Mass Effect 3 im Test von PC Games: Das hat uns gefallen - Teil 1

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Neue Charaktere sind selten in Mass Effect 3. Biowares Autoren konzentrieren sich diesmal deutlich stärker auf bekannte Figuren.
Quelle: PC Games

Mass Effect 3 im Test: PC Games testet das neue Bioware-Rollenspiel und folgt Commander Shepard ein letztes Mal in die Schlacht gegen die Reaper. Vorhang auf für das actionreichste und beste Kapitel von Biowares Science-Fiction-Reihe.

Packende Story

Bioware hat versprochen, die Saga zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Das ist den Entwicklern gelungen: Mass Effect 3 erzählt eine spannende und temporeiche Geschichte, in der die meisten Handlungsstränge sinnvoll zusammengeführt werden, ohne sich dabei zu sehr in Nebenhandlungen zu verlieren. Die meisten Missionen führen nun in Kriegsgebiete, stets wuchtig und mit Sinn fürs Epische inszeniert. Mass Effect 3 ist damit ein waschechtes Kriegsspiel, kein gemütlicher Weltallsimulator!

Die Dialogmenge wurde im Vergleich zu den Vorgängern etwas zurückgefahren, was aber weniger dramatisch ist, als es klingt - immerhin sind alle Völker, Technologien und Hintergründe bekannt, da muss nicht alles nochmal erklärt werden. Mass Effect 3 bietet immer noch viele Gefühlsmomente und Quests ohne Schießereien, auch wenn die Balance zwischen Rollenspiel und Shooter weiter in Richtung Action verschoben ist. Im Rahmen der dramatischen Story ergibt das aber tatsächlich Sinn.

Schön: Im Handlungsverlauf trifft man auf viele alte Bekannte. Diesmal hat Commander Shepard zwar weniger Begleiter in seinem Team als noch im zweiten Teil, doch dafür haben sie alle ihre gebührenden Momente; so bleiben uns lieb gewonnene Helden wie Garrus, Liara oder Ashley in guter Erinnerung. Gut gefällt uns auch, dass man die Citadel-Raumstation wieder etwas ausgiebiger besuchen kann, die kam im zweiten Teil nämlich zu kurz. Die futuristischen Gänge voller beschäftigter NPCs und kleiner Nebenquests bilden einen guten Kontrast zu den kampfbetonten Missionen und sorgen so für regelmäßige Verschnaufpausen.

Spannende Entscheidungen

Neue Charaktere sind selten in Mass Effect 3. Biowares Autoren konzentrieren sich diesmal deutlich stärker auf bekannte Figuren. Quelle: PC Games Neue Charaktere sind selten in Mass Effect 3. Biowares Autoren konzentrieren sich diesmal deutlich stärker auf bekannte Figuren. Typisch Mass Effect: Der Spieler muss wieder viele knifflige moralische Entscheidungen treffen - was Shepard tut und sagt, das entscheidet über Leben und Tod. Diese Momente sind in spannende, stets clever geschriebene Dialoge eingeflochten, so, wie man es von der Reihe gewohnt ist. Alle Haupt- und Nebenmissionen dienen einem praktischen Zweck: Jede Quest, jeder Einsatz, jede Entdeckung kann die Erfolgsaussichten in der Endschlacht gegen die Reaper verbessern. Das wird in einem schlichten Fortschrittsbalken dargestellt, der die Kriegsbereitschaft von Shepards Allianz symbolisiert - je weiter der Balken, desto besser die Chancen auf einen Sieg. Und das entscheidet darüber, welche Endsequenz Ihr zu sehen bekommt.

Ach ja, das Finale - keine Sorge, wir verraten es nicht! - wird unter Fans sicher noch lange und kontrovers diskutiert werden. Doch egal wie man dazu stehen mag: Mass Effect 3 schließt die Saga tatsächlich ab, Shepards Geschichte kommt also zu einem Ende.

Importierbarer Spielstand

Wer einen Spielstand aus Mass Effect 2 importiert, der erlebt viele (meist kleine) Auswirkungen aus dem ersten und zweiten Spiel. So lassen sich alte Romanzen fortsetzen und einige Charaktere reagieren in Gesprächen anders, machen nun Andeutungen und nehmen Bezug auf vergangene Geschehnisse. Für Fans der Reihe ein toller Bonus!
Wer ohne altes Savegame spielt, der wird manche Nebencharaktere aus dem zweiten Teil (insofern diese überlebt haben!) gar nicht erst antreffen, denn entscheidend für die Hauptgeschichte sind sie nicht. Hat man jedoch einen alten Spielstand übernommen, so werden diese Figuren sinnvoll in manche Quests eingebunden, zum Beispiel indem sie einen anderen Charakter kurzerhand ersetzen. Selbst die DLCs von Mass Effect 2 wirken sich in Details aus.

Wer also die Vorgänger kennt und seinen Spielstand überträgt, der erlebt schlichtweg das persönlichere Abenteuer. Und wer kein Savegame mehr übrig hat, der bekommt immer noch ein mitreißendes und komplettes Spiel, muss dann aber mit den Standardeinstellungen leben, die Bioware vorgibt. Außerdem fallen dann ein paar besonders coole Auftritte alter Bekannter schlichtweg weg.

Einen Spielstand zu importieren wirkt sich auch auf das Balancing aus. Als wir unseren hochgezüchteten Shepard aus Mass Effect 2 übernahmen, startete er prompt auf Level 30 inklusive dutzender Talentpunkte, die wir gleich verteilen durften. Dadurch fühlt sich Teil 3 noch mehr wie eine direkte Fortsetzung an. Damit das Spiel aber nicht zu leicht wird, passt Bioware bei importierten Helden den Schwierigkeitsgrad an - Ihr müsst dann mehr und deutlich härtere Feinde bezwingen, sodass die Herausforderung auch für Veteranen nicht völlig flöten geht.

Spielstand oder nicht, wir empfehlen, beide Vorgänger gespielt zu haben. Bioware betont zwar, dass der dritte Teil ideal für Neueinsteiger sei, doch da halten wir dagegen: Bei den vielen Namen, Völkern, Kulturen und Storydetails dürfte den meisten Quereinsteigern schnell der Kopf rauchen, dann bleibt nichts übrig, als sich die Infos im spieleigenen Glossar anzulesen.

Verbessertes Kampfsystem

Elegant und sehr mächtig: Erstmals kann Shepard auch eine coole Lichtklinge im Nahkampf einsetzen. Quelle: PC Games Elegant und sehr mächtig: Erstmals kann Shepard auch eine coole Lichtklinge im Nahkampf einsetzen. Das aus Mass Effect 2 bekannte Kampfsystem wurde im Detail verbessert: Shepard bewegt sich nun schneller, führt flinke Seitwärtsrollen aus, streckt Gegner brutal im Nahkampf nieder - das höhere Tempo sorgt dafür, dass der Held öfter aus seiner Deckung raus und auch mal in die Offensive gehen kann, unabhängig von seiner gewählten Klasse. Zwar kann das Kampfsystem immer noch nicht mit einem ausgewachsenen Shooter mithalten, doch es ist schon verflixt nahe dran - die Kämpfe machen durchgängig Spaß, und darauf kommt's schließlich an!
Das wichtige Deckungssystem der Vorgänger ist natürlich wieder enthalten, allerdings reagiert die Steuerung hier immer noch nicht perfekt. Im schlimmsten Fall macht Shepard wieder mal eine Hechtrolle ins Nirgendwo, anstatt wie geplant in Deckung zu gehen - beide Aktionen werden nämlich mit der Leertaste ausgeführt. Das Deckungsystem ist also auch im dritten Mass Effect nicht ideal umgesetzt, erfüllt aber meistens seinen Zweck.
Schön hingegen: Bioware hat die Anzahl der Gegnertypen erhöht, zudem gibt's nun auch Feinde, die mehr Treffer aushalten und mächtigere Fähigkeiten auffahren als in den Vorgängern - das erfordert neue Taktiken. Auch wenn die KI dabei hin und wieder Aussetzer zeigt, agieren die Gegner doch meistens cleverer als im Vorgänger, werfen etwa gezielt Granaten in Shepards Deckung oder schleichen sich getarnt von der Seite an.
Shepard ist stets mit zwei selbständig agierenden Begleitern unterwegs, genau wie in den Vorgängern. Wer mag, der kann die Schießerein jederzeit pausieren und die Fähigkeiten von Shepards Team in Ruhe auswählen: Betäubungsgeschosse, Handgranaten, Warpfelder, Spezialmunition und vieles mehr sorgen wieder für die nötige Prise Taktik im Dauerfeuer und machen die Kämpfe etwas gehaltvoller.

Bildergalerie

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  3. Seite 3 Mass Effect 3 im Test von PC Games: Das hat uns gefallen - Teil 2
  4. Seite 4 Mass Effect 3 im Test von PC Games: Das hat uns nicht gefallen
    • Kommentare (152)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wertungsfanatiker Spiele-Enthusiast/in
        ME 3 ist ein gutes CRPG geworden, aber die Jubelei der "Fachpresse" war eindeutig dem Hype geschuldet. Es sind nicht nur die nicht/kaum vorhandenen Konsequenzen vergangener Entscheidungen oder das Ende, die einer 85 oder sogar mehr entgegen stehen. Es sind auch die einmal mehr gleichförmig ablaufenden Nebenquests (in 90 % der Fälle Ballerei, in vielen Fällen Autodialoge), das suboptimale Charaktersystem, Schlauchlevel etc. Es gibt da deutlich mehr zu kritisieren als nur die Nicht - konsequenzen oder das Ende. Bei mir rettete aber die Inszenierung, Dramatik, die wieder guten Charaktere (aber nicht sehr gut, denn dieser Klischeekämpfer war furchtbar) und manch gute Questgeschichte einen knappen 80er.
      • Von wertungsfanatiker Spiele-Enthusiast/in
        ME 3 ist ein gutes CRPG geworden, aber die Jubelei der "Fachpresse" war eindeutig dem Hype geschuldet. Es sind nicht nur die nicht/kaum vorhandenen Konsequenzen vergangener Entscheidungen oder das Ende, die einer 85 oder sogar mehr entgegen stehen. Es sind auch die einmal mehr gleichförmig ablaufenden Nebenquests (in 90 % der Fälle Ballerei, in vielen Fällen Autodialoge), das suboptimale Charaktersystem, Schlauchlevel etc. Es gibt da deutlich mehr zu kritisieren als nur die Nicht - konsequenzen oder das Ende. Bei mir rettete aber die Inszenierung, Dramatik, die wieder guten Charaktere (aber nicht sehr gut, denn dieser Klischeekämpfer war furchtbar) und manch gute Questgeschichte einen knappen 80er.
      • Von knarfe1000 Spiele-Kenner/in
        Ich bin kein Freund von EA, aber die fehlenden Konsequenzen getroffener Entscheidungen gehen auf das Konto von Bioware.
      • Von Briareos Mitglied
        Zitat von cvzone
        Es dürfte doch wohl eindeutig auf der Hand liegen, dass EA hier schuld ist.
        Diese These hätte ich jetzt wirklich gern mal erklärt.
      • Von cvzone Anwärter/in
        Zitat

        Und das sind nur einige Beispiele.
        Wenn ich ein Spiel haben möchte mit komplexen Handlungsvariationen, dann spiele ich Alpha Protocol oder sowas. Bei Mass Effect behaupten, es gäbe Variationen in der Handlung, wäre ungefähr so, als würde man behaupten, die polnische Flagge würde einen Regenbogen darstellen.
        Und es sind gute Beispiele, danke dafür. Mass Effect hat in seinem Verlauf leider wirklich Macken, aber ist bleibt eines der besten Spiele die es gibt (in seiner Gesamtheit). Manche Kritik ist nicht unberechtigt, aber wie hier teilweise über das Spiel hergezogen wird ist absurd, wenn man es mal mit den meißten anderen Spielen vergleicht.

        So viele positive Gegenbeispiele gibt es da nicht auf dem Markt, Bioware kann sich nur mit Bioware messen. Obsidian hat sich mit Alpha Protocoll auch ein großes Stück vom Bioware-Fundus abgeschaut, technisch wie vom know-how. Meckern, von mir aus, aber es gibt kaum andere die es in der Gesamtheit jemals besser gemacht hätten, als das man nun Bioware so über den Fuß fahren müsste. Es dürfte doch wohl eindeutig auf der Hand liegen, dass EA hier schuld ist.

        Und das das Ende weiterhin keine Handlungsfreiheit bietet, ist bekannt und ärgerlich, das meinte ich auch nicht, aber wenn man es mal objektiv betrachtet werde hier 5 Minuten von 25+ Stunden kritisiert und das Spiel am Ende als Schund hingestellt.
      • Von Marten-Broadcloak Mitglied
        Zitat von cvzone
        Manche Kritik ist einfach dermaßen lächerlich. Ich habe ME3 Extended Cut erst vor kurzem wieder komplett gespielt und es kommt kaum ein anderes Spiel ansatzweise an die Komplexität und mögliche Variation der Handlungen ran und es ist von vorne bis hinten Stimmig.

        Was hier kritisiert wird ist ja wohl Meckern auf allerhöchstem Niveau, 99% der anderen Spiele bietet nichtmal diese Möglichkeiten in solchem Umfang.
        Sicherlich war das non-Extended Cut Ende sehr schlecht und es fehlt einfach noch immer etwas. Aber das Problem mit dem Ende an ME3 ist schlicht, das es existiert, so eine Geschichte darf niemals enden, wenn man ein echter Fan ist, egal wie gut oder schlecht.

        DLC Politik stört mich, Bereitschaftwertung über Mulitplayer geht mal gar nicht. Aber ansonsten ein Top Spiel.
        Du hast die Rachnikönigin in Teil 1 sterben lassen
        -> Kein Problem, ganz plötzlich gibt es eine zweite!

        Du hast den Rat sterben lassen in Teil 1
        -> Kein Problem, der Rat der Allianz ist das gleiche, nur eine andere Hautfarbe

        Du hast Kaidan sterben lassen in Teil 1
        -> Kein Problem, es gibt eh keinen Unterschied zwischen dem Handlungsverlauf der beiden

        Du hast die Genophage geheilt
        -> Ja und? Am Ende ist doch eh alles kaputt!

        Du hast die Genophagenheilung verhindert
        -> Ja und? Am Ende ist doch eh alles kaputt!

        Geth und Quarianer haben endlich Frieden geschlossen
        -> Ja und? Die Geth sterben am Ende doch eh!

        Mordin ist abgekackt, bevor er seine Rolle in der Genophagen-Heilung erfüllen konnte
        -> Kein Problem! Wir fügen einfach einen anderen Salarianer ein, der eine exakte Kopie Mordins ist, nur etwas anders aussieht. Er sagt sogar das fast das gleiche!

        Und das sind nur einige Beispiele.
        Wenn ich ein Spiel haben möchte mit komplexen Handlungsvariationen, dann spiele ich Alpha Protocol oder sowas. Bei Mass Effect behaupten, es gäbe Variationen in der Handlung, wäre ungefähr so, als würde man behaupten, die polnische Flagge würde einen Regenbogen darstellen.
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