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  • Mortal Online MMORPG: Viel Gutes für zu viel Zeit - Leser-Test von Shackelton

    Das seit einiger Zeit existierende MMORPG Mortal Online ist ein Sandbox-MMORPG, welches vom schwedischen Entwicklerstudio Starvault in Kombination mit seinen Spielern kontinuierlich weiterentwickelt wird. Nicht nur sein "First-person" Design sondern auch viele andere Aspekte machen es tatsächlich einzigartig am derzeitigen MMORPG-Markt.

    Sandbox-MMOs sind im Grunddesign dafür gedacht, eine offene Welt samt offener Geschichte zu bieten. Starvault griff diese Idee auf und entwickelte Mortal Online. Kurz zusammengefasst ist Mortal Online (MO) ein "First-Person"-MMO im Mittelalterstil und Echtzeitablauf. Die Grundzüge dieses Spiels sind also, dass man tatsächlich einen Charakter lebensgetreu spielt. Das heißt, dass man seinen Character ernähren muss, dass man seinen Charakter schlafen lassen muss, dass man für ein Haus Unterhaltskosten hat, dass im Kampf die Bewegungen/Schläge/Magie selber gesteuert werden (jawohl, sinnloses Tastenklopfen gibts hier nicht), dass man sich seine Ausrüstung selber herstellen bzw. zusammenkaufen muss, dass man, wenn man einen Kampf verliert, all seine Ausrüstung verliert und diese wieder herstellen bzw. beschaffen muss; kurzum, man versucht es nahe an der Realität zu halten.

    "Hört sich vom Grundprinzp wie Darkfall an," mögen manche jetzt sagen. Mitnichten. Starvault setzt bei MO auf eine Mittelalter-Realitätsgraphik, die auf den ersten Blick einfach aber nicht unansprechend daherkommt. Die Proportionen sind stimmig, es gibt keine Granat-oder Flammenwerfer (grundsätzlich gibt es kein Schwarzpulver), man hat zu keinem einzigen Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendein anderes MMO hier Einfluss gefunden hat... Kurz zusammengefasst, es kommt schnell Atmosphäre auf. Wenn man das Spiel beginnt, bemerkt man schnell, dass MO es in sich hat. MO ist definitiv NICHT selbsterklärend, denn um überhaupt einmal zu verstehen, wie man an Ausrüstung kommt bzw. sich diese selber herstellt, bedürfte es eines ausführlichen Studiums der Mortal-Wiki Seiten. Als Anfänger in diesem Spiel ist dies kaum bis gar nicht zu verstehen.

    Auch wenn man das Thema Ausrüstung erst einmal beiseite lässt und sich gleich mit der Basisausrüstung in Kampf stürzt, stellt man schnell fest, dass man zum einen gleich Kanonenfutter ist, und zum zweiten, die Talente, die man eigentlich gerne hätte, gar nicht in der Liste der zu steigernden Talente aufscheinen. Für die muss man nämlich Bücher kaufen, die muss man lesen, das dauert... Vor allem bleibt dann noch die Frage, wieviel Talentpunkte ich jetzt in das Lesen investiere, denn die sind begrenzt. Kann eigentlich der Charakter, der kämpft, auch "Crafter"-Eigenschaften haben? Wie man recht schnell erkennt, sind gleich zu Anfang unheimlich viele Fragen da, die man eigentlich schnell geklärt haben sollte, denn eines steht dabei fest: nur wer schnell den Einstieg schafft, hat auch Spaß am Spiel. Und hier setzt ein Grundpfeiler von Starvault an: MO ist ein "One-Server-MMO". Heißt, die gesamte Spielerpopulation trifft sich auf diesem Server und Starvault will und braucht eine aktive Spielergemeinschaft.

    Die Mittelalter-Realitätsgrafik ist überzeugend und stimmig zum Gesamtkonzept Die Mittelalter-Realitätsgrafik ist überzeugend und stimmig zum Gesamtkonzept Quelle: Starvault Somit sind Gilden bzw. nette Mitspieler der einzige Weg, schnell den Einstieg in MO zu schaffen, wobei Gilden zu finden in der Regel kein Problem ist. Schnell bekommt man viel erklärt, wobei ich gleich dazu sage, dass man sich selbst ca. eine Woche geben sollte, um mal das ganze "Crafting" und dann noch halbwegs das Kampf- bzw. Magiesystem durchblickt zu haben. Bei beiden letzteren heißt es regelmäßig üben, üben und nochmals üben, denn es braucht wirklich Training und Übung Kämpfe vor allem gegen stärkere Gegner zu gewinnen. Nun denn geht es dann auch darum, den Charakter in die gewünschte Körperform (durch Essen und Schlafen) zu bringen, denn das gibt, je nach Art Modifikationen. Schließlich müssen wir dann auch am Anfang unsere Gilden um Geld für Bücher und dann auch die Ausrüstung direkt anhauen. Bis zu diesem Punkt hört sich alles ganz proper an und spielt sich auch mit einer großen Faszination.

    Nun ist man also ein paar Tage dabei und der jeweilige Gildenanführer hat einer anderen Gilde den Krieg erklärt, was in MO nicht ungewöhnliches ist, sondern nur heißt, daß man das Territorium der jeweils anderen Gilde erobern will. Das passiert allerdings nicht von jetzt auf gleich, und so sind regelmäßige Scharmützel oder Schlachten, wobei 100 Teilnehmer da nicht unbedingt eine Seltenheit sind, nichts ungewöhnliches bevor es zur eigentlichen Burgbelagerung der jeweils anderen Gilde kommt. Hat man bei einer solchen Schlacht oder auch einem Kampf teilgenommen und wurde getötet, ist es recht selten, daß einen Gildenfreund die eigene Ausrüstung hat aufheben können und sie einem an einem Wiederbelebungspunkt zurückgeben kann. Das heißt, man muss wieder die Gilde anhauen oder selber craften. Und nun kommt die eigentliche Crux dieses Spiels: MO braucht vom Spieler einen unglaublichen Zeitaufwand. MO ist kein Spiel, wo man sich am Abend hinsetzt und sagt: Ok, ich spiel jetzt mal 2 Stunden. Der effektive Aufwand, vor allem um aktiv (jetzt nicht mit der Absicht Materialbeschaffung oder -Herstellung) am Spiel teilnehmen zu können ist gewaltig und stark von der Gilde abhängig, in der man sich befindet.

    Und genau hier setzt die eigentliche Kritik an diesem Spiel an. MO ist ein gutes Spiel, mit vielen neuen und innovativen Ideen, wo Spieler eine starke und aktive Rolle in der Gestaltung dieses Spiels haben, es bietet Atmosphäre und es ist in seiner Form einzigartig. Dennoch ist der Zeitaufwand, den ein Spieler hat, um in diesem Spiel eine aktive Rolle einzunehmen unverhältnismäßig und inakzeptabel für Leute mit Jobs oder Familie. Leider bietet MO wenig Raum für Autonomie, sodass individuelle Spielweisen fast völlig unmöglich erscheinen. Man ist halt eben Mitglied der "Gildenfamilie". Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Starvault zwar regelmäßig das Spiel updated, dies aber erfahrungsgemäß bis zu 3 bis 4 Tage danach noch regelmäßig nach jedem Update zu Servercrashes führt, was das Spiel leider sehr instabil macht und auch erfahrungsgemäß leider sehr anfällig für Hacks.

    Zusammenfassend kann ich trotz der oben beschriebenen Problematik sagen, daß ich es unglaublich genossen habe, Mortal Online zu spielen. Alleine schon deswegen, weil es mit so vielen innovativen Dingen aufwartet. Auch die einzigartige Atmosphäre war super. Der Zeitfaktor ist dennoch der Dominierende für Menschen wie mich, die eben nicht 6 Stunden pro Tag mit einem PC Spiel zubringen können. In Summe bleibt zu wünschen, dass z.B. Arenanet (Guild Wars 2) oder andere Entwicklerstudios mal einen Blick in dieses Spiel werfen, um zu sehen, dass Innovation und Kreativität Spiele in einem vermeintlich so hart umkämpften Markt deutlich und gut platzieren.

    Mortal Online

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Shackelton
    33 %
    Multiplayer
    100%
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    5/10
    Atmosphäre
    10/10
    PC GAMES
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Mortal Online
    Mortal Online
    Developer
    Star Vault AB

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Mortal Online
Mortal Online MMORPG: Viel Gutes für zu viel Zeit - Leser-Test von Shackelton
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http://www.pcgames.de/Mortal-Online-Spiel-23788/Lesertests/Mortal-Online-MMORPG-Viel-Gutes-fuer-zu-viel-Zeit-Leser-Test-von-Shackelton-872797/
14.03.2012
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2012/03/Mortal_Online_02.jpg
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