Magical Mystery: Filmkritik zur deutschen Komödie
Ein Haufen Musiker veranstaltet während des Techno-Booms Mitte der 90er eine turbulente Tournee durch Deutschland.
Sven Regeners Drehbuch-Debüt "Herr Lehmann" (2003) war eigentlich mehr Milieuzeichnung als klassischer Drei-Akter. Und so ist es auch mit seinem neuesten Werk: Die psychologische Dramödie "Magical Mystery" dreht sich weniger um eine sich fortentwickelnde Handlung als vielmehr um einen Haufen skurriler Gestalten und wie diese sich in ihrer eigenen Soziosphäre bewegen.
Mitte der 90er: Zufällig trifft der in einer Gemeinschaft gescheiterter Subjekte lebende Ex-Psychiatrie-Insasse Karl "Charly" Schmidt einen alten Bekannten wieder. Der mit anderen Kumpels als DJs mit Techno-Musik reich Gewordene spannt den Abstinenzler prompt dazu ein, als Fahrer bei einer Raver-Tour durch Deutschland zu fungieren.
Heraus kommen durchtanzte Nächte, zarte Liebe, tote Meerschweinchen und ein sich anbahnender psychischer Crash - kurz: eine Art Vater-Mutter-Kind-Ausflug mit dem lakonischen Blick des Tatortreiniger-Regisseurs Arne Feldhusen inszeniert.
FAZIT
Ein Typ aus der Klapse kutschiert gesellschaftliche Randexistenzen durch die Gegend. Träge, nerdig, aber auch echt und mit stimmiger Szene.
Offizieller Trailer zu "Magical Mystery":
