jazz, aufgriffen.

    Überhaupt legt die Drum'n'Bass-Szene großen Wert auf ständige Weiterentwicklung, sodass es in regelmäßigen Abständen zu einer Häufung von Band-Neugründungen kommt. So geschehen anfangs der 2000er Jahre: Damals gründete sich unteranderem auch die australische D'n'B-Gruppe "Pendulum", die ein gutes Jahr nach ihrer Gründung, nämlich 2003, ihren Wohnsitz nach London verlegte. Anfangs machten sie vor allen Dingen durch ihre melancholischen Zwischenmelodien, die einen angenehmen Kontrast zu den üblichen Drum'n'Bass-Schleifen darstellten, und ihre außergewöhnlich gute Produktionsqualität auf sich aufmerksam. Im Jahr 2005 folgte dann den bisherigen Singleveröffentlichungen ihr erstes Studioalbum "Hold Your Colour", von dem insgesamt 4 Titel Top-100-Platzierungen in Großbritannien erreichten; das Interesse der Öffentlichkeit war geweckt. Als im Mai 2008 dann das zweite Album "In Silicio" veröffentlichte wurde, schoss dieses prompt auf Platz 2 der britischen Album-Charts und wurde von der Fachpresse regelrecht mit Lob überschüttet. Die Stücke waren sogar so beliebt, dass sie in einer Vielzahl von Video- und Computerspielen Verwendung fanden; die Single "Showdown" schaffte es sogar in die Verfilmung des Marvel Comics "The Punisher".

    Dementsprechend groß waren die Erwartungen an das 2010 erschienene Studioalbum "Immersion"; Erwartungen, die natürlich nicht alle erfüllt werden konnten. So kam es, dass die CD in der Presse zum Teil harsch kritisiert wurde und auch einige nicht so gute Kritiken erfuhr. Das Online-Magazin laut.de schrieb z.B. "Immersion ist, kurz gesagt, ein ziemlicher Griff ins Klo" und riet insgesamt vom Kauf ab. Die breite Öffentlichkeit aber zeigte sich größtenteils unbeeindruckt von diesen "Warnungen" und ließ das Album noch innerhalb der ersten Woche nach Veröffentlichung auf Platz 1 der britischen Album-Charts klettern. Und auch die Medien stellten sich nun mehrheitlich hinter das neuste Werk der Wahl-Briten; so sprach Mike Diver von der BBC in seiner Kritik vom "bisher besten Album" der Band und lobte besonders die hörbare Weiterentwicklung. Und die hat es in sich, denn "Pendulum" hat besonders in Sachen Songwriting derartige Sprünge gemacht, dass ihr Vorgehen beim ersten Studioalbum "Hold Your Colour", welches immerhin Platz 29 der offiziellen UK-Album-Charts erreichte, fast schon stümperhaft wirkt. So sind die Stücke nun wesentlich durchdachter aufgebaut und steigern sich eher langsam über die Zeit, als dass man (wie bei langweiligen 08/15-Popsongs á la Justin Bieber) von Anfang bis Ende mit 100% zugedröhnt wird. Der mit Abstand größte Pluspunkt ist aber die enorme Abwechslung auf der CD: Die Palette reicht von düsteren, hart hämmernden Bässen, die einen förmlich den Schädel einschlagen, über reinrassige Rockpassagen (schlichtweg genial: "Self vs. Self" mit den schwedischen Rockern von "In Flames") bis hin zu der Leichtigkeit und Unbeschwertheit eines Gute-Laune-Popsongs. Doch auch innerhalb der Stücke geht es kaum auch nur einen Takt lang gleich zu. So ist "Immersion" geprägt von zahlreichen Rhythmuswechseln, einer unglaublichen Vielfalt in der Instrumentierung und vereinzelten Soli, die den ansonsten eher deftigen Elektrosound etwas auflockern und dem Album die nötige Frische verleihen.

    Sind in Großbritannien auf Platz 1 der Album-Charts gestürmt: Die Jungs von der D'n'B-Gruppe 'Pendulum' Sind in Großbritannien auf Platz 1 der Album-Charts gestürmt: Die Jungs von der D'n'B-Gruppe "Pendulum" Quelle: pendulum.com
    Bevor ich aber jetzt endgültig meine eigene Meinung kundtue, bleibe ich noch einen kurzen Moment objektiv und fasse noch einmal die wichtigsten Fakten zu "Immersion" zusammen: Die CD beinhaltet 15 Titel mit einer Gesamtspielzeit von etwas mehr als 67 Minuten und kostet gerade mal schlappe 15 Euro. Produziert wurde das Album vom Sänger Rob Swire und dem Bassisten Gareth McGrillen höchstpersönlich. Zudem wirkten unteranderem auch der Songwriter der Rock-Band "Porcupine Tree", Steve Wilson, und Liam Howlett, der musikalische Kopf von "The Prodigy", an dem Album mit und steuerten die Titel "The Fountain" bzw. "Immunize" bei. Nun, ob ich "Immersion" weiterempfehle? Gute Frage, zwar habe ich persönlich die CD regelrecht verschlungen und musste sie nach dem Durchhören direkt ein zweites und ein drittes Mal einlegen, allerdings war es auch nicht die Offenbarung, die man nach "In Silicio" überall erwartet hatte. Anders gesagt: Diejenigen, die den Vorgänger geliebt haben, werden "Immersion" lediglich gut finden, und diejenigen, die "In Silicio" lediglich gut fanden, werden dieses Album lieben; für Genreneulinge eignet sich die CD aber auf jeden Fall (man sollte nur nicht gerade lärmempfindlich sein). "Gute Musik" ist eben immer noch eine Frage des persönlichen Geschmacks und über den lässt sich ja bekanntlich streiten.

    Hier nochmal ein Überblickür die bisherigen Veröffentlichungen von "Pendulum"

  • Es gibt 8 Kommentare zum Artikel
    Von Keksautomat
    Das freut mich. Aber was sucht das hier? a) auf der Seite Allgemein b) 2 Jahre NACH Release?Ich kauf mir doch keinen…
    Von Mothman
    Bin auch dafür die Themen der Leser-"News" mehr einzuschränken. Nichts gegen die Band, das Review und/oder den Autor…
    Von Dreadreaver
    Nix für Ungut, aber ihr solltet eure Artikel nicht 2 Jahre einfrieren bevor ihr sie postet.Sollte der Artikel erst vor…
    • Es gibt 8 Kommentare zum Artikel

      • Von Keksautomat Erfahrener Benutzer
        Zitat von Tominator7
        Ziemlich genau 2. Das schreibt er allerdings auch in der Kritik.

        Das freut mich. Aber was sucht das hier? a) auf der Seite Allgemein b) 2 Jahre NACH Release?
        Ich kauf mir doch keinen Schokoriegel und sag 4 Wochen meinen Kumpels, dass der ziemlich lecker war.
      • Von Mothman Erfahrener Benutzer
        Bin auch dafür die Themen der Leser-"News" mehr einzuschränken. Nichts gegen die Band, das Review und/oder den Autor.
        Aber ich erwarte hier doch keinen Musikalbum-Test. :-|
        Was kommt als nächstes? Vollmich-Hersteller-Test? 
      • Von Dreadreaver Neuer Benutzer
        Nix für Ungut, aber ihr solltet eure Artikel nicht 2 Jahre einfrieren bevor ihr sie postet.
        Sollte der Artikel erst vor Kurzem geschrieben sein ... DAFUQ?
        Haltet euch doch bitte bei aktuellen Themen auf und wenns schon Musik sein soll auf PCGames, dann bitte BRANDneue.
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Musikrezension: "Immersion" von "Pendulum" - Leser-Kritik von Urkeks
"Ein ziemlicher Griff ins Klo" oder doch das "bisher beste Album"? Über das neueste Werk der australisch-britischen Drum'n'Bass-Band "Pendulum" wird in Fachkreisen stark diskutiert; Grund genug das neue Album "Immersion" und die Gruppe allgemein mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
http://www.pcgames.de/Musikindustrie-Thema-217214/Specials/Musikrezension-Immersion-von-Pendulum-Leser-Kritik-von-Urkeks-886701/
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