Feedback: Midnight Club 2
Florian Jesse ist Webmaster von live-for-speed.de
Mit 130 durch eine enge Kurve? Kein Problem. Das Fahrmodell in Midnight Club 2 ist äußerst einfach gehalten, man braucht kaum Übung, um schnell in den Genuss des genialen Geschwindigkeitsgefühls zu kommen. Das finden auch die PC Games-Leser - und so gehört die actionlastige Fahrphysik zu den am häufigsten genannten Stärken des Arcade-Rennspiels. Negativ aufgefallen ist neben der schwachen Inszenierung der Story vor allem der stellenweise zu knackige Schwierigkeitsgrad: Insbesondere wenn die Gegner ein überlegenes Auto fahren, braucht man häufig vier oder mehr Versuche. Neben weiteren Lesermeinungen und der Umfragenauswertung finden Sie auf dieser Seite ein Interview mit einem echten Rennspiel-Enthusiasten: Florian Jesse fährt seit über zwölf Jahren am PC und betreut die Fanseite live-for-speed.de. Im Gespräch mit PC Games äußert er sich unter anderem über den besonderen Reiz von Arcade-Rennspielen und Simulationen sowie die Entwicklung des Motorsport-Genres im Lauf der letzten Jahre.
4 fragen an den Rennspielfan
80 Prozent aller Umfragebeteiligten würde Midnight Club 2 weiterempfehlen.
Florian Jesse ist Webmaster von live-for-speed.de.
PC Games: Worin liegt deiner Meinung nach die Faszination einerseits von Arcade-Rennspielen und andererseits von akkuraten Simulationen begründet?
Jesse: "Die Faszination bei Arcade-Racern liegt ganz klar im hohen Spielspaß und dem Geschwindigkeitsgefühl. Bei Arcade-Spielen kann man Dinge tun, die in der Realität nicht möglich wären. Außerdem sind solche Titel oftmals einsteigerfreundlicher: Man muss nicht erst stundenlang trainieren und braucht auch kein Physik-Diplom, um an den Setups herumzubasteln und mit den Gegnern mithalten zu können. Bei Simulationen liegt die Faszination in der beeindruckenden Realitätsnähe. Dank der Rechenpower heutiger PCs sind die Spiele so realistisch wie nie zuvor. Die Wagen verhalten sich genauso, wie man es auch in der Realität erwarten würde. So kann man in LFS sogar sehen, wie sich der Luftdruck auf die Verformung der Reifen auswirkt."
PC Games: Was hältst du bei einem Rennspiel - ob nun realistisch oder nicht - für das Wichtigste?
Jesse: "Das Renn-Feeling muss richtig übermittelt werden. Sei es bei Arcade-Rennspielen, wenn man sich im High-Speed-Kampf mit den Gegnern befindet, oder bei Simulationen, wenn man dank einer neuen Setup-Einstellung seine Rundenzeit verbessert. Auch das ganze Drumherum muss natürlich stimmen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Crammonds Grand Prix-Serie, bei der man sich wie ein echter F1-Fahrer fühlt und die ganze Atmosphäre des Rennzirkus gut rüberkommt."
PC Games: Wie sieht deiner Einschätzung nach die Zukunft des ehrgeizigen Independent-Projekts Live for Speed aus?
Jesse: "Obwohl die Entwickler keinen großen Publisher im Hintergrund haben, glaube ich, dass das Spiel großen Erfolg haben wird. Durch das erfolgreiche Vertriebskonzept über das Internet und den engen Kontakt der Entwickler zu ihren Fans ist Live for Speed bereits jetzt in der Rennspielszene sehr bekannt. Allerdings wird es wohl immer ein Nischenprodukt bleiben, da die Masse der Spieler durch den hohen Schwierigkeitsgrad abgeschreckt wird."

