Mittelalterliche Realpolitik zum Nachspielen
Anstatt einzelner Soldaten führt man stets ganze Kompanien in die Schlacht.
Das wahre Leben: Töchter verheiraten, dem Papst einen Kreuzzug schenken, die Inquisition rufen, Kriege führen. All das erlebt eine Renaissance in Activisions Medieval: Total War. Die Mischung aus Runden- und Echtzeitstrategie versetzt Sie in die Rolle eines frühmittelalterlichen Potentaten, der seine Macht über Europa, Westasien und Nordafrika erstrecken will. Ähnlich dem Runden-Strategiespiel Civilization bewegt man auf einer Landkarte Truppen durch die Provinzen, schließt Handels-, Heirats- und Friedensverträge, erweitert Dörfer zu profitablen Städten, baut Armeen auf und motiviert die Heeresführer mit Ländereien und Adelstiteln.
Früher oder später kommt es mit einer der anderen elf Nationen zum Kampf um eine Provinz, dessen Ausgang das Programm anhand der Stärke der beteiligten Truppen errechnet. Auf Wunsch darf man die Schlacht aber auch selber leiten: Auf einer dreidimensionalen Landschaft bewegt man seine bis zu 10.000, in Kompanien aufgeteilte Männer in Formationen durch Hügel und Wälder, oder beschießt mit Katapulten die Mauern belagerter Burgen. Insgesamt 100 verschiedene Einheitentypen können aufeinander treffen: Englische Langbogenschützen, byzantinische Kamelreiter, deutsche Ritter müssen passend zu ihren Fähigkeiten platziert werden, wobei sich ganz automatisch die heutzutage etwas seltsam anmutenden Taktiken und Formationen mittelalterlicher Schlachten als die besten erweisen.
So erstaunt es nicht, dass Kreativdirektor Michael De Plater den Tipp gibt: "Um ein wirklich guter Medieval-Spieler zu werden, sollte man sich die historischen Schlachten von Barbarossa oder Richard Löwenherz zum Vorbild nehmen."

