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  • MEDAL OF HONOR: ALLIED ASSAULT (DT.)

    Furioser WW2-Ego-Shooter, der auf der Q3-Engine basiert

    Überraschung: Diese drei netten Herren haben es gar nicht gern, wenn man sie beim Kartenspielen stört. Es folgen blaue Bohnen. Überraschung: Diese drei netten Herren haben es gar nicht gern, wenn man sie beim Kartenspielen stört. Es folgen blaue Bohnen. Der Kragen drückt ein wenig. Kein Wunder, ist ja auch nicht Ihre Uniform, die Sie da tragen. Jetzt bloß nichts anmerken lassen, sagen Sie sich, als Sie durch das stählerne Tor ins Innere der Festung schreiten. Mitten in die Höhle des Löwen. Lässig die Ausweispapiere gezückt. Die Wache salutiert, hält inne. "Diese Papiere sind nicht in Ordnung!" - Wie sehr hatten Sie gehofft, diesen Satz nicht zu hören. Zu spät trifft den Posten die Kugel aus Ihrer schallgedämpften Pistole, die Alarmsirenen heulen schon. "Na schön," seufzen Sie in Gedanken, als Sie Ihre Maschinenpistole durchladen und die ersten herbeieilenden Soldaten mit einem Feuerstoß begrüßen, "dann eben auf die harte Tour."
    Als Lieutenant Mike Powell, Spezialagent des CIA-Vorläufers OSS, sabotieren Sie im Zweiten Weltkrieg Wehrmachtsstellungen hinter den feindlichen Linien, unterstützen die US Rangers bei der Landung in der Normandie, preschen im gekaperten Tiger-Panzer durch Frankreich und U-Boot-Basen in Norwegen. Im Ego-Shooter Medal of Honor: Allied Assault sind Sie der Mann für alle Fälle, der die Nazis das Fürchten lehrt und für die Alliierten den Krieg fast im Alleingang gewinnt. Los geht"s 1942 in Nordafrika, wo Sie die Invasion der US-Streitkräfte vorbereiten. Zwei gestohlene LKWs sollen Sie und Ihre Männer in ein von den Deutschen besetztes Bergdörfchen bringen.
    Es kommt, wie es kommen muss: Die Wachen am Kontrollpunkt riechen Lunte, und ehe Sie sichs versehen, sind Sie mitten in Ihrem ersten Gefecht. Soldaten stürmen auf Sie ein, von rechts, links, oben, unten - Sie wissen gar nicht, wohin Sie zuerst schießen sollen. Zusammen mit Ihren Jungs stürmen Sie das Lager, Ihr M1 Garand-Gewehr im Anschlag. In einem Lagerhaus verschanzt sich ein gegnerischer Trupp hinter Kistenstapeln. Immer wieder tauchen Sie aus ihrer Deckung auf, geben ein paar Feuerstöße ab und verschwinden wieder. Erst eine Handgranate macht den Weg frei. Ihre Gruppe sammelt sich auf einem Innenhof. Plötzlich schwingen im Haus neben Ihnen die Fensterläden auf, ein Maschinengewehr bellt Blei auf Ihren Kommandotrupp. Von den Dächern feuern Soldaten auf Sie herab. Sie sitzen in der Falle.
    "Powell, schnapp dir das MG!" brüllt Ihr Sergeant. Sie schießen sich Ihren Weg nach oben frei und überwältigen den Schützen von hinten. Mit der Feuerkraft des MG-42 haben Sie die gegenüberliegenden Dächer im Handumdrehen von den Wehrmachtstruppen gesäubert. Medal of Honor inszeniert die Missionen wie spannende Episoden eines Kriegsfilms. Nur dass statt eines Schauspielers Sie selbst am Drücker sind - im Wortsinn. Immer wieder löst das Programm an bestimmten Stellen Ereignisse wie diesen Hinterhalt aus, die immer wieder für Überraschungen und Adrenalinschübe sorgen. Kleiner Nachteil: Der Wiederspielwert hält sich in Grenzen und die Handlungsfreiheit ist recht begrenzt.
    Meistens haben Sie mehrere Missionsziele zu erfüllen, die oft aufeinander aufbauen. So sollen Sie in der Heckenlandschaft der Normandie die Positionen zweier versteckter 88er Geschütze an einen Jagdbomber durchfunken, der diese dann im Tiefflug ausschaltet. Dazu sammeln Sie zunächst eine Gruppe Fallschirmjäger ein, die von Deutschen umzingelt in einem Landhaus festsitzen. Haben Sie die Jungs befreit und den prompt folgenden Gegenangriff zurückgeschlagen, machen Sie sich zusammen auf die Suche nach einem Funkgerät. Der einzige Ranger, der eines dabei hatte, wurde dummerweise von einem Scharfschützen erwischt, der sich in einem alten Silo verschanzt hat. Erst wenn der keine Gefahr mehr darstellt, können Sie sich das Ding schnappen, per Fernglas die Geschütze ausfindig machen und die Mission zu einem guten Ende bringen.
    Ein andermal kämpfen Sie sich durch zerbombte Häuserschluchten zu einer Panzer-Crew durch, eskortieren die Jungs durch die Scharfschützen-verseuchten Straßenzüge, kapern einen Königstiger-Panzer, und preschen mit dem schließlich auf eine strategisch wichtige Brücke zu. Nicht immer bekommen Sie Unterstützung von computergesteuerten Kameraden. Oft sind Sie ganz auf sich gestellt. Etwa wenn Sie sich in eine U-Boot Basis in Norwegen einschleichen.
    Dort müssen Sie sich zunächst die Uniform und die Ausweispapiere eines deutschen Offiziers besorgen, bevor Sie getarnt in den Stützpunkt eindringen können. Wer hier mit gezückter Waffe losprescht, hat bald die halbe Wehrmacht am Hals. Nur im Notfall kommt eine schallgedämpfte Pistole zum Einsatz. Erst wenn Sie heil zu Ihrem Zielobjekt, einem vertäuten U-Boot, gelangt sind und dort die Sprengsätze angebracht haben, heißt es wieder "Feuer Frei!". Solche Geheimeinsätze sind eine willkommene Abwechslung im sonst sehr actionlastigen Spielablauf.
    Wer sich der gegnerischen Übermacht gewachsen fühlt, kann aber auch dort einen offensiveren Weg gehen. Waffen dazu sind reichlich vorhanden. Sei es die Thompson-Maschinenpistole oder das deutsche Gegenstück, die MP-40, sei es das Zielfernrohr-bestückte Scharfschützengewehr, Ihr 45er Colt, die Schrotflinte oder das BAR-MG, sei es die Bazooka oder der Panzerschreck - Schießeisen gibt"s an jeder Ecke, die Munition wird selten knapp.
    Sie müssen sich in insgesamt sechs Einsätzen bewähren - Nordafrika, Norwegen, Omaha Beach, Bretagne, Normandie und Siegfried Linie -, die in insgesamt 26 Kapitel, beziehungsweise Levels unterteilt sind. Dabei bauen die Abschnitte innerhalb der Einsätze aufeinander auf, das heißt, Sie übernehmen Waffen, Munition und Gesundheitspunkte in die jeweils nächste Mission. Der Schwierigkeitsgrad ist bis auf wenige Ausnahmen eher am unteren Ende der Skala angesiedelt, was auch der Tatsache zu verdanken ist, dass Sie jederzeit Ihren Spielstand sichern können.
    Kleiner Wermutstropfen: In der mittleren Spielstufe haben Sie Medal of Honor: Allied Assault locker an einem Wochenende durchgezockt. Auch wenn Sie Selbstdisziplin üben und den Gebrauch der Schnellspeichern-Taste einschränken, kommen Sie kaum über 20 Stunden Spielzeit. Die sind dafür aber, abgesehen vom enttäuschenden, abrupten Ende, wirklich vom Feinsten. Und schließlich bleibt ja noch der exzellente Mehrspielermodus.
    Medal of Honor hat mit dem kürzlich erschienenen Return to Castle Wolfenstein nicht nur das Szenario "Zweiter Weltkrieg" gemeinsam. Beide basieren auch auf dem gleichen Grafikgrundgerüst, der Q3TA-Engine. Allerdings haben beide Programmiererteams die Technologie auf ihre eigene Art für ihre Zwecke angepasst. Hauptsächlich, um auch große Außenareale darstellen zu können. Im direkten Grafikvergleich zieht Electronic Arts" Shooter den Kürzeren. Zwar sind die Animationen sogar noch besser gelungen - Ihre Gegner werfen sich auf den Boden, tauchen in Deckung ab, rollen sich ab und wirbeln bei Treffern herum - vor allem die Texturen können aber mit dem Konkurrenten nicht mithalten.
    Negativ fällt außerdem die selbst auf schnellen PCs stark beschränkte Sichtweite ins Auge. Gerade als Scharfschütze sind Gegner in dem ständig präsenten Nebel oft nur an dem Mündungsfeuer ihrer Waffen auszumachen. Unter dem Strich reicht die Optik gerade noch für ein "sehr gut" - dass mit der Engine mehr drin gewesen wäre, zeigt aber Return to Castle Wolfenstein. Die Klangkulisse lässt dafür nichts zu wünschen übrig. Angefangen bei den realistischen Waffeneffekten über den absolut filmreifen Soundtrack bis hin zur glasklaren Sprachausgabe - die Sounddesigner haben ganze Arbeit geleistet.
    Auch sonst liefert die Technik kaum Grund zum Meckern. Im Test lief Medal of Honor erfreulich stabil; Clipping-Fehler konnte ein neuerer OpenGL-Treiber für die Grafikkarte beheben. Die Gegner verhalten sich größtenteils clever. Wenn Sie beispielsweise eine Granate in einen Bunker werfen, hechten die Soldaten außer Reichweite oder versuchen sogar, das unwillkommene Geschenk postwendend an den Absender zurückzubefördern. Unter Feuer tauchen Ihre Feinde gerne hinter Kisten oder andere Hindernisse ab, schmeißen sich in den Dreck oder schießen hinter Mauerecken auf Sie.
    Zwei Schwächen sind allerdings auffällig: Zum einen wandern Patrouillen oft seelenruhig weiter auf ihrem Weg, selbst wenn der Kamerad neben ihnen getroffen zusammensackt. Zum anderen lassen sie sich leicht in einen Hinterhalt locken, wenn Sie sich beispielsweise hinter einer Tür verkriechen.

    Medal of Honor: Allied Assault (dt.) (PC)

    Spielspaß-Wertung
    86 %
    Leserwertung
    (1 Vote):
    80 %
  • Medal of Honor: Allied Assault (dt.)

    Medal of Honor: Allied Assault (dt.)

    Plattform
    PC
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    2015
    Release
    22.02.2002
  • Print / Abo
    Apps
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Medal of Honor: Allied Assault (dt.)
Furioser WW2-Ego-Shooter, der auf der Q3-Engine basiert
http://www.pcgames.de/Medal-of-Honor-Allied-Assault-dt-PC-16448/Tests/Furioser-WW2-Ego-Shooter-der-auf-der-Q3-Engine-basiert-31260/
26.01.2002
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2002/01/Medal02.jpg
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