Metro: Last Light (PC)

Release:
17.05.2013
Genre:
Action
Publisher:
Deep Silver (DE)

Metro: Last Light im Test - Primus in Sachen Atmosphäre und Technik, aber Nachhilfe im Shooter-Teil nötig - Ab heute im Handel

17.05.2013 13:45 Uhr
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22°
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Mit einer fantastischen Grafik und erstklassigen Effekten steckt Metro: Last Light seinen Vorgänger Metro 2033 locker in die Tasche. Doch kommt das Herzstück des Spiels - der Ego-Shooter-Teil - leider nicht ohne KI-Altlasten aus. Wo die Stärken und Schwächen des atmosphärischen Endzeit-Abenteuers liegen, verraten wir euch im Test.


Metro: Last Light im Test - Als Shooter hat es Macken, ansonsten präsentiert sich der Metro-Nachfolger besonders atmosphärisch. (63) Metro: Last Light im Test - Als Shooter hat es Macken, ansonsten präsentiert sich der Metro-Nachfolger besonders atmosphärisch. (63) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Welch bittere Folgen ein Atomkrieg für die überlebende Bevölkerung von Moskau hat, beschreibt der russische Autor Dmitri Alexejewitsch Gluchowski eindringlich in seinem Bestseller Metro 2033. Verstrahlung, grässliche Monstermutationen, eine verseuchte Erdoberfläche. Doch die Menschheit hat nichts daraus gelernt. In den unterirdischen Tunneln der Moskauer Metro-Anlagen herrscht ein gnadenloser Kampf um Ressourcen. Politische Territorien sind knallhart abgesteckt und Gewalt gehört zur Tagesordnung.

Gluchowski schuf damit eine perfekte Vorlage für den düsteren Shooter Metro 2033, der im Frühjahr 2010 erschien. Zu den markantesten Merkmalen des Shooters zählten die detaillierte Spielwelt mit ihrer beeindruckenden Grafik und die äußerst ernste, bedrückende Erzählung. Das Shooter-Gameplay zeigte sich solide, hatte aber mit KI-Mängeln zu kämpfen. Jetzt stellt sich der Nachfolger unserem Test.

Das hat uns gefallen

Beklemmend: Die Story

Metro: Last Light knüpft ein gutes Jahr nach den Ereignissen des Vorgängers an. Der Spieler schlüpft erneut in die Haut des Helden Artjom, der von dunklen Visionen und Albträumen geplagt wird. Schließlich war er für den Atomschlag gegen die "Dark Ones" – die Schwarzen – in Metro 2033 verantwortlich. Dabei handelte es sich um eine Art neue Evolutionsstufe menschlicher Mutanten, welche die Metro-Bewohner für eine Bedrohung hielten. Dies stellte sich aber jedoch als Trugschluss heraus. Gleich zu Beginn zeigt Metro: Last Light mit einer kurzen Rückblende, dass ihr es nicht mit einem strahlenden Superhelden, sondern eher mit einer tragischen, menschlichen Figur zu tun habt.

Um erfahrene Metro-Spieler schnell in die Welt abtauchen zu lassen, trifft man mit NPC Khan schon nach wenigen Minuten auf einen alten Bekannten. Das gilt auch für etliche andere Charaktere, denen Artjom begegnet. Die Spielwelt selber nimmt einen sofort gefangen, schon bei der ausgiebigen Tutorial-Tour durch die erste Metro-Station erzeugt Entwickler 4A Games mächtig viel Atmosphäre. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken: Die Bewohner führen Unterhaltungen, denen man in aller Ruhe zuhören sollte. So verraten sie dem Spieler doch einiges über die Spielwelt, über Details zum Vorgänger, ja geben sogar nützliche Hinweise für den weiteren Spielverlauf. Außerdem gilt es, etliche moralischen Entscheidungen zu treffen und rein optionale Hilfs-Missionen zu tätigen: Wer alle aufstöbert und entsprechend erfüllt, bekommt zum Schluss eine alternative Endsequenz zu sehen.

Erschreckend gut: Die Atmosphäre der Spielwelt

Viele Momente im Spiel treffen einen unvermittelt und hart, rütteln an der menschlichen Moral. Etwa, wenn ihr ein Gefängnis der Faschistenpartei "Das Reich" erkundet. Darin werden Menschen wie Tiere in Käfigen gehalten und exekutiert, nur weil deren Kopfmaße nicht der Norm entsprechen. Sofort möchte man etwas dagegen unternehmen können. Hier und da ist das auch im Spiel möglich, aber nicht oft genug. Viele Szenen muss man als Spieler in Metro: Last Light schlichtweg hinnehmen, was die Bedrohlichkeit im Spiel jedoch unterstreicht. Das gilt erst recht, wenn ihr anhand von Artjoms Flashbacks die letzten Minuten einiger Bewohner vor dem Atomkrieg mit erlebt. Metro: Last Light zeigt eine beklemmende, erschreckende Welt, in der man sich regelrecht ängstigen muss. Für diese äußerst düster wirkenden Momente sorgen vor allem die erstklassige Grafik und die stimmigen Soundeffekte.

Beim Erkunden von alten Metro-Stollen ekelt man sich förmlich vor den dicken Spinnweben, in denen fette Achtbeiner gruselig umherkriechen. Doch das ist nichts im Vergleich dazu, wenn man zum ersten Mal den mutierten Riesenspinnen begegnet. Wer an Arachnophobie und Fahrstuhlklaustrophobie leidet, dem stehen einige schaurige Momente im Spiel bevor. Metro: Last Light geizt nicht mit Schockeffekten, setzt sie aber nicht übertrieben, sondern gut dosiert ein, sodass man auch mal entspannt aufatmen kann. Auch der Sound passt super, immer wieder hört man urplötzlich unheimliche Geräusche, was die Gruselstimmung verstärkt.

Wenn man das erste Mal ins gleißende Licht an der Oberfläche tritt, verschlägt es einem fast den Atem angesichts der Grafikpracht. Abgefahren sind Details wie etwa die Regentropfen und Schlammpartikel, die bei Bewegung der Figur auf das Glas der Atemschutzmaske spritzen. Per Druck auf die G-Taste wischt sich Artjom die Sichtbehinderung kurzerhand vom Visier – toll gemacht. Die Optik hat allerdings ihren Preis. Ohne eine aktuelle Grafikkarte mit reichlich Video-RAM und ohne eine pfeilschnelle CPU müsst ihr in den Optionen die Qualität kräftig runter schrauben, um ein flüssiges Erlebnis zu haben. Aber auch mit niedrigeren Details und weniger Effekten sieht Last Light immer noch sehr gut aus.

09:54
Metro: Last Light - Test des Shooters mit KI-Macken und 1A-Atmosphäre
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Gut ausgestattet: Die Ausrüstung und Waffen

In Sachen Komfort haben die Entwickler im Vergleich zum Vorgänger leicht nachgebessert. So ist etwa die verbleibende Zeit, bis ein Atemfilter unbrauchbar wird, nun direkt an Artjoms Uhr ablesbar. Diese Anzeige habt ihr bei normaler Bewegung stets im Blick. Der lästige Druck auf die T-Taste, um die Uhr aufzurufen, entfällt damit. Generell ist die Benutzeroberfläche wie schon in Metro 2033, sehr schlicht gehalten, um möglichst viel von der Spielwelt zu zeigen. Geblieben sind dagegen das spartanische Missions-Journal mit integriertem Kompass und das Feuerzeug sowie das Batterie-Aufladegerät. Das Inventar beschränkt sich weiterhin auf drei Hauptwaffen, die ihr gleichzeitig tragen könnt. Dazu dürft ihr noch eine Handvoll verschiedener Granaten, Minen und Wurfmesser bei euch führen.

Die Schusswaffen lassen sich bei den Händlern im Spiel modifizieren. So dürft ihr Anpassungen an Lauf und Mündung vornehmen oder euch für eine Zieloptik entscheiden. Gezahlt wird wie gehabt mit Patronen der Militärmunition, die ihr in den Levels verteilt aufstöbert. Im Vergleich zu Metro 2033 hatten wir, zumindest auf den Schwierigkeitsgraden Normal und Hardcore nur höchst selten Munitionsmangel, auch nicht an der "Währungsmunition". Schon nach kurzer Zeit konnten wir unsere drei Waffen im Inventar komplett modifizieren. Danach hatten wir bis zum Spielende stets Militärpatronen im Überfluss, da es nicht nötig war, andere Waffen oder Modifikationen auszuprobieren. Wir sind gespannt, wie sich das im Ranger-Modus anfühlt, in dem es deutlich weniger Munition und auch Filter für die Atemschutzmasken zu finden gibt. Dieser Spielmodus war in der Testversion allerdings noch nicht enthalten.

Ballern oder Schleichen? Beides ist möglich!

Wie viel ihr in Last Light ballern möchtet, könnt ihr durch eure Spielweise weitestgehend selbst bestimmen. Denn wie schon im Vorgänger sind Schleichpassagen möglich, diese funktionieren jetzt aber deutlich besser. So lassen sich jetzt viel mehr Lichtquellen löschen oder zerstören, sodass man in der Dunkelheit unbemerkt an Gegnern vorbeikommt. Dank einer jederzeit sichtbaren Helligkeitsanzeige wisst ihr stets, ob euch feindliche Wachen sehen, wenn ihr gebückt von einer dunklen Ecke zur nächsten huscht. Zudem braucht ihr die so wichtigen, weil lautlosen Wurfmesser nun nicht mehr separat im Inventar auswählen, sondern werft sie quasi nebenbei mit einem Druck auf die entsprechende Taste.

Die Feuergefechte selber erschienen uns beim Durchspielen spürbar fairer als in Metro 2033. Dort hatte man es öfter mit knüppelharten Abschnitten zu tun, die nicht selten für regelrechten Frust sorgten. Das verspürten wir in Metro: Last Light überhaupt nicht.

Infos zur PC-Technik von Metro: Last Light

03:27
Metro Last Light: PC-Technik analysiert - Tessellation, PhysX und Ruckler
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Redakteur
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17.05.2013 13:45 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
11.06.2013 01:07 Uhr
Zitat: (Original von stefanzu;9594536)
ist es möglich das man für die physx efekte eine zweite grafikkarte für die Berechnungen benutzen kann?


Theoretisch schon, aber das ist mit Tricksen Verbunden und mehr nötig als nur mal eben seine Alte GT8800 in den Rechner zu stekcen
Bewertung: 0
10.06.2013 20:54 Uhr
ist es möglich das man für die physx efekte eine zweite grafikkarte für die Berechnungen benutzen kann?
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
22.05.2013 01:14 Uhr
Also mein erste Playtrough war ein Ballerplaytrough auf Hardcore Easy. Muss sagen was die KI angeht wenn man sich durchballert ist sie excellent. Sie reagiert schnell ist sehr zielgenau und tötet dich in Sekunden. Auch wirft sie oft Granaten wenn man campt die mich schon so oft getötet haben. Muss aber…

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