Medal of Honor: Airborne
Auch an den Animationen lässt sich ablesen, wie es ums Gemüt der Soldaten steht. Abseits der Schießereien schlendern die Figuren aufrecht voran. Unter Beschuss nehmen sie eine geduckte Stellung an, verharren mit gespitzten Ohren in der Deckung, bis die Zeit reif ist zum Gegenschlag.
Ein Radar gibt Auskunft darüber, hinter welchen Ecken der Feind lauert. Natürlich werden die roten Pünktchen erst sichtbar, wenn Sie oder Ihre Leute den Feind geortet haben. Neu ist, dass Ihr Charakter den Umgang mit Waffen verfeinert, je länger er sie benutzt. Ein Balken wächst bei jedem Treffer an - bis zum Stufenanstieg. Auf diese Weise lässt sich Travers zum Expertenschützen trainieren; Feuerkraft und Zielgenauigkeit steigen. Ein Rollenspiel will Airborne aber nicht sein, das Aufleveln ist eher Prise als komplexes Fähigkeitensystem.
Bühne für die Gefechte bilden, wie erwähnt, die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs. Trotzdem soll Airborne Neues statt Aufgewärmtes bieten; ausnahmsweise öffnen sich mal nicht die Klappen der Landungsboote in Omaha Beach, denn damit hatten die Fallschirmjäger nichts am Hut. Aber ähnlich spannend beginnt ihr Einsatz im Juli 1943 mit der Operation Husky: Bei Nacht und Gewitter rumpelt ein Flugzeug über Italien hinweg, unablässig feuert die gegnerische Flak ihre tödliche Ladung in den Himmel. Aus der allgegenwärtigen Furcht, getroffen zu werden, ergibt sich eine dramatische Atmosphäre. Die Operation sieht vor, die Küstenstellungen vom Landesinneren heraus auszuhebeln, deshalb erfolgt der Absprung weit hinter feindlichen Linien. Weil der Flieger nach einem Einschlag in Flammen aufgeht, setzt das Chaos ein, das die Medal of Honor-Serie so elegant und heftig zu inszenieren versteht - daran hat sich trotz aller Neuerungen nichts geändert. Gut so.


Gespannt bin ich jedoch vor allem, ob das Spiel zur Ausnahme dieses Mal nicht nur grafisch, akustisch, physisch etc. einen Schritt nach vorne macht, sondern auch vom Realismus des Settings her…
1.) bessere Grafik
2.) neue ideen
3.) aber warum 82.
ich will 101. Screaming eagles