Mackie Messer: Rezension zu Brechts Dreigroschenfilm
Bertolt Brecht war einer der einflussreichsten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Mit der Etablierung des epischen Theaters wollte er mit allen Konventionen brechen und das Publikum zum Nachdenken anregen. Es ging nicht mehr um Illusion und Identifikation mit Figuren, sondern um das Reflektieren von gesellschaftlichen Themen. Ein Konzept, das sich auch im Film widerfindet.
Berlin 1928: Nach der Uraufführung seiner Dreigroschenoper schwimmt Bertolt Brecht auf einer Erfolgswelle. Als die Nero-Film AG sein Skript für die geplante Kinoumsetzung als zu politisch ablehnt, verklagt der Literaturstar das Studio, um die Filmrechte zurückzuerlangen.
Joachim Lang adaptiert den wahren Vorfall als überbordendes Zeitgeistdrama mit opulenter Ausstattung und fast pausenlos erklingender Musik. Das Bühnenstück um Mackie Messer inszeniert er als Film im Film mit dem Handlungsort London. Das verschachtelte Werk stimmt eine kunstvoll arrangierte Hommage an Bertolt Brecht an, den Lars Eidinger als schlagfertigen Anpacker spielt. Sämtliche Dialoge Brechts zitieren Textstellen aus dem Werk des Autors. Mit vielen Selbstreferenzen, wenn etwa die Kameralinse zersplittert oder ein Papiermond im Hintergrund schwebt, überträgt Lang den Brechtschen Verfremdungseffekt ins Filmische. Trotz hohem Pacing erfordert die mutige, auf Dauer etwas ermattende Tour de Force eine lange Aufmerksamkeitsspanne.
FAZIT:
Schwärmerischer Ausstattungsfilm zum gesellschaftskritischen Leben und Werk des Jahrhundertliteraten Bertolt Brecht.

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ua mit Marianne Faithfull, Nick Cave, Lou Reed, Tom Waits, PJ Harvey, Sting, Stan Ridgway