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  • Ein scheinheiliger Engel

    &lt;SPAN&gt;SALTO MORTALE Hier verl&auml;sst Bob gerade einen ausgedienten Wirtsk&ouml;rper.&lt;/SPAN&gt; <SPAN>SALTO MORTALE Hier verlässt Bob gerade einen ausgedienten Wirtskörper.</SPAN> Die erlösungshungrige Spielerschar musste bis zum Anbruch des neuen Millenniums warten, bis Shiny endlich Bob auf die Erde sandte, auf dass die kleine Putte den irdischen Sündenpfuhl vom Laster befreie. Wir klären im folgenden Testbericht, ob der Wonneproppen ein echter Messias oder doch nur ein falscher Prophet ist.
    Fast drei Jahre lang währte die Entwicklung von Messiah, das Chef-Designer und Shiny-Präsident Dave Perry noch im vergangenen Jahr als technische und spielerische Revolution anpries. Rechtfertigen konnte er diese Lobhudelei zum einen mit dem ungewöhnlichen Spielprinzip seines Hätschelkindes, zum anderen bot die verwendete Grafikengine Möglichkeiten, von denen die meisten Mitbewerber nur träumen konnten. Doch bevor hier die Vorzüge von Texture Video Streaming und Flexibler Polygonberechnung gepriesen werden, sollen Nichteingeweihte erst einmal erfahren, was ein Windelschisser wie Bob in einem knallharten Action-Adventure zu suchen hat.
    Damit der kleine Kerl in den Genuss richtiger Erzengelsschwingen kommen kann, muss er sich auf der Erde bewähren. Ausgerüstet mit Windel, Pausbäckchen und einem Paar Stummelflügelchen, watschelt Bob durch die Straßen einer bedrohlichen Großstadt und weiß kaum, wie er das erste von über zwei Dutzend Missionszielen erfüllen soll. Glücklicherweise besitzt er die Gabe, von anderen Körpern Besitz ergreifen zu können, was er so bewerkstelligt, dass er einfach in den jeweiligen Menschen hineinfliegt. Daraufhin verfügt der sonst so schwache Bob über die Fähigkeiten der jeweiligen Person, das heißt, er kann auf einmal prima mit einer fetten Wumme umgehen, wenn er etwa einen Polizisten übernommen hat. Sollte ein Dritter Augenzeuge dieser Metamorphose werden, dann hat Bob allerdings nichts zu lachen: Handelt es sich bei diesem Zuschauer beispielsweise um einen weiteren Polizisten, dann eröffnet dieser gleich das Feuer, da sich rasch die Ankunft des Cherubs auf der Erde unter den Menschen verbreitet hat, worüber die Behörden gar nicht erfreut sind. Wird Bob in der Haut eines Menschen derart unfreundlich begrüßt, dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als entweder das Weite zu suchen oder gleichfalls von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Sollte er in seiner eigentlichen Gestalt verletzt werden, dann kann er seine Lebensenergie dadurch wieder erneuern, dass er dem Körper Energie entzieht, in dem er sich gerade befindet. Immer lässt er jedoch einen Rest von 10% übrig, damit sein Wirt nicht das Zeitliche segnet. Auf der leichtesten der drei Schwierigkeitsstufen kann Bob nur dann verletzt werden, wenn er sich außerhalb eines menschlichen Körpers befindet. Dementsprechend ist es häufig taktisch klug - wenn auch moralisch gewiss nicht ganz unbedenklich -, dass sich Bob in Gestalt etwa eines Wachmann von einem hohen Gebäude fallen lässt, um den Menschen durch den Sturz zu töten und mit ihm dadurch quitt zu werden. Obwohl die Steuerung zunächst ein wenig hakelig wirkt, gewöhnt man sich recht schnell an das rasche Besitzergreifen verschiedener Körper, was von Mal zu Mal leichter zu bewerkstelligen ist. Der Held wird auf einfache Weise mit einer kombinierten Maus-/Tastatursteuerung gelenkt, wobei die Kamera beim Heranzoomen automatisch in die Ich-Perspektive umstellt.
    Außer zum Kämpfen benötigt Bob seine Verwandlungsfähigkeit, um Maschinen zu bedienen, Türen zu Öffnen oder um einfach unbehelligt flanieren zu können. So muss der Engel zum Beispiel in den Körper eines Nukleartechnikers schlüpfen, um in einem Atomforschungstrakt tätig zu werden, der nur mit entsprechendem Schutzanzug betreten werden kann. Einige Passagen sind allerdings nur zu meistern, wenn Bob in seiner Engelsgestalt auftritt, da er nur so in der Lage ist, zumindest kurze Strecken fliegend zu überbrücken. Auch einige enge GÄnge kann der Held nur passieren, wenn er sich als himmlisches Kindchen in Krabbelposition begibt. Dann gelingt es ihm etwa, einen Raum zu erreichen, in dem er einen großen Ventilator abstellen kann, der ihm an anderer Stelle den Weg versperrt. Die meiste Zeit ist der Spieler also damit beschäftigt, sich zu überlegen, welche Gestalt Bob am zweckmäßigsten annimmt. Gerade auf den beiden höheren Schwierigkeitsstufen sind allerdings auch die Kämpfe eine enorme Herausforderung, da nicht nur Polizisten, Militärangehörige und sonstige Sicherheitskräfte Waffen bei sich tragen, sondern auch dreiste Untergrundkämpfer. Eine dritte Herausforderung für den Spieler stellen Rätsel dar, bei denen man etwa drei Ventilatoren so justieren muss, dass Bob mit ihrer Hilfe auf die oberste Plattform gelangen kann.
    Grafisch kann sich Messiah neben den Konkurrenten Drakan und Outcast sehen lassen, auch wenn die verschiedenen Räume der düsteren Zukunftswelt zumeist recht finster wirken. Shiny hat jedoch für Abwechslung gesorgt, so dass Sie einmal eine kunterbunte Bar besuchen dürfen, in der zu psychedelischem Farbenspiel Stripperinnen, Säufer und Türsteher einen munteren Reigen tanzen. Technisch zeichnet sich die Engine allein dadurch aus, dass die Anzahl der Polygone je nach Bedarf bestimmt wird. Bei extremer Nahansicht sieht man genau die detailreiche Gestaltung der Menschen und Mutanten, bei Betrachtung aus der Distanz wird die Anzahl der Polygone automatisch reduziert. In der Messiah-Welt gibt es eine Reihe von Videoleinwänden, auf denen etwa Werbefilmchen oder erotische Strips zu sehen sind; diese werden mit Hilfe eines besonderen Verfahrens namens "Texture Video Streaming" so wirklichkeitsgetreu eingesetzt, dass sie sehr gut eine Atmosphäre verstärken, die mitunter an den Film Blade Runner erinnert. Musikalisch wird für deftigen Sound gesorgt: Besonders die Stücke der Fear Factory passen mit brutalen Industrial-Rockideal zur bedrohlichen Endzeitstimmung.

    Messiah (PC)

    Spielspaß
    87 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Messiah
    Messiah
    Publisher
    Interplay
    Developer
    Shiny Entertainment
    Release
    01.05.2000
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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4818
Messiah
Ein scheinheiliger Engel
http://www.pcgames.de/Messiah-Spiel-14795/Tests/Ein-scheinheiliger-Engel-4818/
07.03.2001
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2001/11/2997original_13__1_.jpg
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