Medal of Honor: Pacific Assault
Grafikspielereien
Kusin behauptet mutig: "Unsere speziell für Pacific Assault entwickelte Grafik-Engine hält mit der von Doom 3 mit." - auch wenn das objektiv betrachtet ein wenig übertrieben ist, muss man dem Titel eine hervorragende Optik zugestehen. Eine Mission startet im Dschungel, durch den sich ein Fluss schlängelt. Das Wasser lässt die Textur darunter realistisch verschwimmen und kleine Wellen spritzen hoch, wenn die Soldaten darüber laufen. In der Luft schwebt zwischen Ästen und Baumstämmen feiner, volumetrischer Nebel, vereinzelt bahnen sich Sonnenstrahlen ihren Weg durchs Blätterdach. Schiebt man den Bildausschnitt direkt auf die Sonne, erblickt man nicht den alten, tausend Mal gesehenen Blendeffekt; stattdessen wird das Bild weich und gelb und flirrend. Es ist der Effekt, den man auch im Konkurrent Brothers in Arms sieht. Die Soldaten folgen dem Flussbett bis zu einer Lichtung, an deren Ende eine Felswand steht, die als Abhang für einen Wasserfall dient. Das perfekte Urlaubsziel, würde die Strömung nicht dezent darauf hinweisen, dass gerade Krieg ist, indem sie gefallene Soldaten davontreibt.
Action statt Taktik
Wie schon bei den Vorgängern liegt der Fokus in Pacific Assault auf heftig geskripteten Action-Sequenzen. Taktische Überlegungen bleiben größtenteils aus. Eine Mission beginnt beispielsweise am Strand, als sich der Himmel verdunkelt und Regen und Bomben fallen. Die Soldaten flüchten in den Dschungel, wo die Japaner bereits in einem Hinterhalt warten. Wird Tommy lebensgefährlich angeschossen, weicht alle Farbe aus dem Bild; er taumelt, fällt. Dann bleibt noch der letzte Griff auf den Hotkey, um den Sanitäter zu rufen, denn herumliegende Medi-Kits gibt es nicht. Anschließend beobachten Sie aus den müde werdenden Augen Tommys, wie Ihr Retter das Verbandszeug auspackt und die Morphiumspritze ansetzt, Bangen inklusive, denn in diesen Sekunden sind Sie weiteren Treffern hilflos ausgesetzt. Ein Highlight spart sich Pacific Assault bis zuletzt auf: die Tarawa-Mission. Historisch wird der Angriff auf die Koralleninsel gern mit dem Sturm auf Omaha-Beach in der Normandie verglichen, und tatsächlich: Der Einsatz startet in einem von vielen Landungsbooten, die sich unter röhrendem Motor, ratterndem Maschinengewehrfeuer und jaulendem Flugzeuglärm auf die Küste zubewegen. Sie klemmen sich hinters Bordgeschütz, während der Computer die Lenkung übernimmt, und ballern auf japanische Schlachtschiffe, bis deren Türme polternd in sich zusammenstürzen. Am Strand angekommen, erklimmen Sie eine Leiter und erobern einen Holzsteg. Von hier aus haben Sie einen atemberaubenden Ausblick: Das Wasser als verzerrter Spiegel für den Himmel und hunderte von Soldaten darin, dazwischen steigen schwarze Rauchfahnen auf und Schlachtschiffe feuern aus allen Rohren. Sobald das Heer an der Küste zusammenfindet, geht der verlustreiche Angriff auf die japanische Festung los. Hier zieht Pacific Assault einen Schlussstrich - vorerst. Alle Gefechte, die nach 1943 folgen, erleben Sie später im bereits angekündigten Nachfolger. Der Vorhang schließt sich historisch korrekt, sobald die finale Schlacht um Okinawa geschlagen ist. Der Schwamm ist noch lange nicht trocken.


Kann mir mal einer bitte einen Link zum runterladen geben?
MFG raisk
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