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Master of Orion 3 (PC)

Release:
25.02.2003
Genre:
Strategie
Publisher:
k.A.

Master of Orion 3 - Krampf im Weltall

22.04.2003 13:00 Uhr
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Planetenangriff: In diesem kargen Menü koordinieren Sie die Invasion von Planeten mit Bodentruppen. Planetenangriff: In diesem kargen Menü koordinieren Sie die Invasion von Planeten mit Bodentruppen. Etwas mehr als sechs Jahre ist es nun her, dass Master of Orion 2 Maßstäbe im Rundenstrategie-Genre setzte; das Sci-Fi-Spektakel von Entwickler Simtex galt zu Recht lange Zeit als das Nonplusultra der Rundenstrategie. Nach vier Jahren Entwicklungszeit steht nun endlich der dritte Teil der Serie ins Haus, welcher allerdings nicht mehr von Simtex, sondern von Quicksilver (Star Trek: Starfleet Command) entwickelt wurde.

Am Spielprinzip hat sich anno 2003 nicht viel geändert: Man beginnt mit einer von 16 Alien-Rassen oder erschafft sich ein eigenes Volk, erforscht neue Technologien und kolonisiert fremde Planeten. Dabei steht man in Konkurrenz zu anderen Völkern, mit denen man auf zweierlei Arten umgehen kann: Entweder nutzt man die Mittel der Diplomatie und schließt Handels- und Forschungsabkommen ab. Oder man klärt Meinungsunterschiede mit Lasern, Phasern und Protonentorpedos. Ziel ist es natürlich, sein Volk an die Spitze zu führen und der größte und beste Herrscher zu sein.

Viel gewagt, alles verloren

Sieg: So erbärmlich sehen die Weltraumschlachten aus. Sieg: So erbärmlich sehen die Weltraumschlachten aus. Entwickler Quicksilver hatte sich vorgenommen, alles größer, schöner und besser zu machen - was leider völlig in die Hose gegangen ist. Das fängt schon bei der Grafik an: Master of Orion 3 versprüht den Charme einer Excel-Tabelle mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund, die gelegentlich durch pixelige Bildchen aufgelockert wird. Auch die Weltraumschlachten wirken wie Juckpulver auf den Pupillen: Man reibt sich die ganze Zeit fassungslos die Augen und fragt sich, ob die Entwickler die Grafik-Engine des uralten Arcade-Klassikers Asteroids verwendet haben.

Hat man sich zähneknirschend mit der Optik abgefunden, kommt der nächste Vorschlaghammer: In Master of Orion 3 gibt es zehn Optionsmenüs zu Themengebieten wie Forschung, Diplomatie oder Planetenverwaltung, die in sich so verschachtelt sind, dass man schon nach wenigen Minuten völlig den Überblick verliert und sich einen virtuellen Blindenhund wünscht. Paradebeispiel für umständliche Bedienung ist das Menü zur Verwaltung einzelner Planeten, in dem man sechs (!) Untermenüs öffnen muss, um an alle wichtigen Informationen zu kommen. Da die Auflösung auf 800x600 Bildpunkte begrenzt ist, passen die Untermenüs natürlich nicht alle gleichzeitig auf den Bildschirm - ergo sind Sie gezwungen, eins nach dem andern aufzurufen. Umständlicher geht's wirklich nicht mehr.

Warum und wieso? Weiß keiner!

All diese Probleme ließen sich noch verschmerzen, wenn zumindest das Spiel an sich funktionieren würde - ein frommer Wunsch. Man hat leider nie das Gefühl, wirklich die Kontrolle über das Spiel zu haben. Die Forschung läuft automatisch ab und ist nicht mehr so zielgerichtet und übersichtlich wie im Vorgänger. Ihre Kolonien verwalten sich selbstständig; ein Glück, denn aufgrund der bereits erwähnten, völlig vermurksten Menüführung ginge dabei sowieso jeder Spielspaß flöten.

Bei den Weltraumschlachten oder Planeteninvasionen kommt es nur darauf an, wer die meisten Einheiten hat. Die Diplomatie hat hin und wieder ihre lichten Momente, doch auch hier passieren Dinge, die weder das 160 Seiten starke Handbuch, noch die im Spiel eingebaute Hilfsfunktion erklärt. Das ist das größte Problem von Master of Orion 3: Wieso und warum etwas passiert, wird nirgends so recht erklärt. Da bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als es in unzähligen Spielstunden selbst herauszufinden.

PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
52 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
   
Dirk Gooding
Vom größten Herrscher der Galaxie bin ich zum Steuerberater und Außenminister degradiert geworden.
Gratulation an die Entwickler: Vom größten Herrscher, den die Galaxie je gesehen hat, bin ich im dritten Teil der Serie zum Steuerberater und Außenminister degradiert geworden. Bis auf ein wenig Finanzplanung, etwas Diplomatie und ein paar grundlegende strategische Entscheidungen hat man in Master of Orion 3 nicht viel zu tun. Im Grunde spiele ich gar nicht - ich lasse spielen und bekomme dafür von der KI einen Jahres-Bericht, wie toll sie forscht, baut und Kriege führt. Schönen Dank auch! Auf der anderen Seite ist es fast ein Segen, dass ich nicht mehr machen muss als ein paar Reports zu lesen und mit Aliens zu quasseln - die total versaute Steuerung macht es eh unmöglich, überall seine Finger im Spiel zu haben und alles zu kontrollieren. Fazit: Spielen Sie lieber weiter Master of Orion 2. Das sieht besser aus als der Nachfolger und macht vor allem mehr Spaß!
   
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22.04.2003 13:00 Uhr
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