Medal of Honor: Airborne
Wenn Sie also zum zigsten Mal Held sein wollen: Nur zu, Airborne lässt sie. Es bietet sogar einige nützliche Neuerungen. Am intensivsten schraubt am Spielablauf, wie sich Ihr Kämpfer um Ecken lehnt, auf den Boden kauert, nach vorne beugt: indem man die Maustaste gedrückt hält und mittels "W", "S", "A" oder "D" die Kopfrichtung diktiert. Das funktioniert so gut, dass man jede Deckungsmöglichkeit zur Gänze ausnutzt - und sich fragt, warum noch kein Entwickler früher auf diese Steuerungsidee gekommen ist.
Der Haupt-Feature, der Absprung der Fallschirmjäger über Feindgebiet, ist hingegen kaum von Belang, seine Inszenierung einmal ausgelassen. Die nämlich lässt auch die Nackenhärchen abgebrühter Spieler nicht unberührt. Jede Mission beginnt im Flugzeug, wo die Soldaten wie Sardinen eingeengt aufs grüne Licht warten, dem Startschuss zum Ausschalten von Gehirn und Angst und Logik: Während Flakfeuer in grellen Fetzen am Himmel glimmt, sich das Flugzeug schon kaum mehr in der Luft halten kann vor lauter Einschüssen, da soll man durch die Öffnung ins Verderben springen. Die Hektik und die Verrücktheit, die ein solches Unterfangen begleiten, bringt Airborne glaubhaft nahe. Dann, in der Luft, ein flüchtiges Empfinden von Erhabenheit: Die Aussicht lässt den Atem stocken, überall gleiten Fallschirme, und am Boden, wo sich Wehrmacht und Alliierte beschießen, ist der Wahnsinn zu Hause.
Solche Szenen währen Sekunden, nach der Landung kehrt Normalität ein. Man läuft den Zielen auf dem Kompass entgegen, man schießt, man sammelt Erste-Hilfe-Kästen, Munition, Waffen. Alles wie gehabt. Da jedes Fleckchen auf den Karten eine Augenweide ist, erhebt sich die Grafik zum spielspaßtreibenden Element - die richtige Hardware vorausgesetzt. Auf schwächeren Rechnern rutscht die Fps-Rate ins Einstellige. Wer dann noch zielen kann, sollte eine Karriere als Pro-Gamer anstreben.
Die Computergegner wären dafür übrigens auch qualifiziert. Scharfschützen treffen auf mittlerem Schwierigkeitsgrad schnell und heftig, selbst wenn Sie mit gedrückter "Shift"-Taste übers offene Feld sprinten. Im Nahkampf verhält sich der Feind durchwachsen und reagiert in manchen Fällen nicht, in anderen überraschend aggressiv. Gütigerweise verfügt Ihre Figur über die Fähigkeit, Wunden wie ein genmanipulierter Superheld zu regenerieren - sofern Sie in dieser Zeit keinen Schaden erleiden. Call of Duty 2 benutzt ein ähnliches System, Airborne zeigt sich aber eine Spur härter, indem es freies Speichern verbietet. Das passiert automatisch bei Checkpoints. Anlass zum Fluchen besteht allerdings kaum, denn die Gefechte gewinnen dadurch an Spannung, wenige Frustsequenzen außer Acht gelassen. Wenn der Lebensbalken bloß noch ein paar Millimeter umfasst und Kugeln reihum sausen, dann drückt man die Richtungstasten unfreiwillig heftig in der Hoffnung, der Spielcharakter möge sich hinter Kisten umso kleiner machen. Wird gestorben, beginnt der Zweite Weltkrieg von vorn. Ist man ja gewöhnt, inzwischen.


teilen ist der spiel zu kurz. MOHAA z.B. hat noch panzer missione oder als Spion, doch MOHA hört
beim Schießen auf. Doch das Spiel macht richtig spaß für seine Kurze dauer.