Marvel´s Runaways: Treffen mit den neuen Marvel-Helden
Runaways ist der neue Serienhit aus der Marvel-Schmiede. Während sich in den USA bereits Season 2 im Dreh befindet, ging die erste Staffel bei uns gerade erst auf dem Pay-TV-Sender SYFY live. WIDESCREEN plauderte am Set in Los Angeles mit den Jungstars, die uns erklärten, worum es bei Runaways geht und was die Serie und ihre jugendlichen Helden von der Masse abhebt.
"Willkommen bei Marvel." Diese drei Worte, so die 23-jährige Schauspielerin Virginia Gardner (Project Almanac), haben ihr Leben verändert. Nach einer Reihe nervenaufreibender Castings kam endlich der heiß ersehnte Anruf von Marvel-Produzent Jeph Loeb, eben jener Anruf, der alles auf den Kopf gestellt hat. Denn von da an gehörte Gardner zum Cast der Serie Runaways, der neuste Eintrag in das immer größer werdende Marvel-Universum. Basierend auf einer kurzlebigen Comicreihe aus dem Jahre 2003 des Comicautoren Brian Vaughan erzählt Runaways die Geschichte von sechs verwöhnten Teenagern, allesamt aus reichem Hause, die auf ein finsteres Geheimnis stoßen. "Es gibt nicht viele Comics, mit denen sich die Kids von heute identifizieren können", erklärt Gardner bei einem Setbesuch im Studio. "Normalerweise sind es nämlich die Erwachsenen, die die Superkräfte haben. Bei uns geht es um ganz normale Teenager mit ganz normalen Problemen."
Quelle: SYFY
Das Nachwuchsmodel Karolina Dean (Virginia Gardner) macht eine erschreckende Entdeckung.
Im Falle der sechs Runaways sind die Probleme jedoch alles andere als normal: Denn die sechs Freunde stellen fest, dass ihre steinreichen Eltern in Wirklichkeit Superschurken sind, die einer fiesen Geheimorganisation namens The Pride angehören. Dazu Rhenzy Feliz (Teen Wolf), der Hauptdarsteller der Serie und nerdige Anführer der schrägen Truppe: "Wir alle machen am Anfang der ersten Staffel etwas durch, was uns zusammenschweißt. Wir finden heraus, dass unsere Eltern böse sind. Wir wissen nicht, was wir tun können, oder welche Fragen wir überhaupt stellen müssen. Aber wir wissen sehr wohl, dass wie gegen ein kaputtes System vorgehen müssen."
Quelle: SYFY
Alex Wilder (Rhenzy Feliz) recherchiert an seinem Laptop.
Feliz und seine Co-Stars sitzen mit Plastikflaschen und Kaffeebechern in Regiestühlen, während die Arbeiter von der Baubühne das Set für den Nachmittag vorbereiten. Gut gelaunt plaudern sie mit uns. Wir erfahren, dass die Kids, die sich anfangs gar nicht sonderlich gut leiden können, sich nun wohl oder übel zusammenraufen müssen. Denn nur gemeinsam sind sie stark, nur im Team haben sie eine Chance, zu überleben. Und gemeinsam stellen sie fest, dass auch sie Superkräfte haben, von denen sie zuvor nichts geahnt hatten.
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Die bösartigen Eltern bei einer Zeremonie im roten Gewand.
Der Comic ist zwar bereits 2004 nach nur 18 Ausgaben wieder eingestellt worden. Im Laufe der Jahre jedoch wurde er zum Kult, nun hat Marvel den Titel nicht nur wiederbelebt, sondern gleichzeitig auch eine Serie in Auftrag gegeben. Staffel 1 ist weltweit ein Hit. Staffel 2 wird gerade hier am Set gedreht, unter strikter Geheimhaltung. Nicht einmal die Darsteller kriegen im Voraus die Drehbücher zu sehen. "Ja, es ist immer eine Überraschung, wenn wir die Bücher kriegen", so Gardner. Sie spielt Karolina Dean, die in einem mysteriösen Kult aufwächst und vor allem verhindern will, dass sie so wird wie ihre fiese Mutter. "Die Autoren halten alles streng geheim. Oder geben sie uns zweideutige Hinweise, die uns alle aus der Fassung bringen. Sie wollen die Fans immer überraschen. Und ich denke auch, dass es unseren Performances hilft." Ihre Kollegin Lyrica Okanu stimmt zu: "Ich bin immer sehr gespannt darauf, was mit dem Charakter als nächstes passiert." Okano spielt die junge Nico Minoru, ein Goth-Mädchen aus einer japanisch-amerikanischen Familie - die noch dazu magische Kräfte hat.
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Nico Okano (Lyrica Okano) steht am Lagerfeuer in der finsteren Nacht.
Vaughans Comic zeichnete sich bereits 2003 durch eine außergewöhnliche Diversität bei den Charakteren aus, die Serie setzt diesen Trend fort. "Als Amerikanerin mit Migrationshintergrund habe in meiner Kindheit nur selten Charaktere gesehen, mit denen ich mich identifizieren konnte", erklärt Okano. "Daher liegt mir die Figur der Nico Minoru sehr am Herzen." Das, so ihre Kollegin Ariela Barer, die in der Serie die pedantische Jungfeministin und Dinosaurier-Flüsterin Gert Yorkers spielt, mache sicher auch den unerwarteten und urplötzlichen Erfolg der Serie aus: "Ich denke, es ist wie bei dem Film Breakfast Club, nur dass diese Charaktere nicht nur völlig andere ethnische Hintergründe haben, sondern auch sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Es sind Charaktere, mit denen sich jeder identifizieren kann." Gregg Sulkin spielt den etwas verschüchterten, hoch intelligenten und sehr gutaussehenden Chase Stein, den Sohn eines verrückten Wissenschaftlers. Zu dem unerwarteten Erfolg von Runaways meint er: "Die Serie gefällt sehr vielen unterschiedlichen Menschen, von acht bis 50 oder 60. Ich treffe viele Leute, die mir sagen, dass sie die Serie immer zusammen mit ihren Eltern ansehen, was ich großartig finde."
Quelle: SYFY
Die sechs Runaways sitzen auf einer Treppe, um die Lage zu besprechen.
Besonders für Mädchen bietet Runaways viel, worauf Okano mit Freude näher eingeht: "Es ist ziemlich cool, Teil einer Gruppe von Superhelden zu sein, die überwiegend weiblich sind. Ich denke, dass unsere Figuren sind gute Vorbilder für die heutige Generation von Mädchen." Es geht um Identität und Bestimmung, um Jugend und Erwachsenenwerden - nur eben im Gewand einer packenden und gut gemacht Superhelden-Story, die mit Soap-Opera-Elementen angereichert ist. Vor allem aber geht es darum, gegen den Status quo zu kämpfen. "Die Serie stellt die Frage, ob es in Ordnung ist, Autorität zu hinterfragen," meint Feliz zum Abschluss des Gesprächs. "Und ich denke, das ist es, so lange es in einer respektvollen Art und Weise getan wird. Natürlich wollen wir die Kids nicht dazu inspirieren, die Macht zu übernehmen und die Welt in die Luft zu jagen. Ich denke, es ist eine coole Geschichte von sechs Außenseitern, die versuchen, nicht nur sich selbst, sondern möglicherweise auch für das Gute kämpfen. Und das ist eine Story, die für das Publikum niemals langweilig wird."
Zum Schluss nochmal der Teaser zur neuen Superhelden-Serie, die jeden Mittwoch um 21:00 Uhr auf dem Pay-TV-Sender SYFY zu sehen ist:
