Mass Effect 2 Test: Weniger Rollenspiel, dafür mehr Action und Dramatik - Wertungs-Update
Pro Talent gibt's nur vier Ausbaustufen, auf der höchsten wählt man eine von zwei Spezialisierungen. Das war's - mehr Charakterausbau genießt man leider nicht in Mass Effect 2.
Klassensystem mit Einschränkungen
Das schöne Angebot hat nur leider einen Haken: Die sechs Charakterklassen, von denen man zu Spielbeginn eine für sich bestimmt, sind bei der Waffenauswahl eingeschränkt. Nur manche Klassen können überhaupt mehr als zwei Kanonen benutzen - angesichts des hohen Action-Anteils eine unnötige Regelung! Beispielweise kann einzig die Soldaten-Klasse ein Maschinengewehr führen, und auch sonst darf sie alle Waffen abfeuern - alle bis auf Maschinenpistolen. Der Wächter hingegen kann neben MPs nur normale Pistolen verwenden - und zwar das gesamte Spiel über! Kurioserweise kann jedoch jeder Shepard unabhängig von seiner gewählten Klasse schwere Kanonen führen, etwa Granatwerfer. Außer Shepard darf nämlich niemand Hand an diese massiven Geräte legen, seine Begleiter vertrauen auf konventionelle Waffen. Unser Tipp: Spielern, die den meisten Ballerspaß aus Mass Effect 2 herausholen wollen, raten wir zumindest beim ersten Durchspielen zur Soldaten-Klasse!
Der Experte setzt auf Spezialfähigkeiten wie Warp und Schockwellen, mit denen er Gegner durch die Gegend wirbelt. Allerdings kann der Experte nur Pistolen einsetzen. Wer also gerne ballert, sollte lieber eine andere Klasse wählen.
Auch das Talentangebot der sechs Klassen ist etwas knapp bemessen. Nur ein Frontkämpfer kann etwa lernen, cool per Warp-Attacke auf Gegner zuzurasen, und nur ein Techniker darf Roboter-Drohnen zu Hilfe rufen. Dadurch spielen sich die Charaktertypen zwar recht unterschiedlich, aber leider mangelt es ihnen allen an Tiefgang: Shepard hat gerade mal sieben ausbaufähige Talente, seine Begleiter sogar nur jeweils vier - das ist zu wenig! Jedes Talent kann man zudem nur in vier Stufen steigern. Immerhin: Shepard darf auch alle Fähigkeiten seiner Mitstreiter aktiv nutzen und Talentpunkte lassen sich jederzeit gegen eine Gebühr umverteilen. Unterm Strich bot Vorgänger jedoch deutlich mehr Freiraum bei der Charakterentwicklung - hat Bioware hier den Rollenspiel-Tiefgang zugunsten der Action reduziert? Es sieht fast so aus.
Upgrades als halbherziger Inventar-Ersatz
Ungewohnt: Es ist nicht möglich, Waffen, Upgrades oder Ressourcen zu verkaufen. Geld erhält man nur noch für absolvierte Missionen oder man findet es in Kisten und Tresoren. Oft sind diese verschlossen, und man muss sie zunächst in einem von zwei Minispielen hacken, um an den Inhalt zu gelangen. Anders als in Mass Effect 1 ist das Hacken aber nicht mehr an ein steigerbares Talent gebunden, man muss also keinen Elektronikexperten in seiner Party haben, um ein Schloss zu öffnen. Schade: Die Minispiele sind simpel und ziemlich öde, doch immerhin sind beide Aufgaben oft schon in Sekunden erledigt und stören den Spielfluss dadurch kaum. Zusätzliche, spannendere Minispiele hätten wir uns dennoch gewünscht!
Das neue, schlichte Upgrade-System ersetzt das klassische Inventar, wie man es noch aus Mass Effect 1 kennt. Shepards Rüstung beispielsweise ist die einzige im Spiel, die man überhaupt verändern kann.
Anders als im Vorgänger erhält man kaum Items in Mass Effect 2. Daher gibt's auch kein Inventar mehr - man sammelt ja nichts ein außer Geld, Munition und gelegentlich etwas Medigel, das man nur noch zum Wiederbeleben von Teammitgliedern und nicht mehr zur Heilung benötigt. Auch neue Raumanzüge findet man nicht, sondern nur noch Rüstungsteile - die sind sehr selten und nur für Shepard gedacht, seine Begleiter hingegen tragen stets die gleichen Klamotten. Auf der Normandy wählt man Shepards gewünschtes Rüstungsupgrade einfach per Schieberegler aus. Jedes bietet andere Boni, etwa mehr Lebenspunkte oder stärkere Schilde. Zusätzlich darf man noch Farbe und Design des Anzugs bestimmen, die Statuswerte bleiben davon aber unberührt. Einen Abwehrwert oder dergleichen findet man nicht im Charakterbildschirm, Mass Effect 2 ist weitestgehend frei von Zahlen und Statistiken.
Waffen lassen sich sogar noch weniger modifizieren als Rüstungen, nämlich gar nicht. Insgesamt gibt es 19 Kanonen im Spiel, DLC-Inhalte nicht mitgerechnet. Einen Teil davon erhält man automatisch im Spielverlauf, den Rest muss man in den Levels suchen oder auf der Normandy freischalten. Für Waffen findet man regelmäßig Upgrades, die meist aber nur die Schusskraft des gesamten Teams verbessern. Schade: Man darf sich nicht mal eigene Munition herstellen und sockelbare Waffen gibt es auch nicht! Das strenge, aufs Nötigste reduzierte Upgrade-System erlaubt es daher leider nicht, einen Charakter individuell auszurüsten.
Nebenaufträge werden verfügbar, indem man Planeten anklickt und kurz mit dem Zielcursor absucht. Danach kann man sogleich mit der Mission starten. Auch Rohstoffe sammelt man auf diese Weise, allerdings nimmt das ziemlich langweilige Minispiel dann zuviel Zeit in Anspruch.
Neue Upgrades schaltet man frei, sobald man genügend von vier Rohstoffen besitzt. Diese verdient man, indem man auf der Sternenkarte von Planet zu Planet fliegt, um dort die Oberflächen mühsam mit dem Mauscursor abzuscannen - ähnlich dem Vorgang, um Nebenmissionen zu entdecken. Spaß macht das Scannen nicht, dafür kostet es ordentlich Zeit - wir empfehlen daher, zunächst das gewünschte Upgrade zu kaufen und sich erst dann auf Rohstoffsuche zu begeben. Man erhält dann nämlich eine praktische Texteinblendung, sobald man genügend Material besitzt, um das Upgrade zu aktivieren. Trotzdem ist es schade, dass die Sternenkarte kaum spielerische Anreize bietet und man mit den Rohstoffen auch nichts weiter anfangen kann. Es gibt nicht mal ein simples Handels- oder Handwerkssystem, da lässt Bioware viele Chancen ungenutzt!
ZAHLEN UND FAKTEN
Ca. 50,- Euro
28. Januar 2010
Genre: Action-Rollenspiel
Entwickler: Bioware
Publisher: Electronic Arts
Sprache: Deutsch und Englisch
Kopierschutz: Kein Securom. Das Spiel lässt sich per Seriennummer beliebig oft aktivieren, auch offline.
Grafik, Sound und Steuerung
Grafik: Charaktere besitzen eine detailreiche Mimik und sind fantastisch texturiert. Auch die Umgebungen locken nun mit mehr Details als im Vorgänger. Vor allem in Dialogen fallen die verbesserten Lichteffekte auf, Kämpfe profitieren von schöneren Explosionen und Partikeldarstellungen. Schatten werden - anders als im Vorgänger - auch auf Gesichtern scharf und sauber dargestellt.
Sound: Abgesehen von dem männlichen Shepard klingt die deutsche Sprachausgabe meistens sehr gut, vor allem einige Nebencharaktere sind schön getroffen. Die englische Sprachausgabe hingegen ist durchweg brillant und - bei entsprechenden Sprachkenntnissen - der deutschen Fassung vorzuziehen. Sehr atmosphärischer, teils orchestraler Soundtrack, der sich in Kämpfen und Dialogen dynamisch an die Spielsituation anpasst.
Steuerung: Die Steuerung ist aufgeräumt und präziser als im Vorgänger, das Spielgefühl erinnert nun noch etwas mehr an das eines ordentlichen Shooters. Bedienungsmängel, etwa keine Hotkeys für Questlog und Charakterbildschirm - finden sich hier nun in verschmerzbaren Details.
Hardware-Anforderungen
Minimum:
Core 2 E6300/Athlon 64 X2 4200+, Geforce 7900 GT/Radeon X1950 Pro, 1 GB RAM
Empfehlenswert:
Core 2 Quad Q6600/Phenom II X4 940 BE, Geforce GTS 250/Radeon HD 4870, 2 GB RAM
Jugendeignung
USK: Ab 16 Jahren
Mass Effect 2 ist ungeschnitten. Splattereffekte gibt es nicht, manchmal sind aber Leichen und Blut zu sehen. Zombieartige Gegner zerfallen bei Beschuss in ihre Bestandteile. Dialoge bieten große Entscheidungsfreiheit, man darf oft zwischen nobler und unmoralischer Spielweise wählen. In Dialogen wird geflucht. Sexszenen sind nur angedeutet, es gibt kaum nackte Haut zu sehen.
Die Test-Abrechnung
Wir testeten eine fast fertige Version, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Wir importierten unseren privaten Spielstand aus Mass Effect 1. Das Spiel stürzte im Test nur zwei Mal ab und zeigte selten kleinere Grafikbugs - ein gutes technisches Gesamtbild. Wir spielten Mass Effect 2 komplett mit allen verfügbaren Nebenquests durch, das dauerte etwa 41 Stunden. Dabei verbrachten wir allerdings einige Stunden unnötigerweise mit dem Ernten von Ressourcen, so dass die eigentliche Spieldauer für Mass Effect 2 bei etwa 35 Stunden liegen dürfte.
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wär nett
habe ich das Ding direkt 3 mal hintereinander durchgezockt, die Story find ich einfach klasse. So musste auch Teil 2 her, hab ihn nun gerade mal ne Woche und ich mag es, viel Action, das tut der Serie gut, ein paar mehr Möglichkeiten bei der Charentwicklung hätte ich mir schon gewünscht. Hoffentlich wirds im 3. Teil dann ausgewogener ; ). Die Stimme von dem männlichen Shep ist die Höhle, ich hab das gerade mal einen Abend ausgehalten und jetzt geb ich es mir in englischen Orginalton mit dt Untertiteln (so eine Möglichkeit hätten die aber auch direkt hinzufügen können, zuoft sind dt Sprecher einfach nicht gut genug..leider in Filmen gehts doch..)ansonsten tolle Atmo, ich werde auch beim 3. Teil dabei sein und diesmal pünktlich zum Release.=)
Aber das würde nichts daran ändern das es eine grossartige inzinierung ist.
Trotz der sehr, sehr kurzen hauptgeschichte!
Denn, obwohl man gut 90% des spiels mit dem sammeln des teams zu tun hat, ist das alles prächtig in szene gesetzt und bleibt das ganze spiel über interessant.
Fazit: muss man haben!
Verflucht... wer weiss wie lange ich auf teil 3 warten muss.