Metro 2033 im Test: Der Endzeit-Shooter ehemaliger STALKER-Macher punktet mit guter Story
Seit 20 Jahren hausen die Menschen in der Moskauer U-Bahn. Zu Beginn des Spiels verlassen wir unsere enge, aber für die letzten Überlebenden der nuklearen Katastrophe liebevoll und gemütlich eingerichtete Heimatstation.
Metro 2033 spielt in der Moskauer U-Bahn. Dort kostet eine Fahrt gerade mal 25 Rubel (umgerechnet 62 Cent). Die Züge flitzen tagsüber etwa alle drei bis vier Minuten. Ebenso weit liegen die einzelnen Stationen zeitlich auseinander. Anno 2033 braucht der 20-jährige Artjom länger. Und er bezahlt für so eine Fahrt, wenn es blöd läuft, auch mehr. Allerdings nicht mit Geld. Denn der Rubel rollt im Moskau der Zukunft schon lange nicht mehr. Auch die Züge stehen still. Wer wie Artjom von einer Station zur nächsten will, legt die Entfernung zu Fuß oder mit einem Schienenwagen, der sogenannten Draisine, zurück. Meistens allein. Und meistens durch die sehr dunklen Tunnels.
Eine andere Reisemöglichkeit bietet sich in der düsteren Vision des Jahres 2033 auch gar nicht an. Moskau liegt nach einem nuklearen Desaster – wie auch der Rest der Welt – in Schutt und Asche. Die farblosen Ruinen der einst prächtigen Hauptstadt beheimaten nur noch blutrünstige Mutanten. Die Luft ist vergiftet, die Temperatur liegt wegen des nuklearen Winters tief unter dem Gefrierpunkt. Die letzten Überlebenden fanden Schutz in den wie Atombunker gebauten U-Bahn-Stationen. Doch auch dort ist es nicht sicher. Immer wieder dezimieren Mutantenangriffe die ohnehin knappe Restbevölkerung von Moskau.
Jene Angriffe sowie das vermehrte Auftauchen der geheimnisvollen „Schwarzen“ veranlassen Artjom dazu, seine Heimatstation zu verlassen und an einer anderen Station um Hilfe gegen die Bedrohung zu bitten. Wer oder was die „Schwarzen“ sind, ist kaum bekannt. Aber sie verfügen über telepathische Kräfte, was sie besonders gefährlich macht.
Die Uhr zeigt Ihnen, wie lange Sie noch im vergifteten Moskau bleiben dürfen, bevor die Gasmaske versagt.
Bildschirmanzeigen? Fehlanzeige!
Keineswegs neu, aber immer noch ungewöhnlich: Viele Elemente der Benutzeroberfläche von Metro 2033 kommen ohne Symboleinblendungen aus. Während des Spiels sehen Sie nur selten Bildschirmanzeigen. Metro 2033 blendet sie gelegentlich ein, etwa beim Waffenwechsel, beim Nachladen oder wenn Sie bei einem Händler Schießprügel, Munition oder Medipacks einkaufen. Sonst aber reißen höchstens die (abschaltbaren) Untertitel den Spieler aus dem Geschehen.
Dennoch wissen Sie, wie viel Munition Ihnen noch übrig bleibt. Bei vielen Waffen kann man direkt sehen, wie voll das Magazin ist. Ferner lesen Sie an den Glasbrüchen in Ihrer Gasmaske deren Zustand ab. Die Atemgeräusche des Helden verraten, ob Sie schleunigst den Maskenfilter wechseln sollten – oder auch Artjoms Uhr, die Sie jederzeit mit einem Tastendruck herausholen dürfen. Das aktuelle Missionsziel steht auf einem alten Notizblock, den der Protagonist ebenfalls nach einem Tastendruck des Spielers herausholt. Und wenn es gerade zu dunkel zum Lesen ist, machen Sie mit der linken Maustaste das Feuerzeug des Helden an und beleuchten damit seinen Notizblock samt näherer Umgebung. Sie merken schon, die Benutzeroberfläche gliedert sich weitgehend fließend in die Spielwelt ein.
Der Endzeit-Ego-Shooter versetzt den Spieler in eine erstaunlich authentische Spielwelt. Auf Artjoms, sprich auf Ihren Reisen lernen Sie, in dieser Welt zu überleben. Beispielsweise kommen Sie an einer fast verlassenen Station an, deren Bewohner – Männer, Frauen und Kinder – auf wenigen Quadratmetern hausen und sich verzweifelt gegen die Eindringlinge von außen wehren. Als Sie die Station durchqueren und auf der anderen Seite wieder auf die verseuchte Erdoberfläche gelangen, tappen Sie fast in die Hände von einem knappen Dutzend Soldaten, das die Station angreifen will. Das „dreckige Dutzend“ gehört den russischen Rechtsradikalen an. Deren Ziel: ihren Einfluss in der U-Bahn von einigen wenigen Stationen auf das gesamte Schienennetz erweitern.
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Wenn ich einen GameWunsch freihab, dann bitte das!
@LemminG92 und die anderen Buchleser (evntl SPOILER)
Das mit den Sternen am Kremel, dem Ende und den Kleinigkeiten die noch so fehlen ist natürlich superschade, grade die Sterne, aber eine Buchumsetzung in der alle Details stimmen ist ja wohl auch Utopie
(Einzige Änderung: Meine Steam-Zeitanzeige sagt mir, dass ich 12 Stunden für das Spiel gebraucht habe. Auch wenn ich kurze Pausen im Menü (, die dazugezählt werden) abziehe, bleibe ich bei über 10 Stunden.
Ich verstehe gar nicht, wie man so schnell spielen kann... 7 Stunden? Puh... 9.. ja, ok, wenn ich mich beeile vielleicht 8. Aber dann nochmal eine ganze Stunde weniger? Hui.
Auf der anderen Seite aber stimme ich Alexander Frank zu:
"Übrigens: Versuchen Sie nicht, den Titel als strikte Umsetzung der Buchvorlage zu sehen. Sehen Sie ihn lieber als einen eigenständigen Ego-Shooter. Denn große Teile des Buches kann man einfach nicht am Bildschirm nachstellen."
Vollkommen richtig. :)
Kurzes Statement zur Spielzeit: Die Wahrheit ist, ich kann sie nicht mehr einschätzen, weil ich Metro jetzt schon 2 mal durchgespielt habe. Insgesamt hab ich 18.8 Stunden Spielzeit. Das erste Mal hab ich auf Böse durchgespielt, das dürfte ca. 7 Stunden gedauert haben, weil ich ziemlich durchgerannt bin durch einige Levels. Dann hab ich das Buch gelesen und wollte Metro unbedingt nochmal spielen. Dann hab ich auf Gut gespielt und das Spiel regelrecht aufgesaugt. Dadurch kamen dann auch gut 12 Stunden zustande
Zu Alex' Meinung: Er hat ja Recht, viele Kapitel des Buches lassen sich nicht nachstellen. Aber als ich an der Bibliotheka imeni Lenina war und zum Kreml geschaut hab, hatte ich schon gehofft das die Sterne wenigstens leuchten, nicht nur grau-blass oben aufgesetzt sind. Das sind so winzige Details die mich persönlich gestört haben.
Andernfalls muss man ja auch zugeben, das gerade die Kreaturen sehr gut umgesetzt wurden. Die "Hunde" an der Oberfläche, die Bibliothekare, alles sehr akkurat umgesetzt.
(Einzige Änderung: Meine Steam-Zeitanzeige sagt mir, dass ich 12 Stunden für das Spiel gebraucht habe. Auch wenn ich kurze Pausen im Menü (, die dazugezählt werden) abziehe, bleibe ich bei über 10 Stunden.
Ich verstehe gar nicht, wie man so schnell spielen kann... 7 Stunden? Puh... 9.. ja, ok, wenn ich mich beeile vielleicht 8. Aber dann nochmal eine ganze Stunde weniger? Hui.
Auf der anderen Seite aber stimme ich Alexander Frank zu:
"Übrigens: Versuchen Sie nicht, den Titel als strikte Umsetzung der Buchvorlage zu sehen. Sehen Sie ihn lieber als einen eigenständigen Ego-Shooter. Denn große Teile des Buches kann man einfach nicht am Bildschirm nachstellen."
Vollkommen richtig.