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  • Little Nightmares im Test: Kindheitsängste zum Nachspielen
    Quelle: Bandai Namco

    Little Nightmares im Test: Kindheitsängste zum Nachspielen

    Der beklemmende Horror-Plattformer eifert Indie-Hits wie Limbo oder Inside nach, ohne jemals ihre Klasse zu erreichen. Wer jedoch über einige spielerischen Mängel hinwegsieht, wird mit einer starken Atmosphäre und spannenden Schleicheinlagen belohnt! Genügt das, um sich auf den spielgewordenen Albtraum einzulassen? Das klärt unser Test zu Little Nightmares.

     Six wirkt im Vergleich zu ihrer Umgebung geradezu winzig. Six wirkt im Vergleich zu ihrer Umgebung geradezu winzig. Quelle: PC Games Die großen Vorbilder von Little Nightmares braucht man gar nicht lange zu suchen: Wie schon Limbo oder Inside versteht sich auch dieses Spiel als physikbasierter Puzzle-Plattformer, in dem wir ein kleines Kind durch eine surreale, lebensfeindliche Umgebung begleiten. Allerdings schöpft Little Nightmares sein düsteres Design aus einer ganz eigenen, spannenden Grundidee: Die schwedischen Entwickler Tarsier Studios versuchen mit ihrem ersten gänzlich eigenen Werk, verschiedenste Kindheitsängste in ein Spiel zu gießen, das für Unbehagen und Abscheu sorgt - und zwar ohne sich dabei in übermäßigen Splatter- und Ekelszenen zu verlieren. Das ist atmosphärisch richtig gut gelungen! Doch leider leistet sich Little Nightmares im Test auch deutliche Gameplay-Schnitzer.

    01:04
    Little Nightmares: Neuer Trailer mit Release-Termin

    Little Nightmares im Test: Ein Kind trotzt seinem Albtraum

          

    Die Heldin des Spiels hört auf den Namen Six, ein stummes Mädchen, das nur einen gelben Regenmantel und ein Feuerzeug bei sich trägt. Six versucht, aus dem Schlund zu entkommen, das ist der Name eines grauenvollen Schiffs, in dem kleine Kinder von unheimlichen Erwachsenen festgehalten werden. Ihr Weg führt Six durch fünf albtraumhafte Kapitel, in denen sie unter anderem ein trostloses Gefängnis, die grotesk überdimensionierte Behausung eines Puppenmachers und eine abscheuliche Küche voller Fleisch­abfälle durchqueren muss. Die Levels sind stockfinster und stimmungsvoll, bieten aber nicht genug Abwechslung: Im Gegensatz zu Inside oder Unravel, die alle paar Minuten mit frischen Ideen überraschen, wiederholen sich hier viele der düsteren Umgebungsgrafiken. Vor allem an den metallisch-öden Innenräumen, die sich durch das gesamte Abenteuer ziehen, hat man sich schnell sattgesehen.
    Düstere Vorahnung: Nur selten wird die Inszenierung so interessant wie in dieser Szene. Die stockfinstere Levelgestaltung lässt Abwechslung vermissen. Düstere Vorahnung: Nur selten wird die Inszenierung so interessant wie in dieser Szene. Die stockfinstere Levelgestaltung lässt Abwechslung vermissen. Quelle: PC Games

    Little Nightmares im Test: Rätseln mit Hindernissen

          

    Simples Rätsel: Um an die Türklinke zu gelangen, muss sich Six den Stuhl heranziehen. Simples Rätsel: Um an die Türklinke zu gelangen, muss sich Six den Stuhl heranziehen. Quelle: PC Games Aber auch spielerisch tritt Little Nightmares etwas auf der Stelle - trotz der knappen Spielzeit von etwa vier Stunden. Six hat zwar keine speziellen Fähigkeiten, kann aber zumindest springen, klettern, die Umgebung mit einem Feuerzeug beleuchten und kleine Gegenstände benutzen. Das einzig Besondere an unserer Heldin: Im Vergleich zu ihrer Umwelt ist Six geradezu winzig klein! Für sie können Kühlschränke als Klettergerüst dienen, aus Schrankschubladen werden Leitern und Türklinken schweben in unerreichbarer Höhe. Dieser Umstand kommt in vielen physikbasierten Puzzles zum Einsatz: In einer Szene müssen wir beispielsweise mittels Fleischwolf eine Wurstkette herstellen, an der sich Six zum Ausgang entlanghangelt. Von solchen Ideen hätten wir gerne mehr gesehen! Doch oft muss Six einfach nur über Kisten klettern und Schlüssel sammeln, um damit Türen aufzuschließen, das wirkt auf Dauer etwas einfallslos - spielerisch schöpft Little Nightmares sein Potenzial einfach nicht aus.

    Zumal einige Geschicklichkeitsaufgaben aufgrund der etwas ungenauen Steuerung und teils unvorteilhaft gewählten Kameraperspektiven mehr Nerven kosten als sie eigentlich müssten: Little Nightmares ist nämlich kein 2D-Plattformer, sondern spielt komplett in 3D-Umgebungen - wir steuern Six also nicht nur seitwärts, sondern auch in der Tiefe des Raumes. Das klappt zwar meistens gut, sorgt in manchen Fällen aber dafür, dass wir von einer Plattform runterfallen oder von einem Gegner erwischt werden, einfach weil die Kamera nicht immer im optimalen Winkel auf das Geschehen blickt.

    Mit ihrem Feuerzeug erleuchtet Six die stockfinsteren Gänge. Mit ihrem Feuerzeug erleuchtet Six die stockfinsteren Gänge. Quelle: PC Games Auf dem PC steuert man Six überwiegend mit der Tastatur, nur Aktionen (wie z.B. eine Tür öffnen, sich an einer Kante festhalten, Gegenstände aufheben) löst man mit der linken Maustaste aus. Damit lässt es sich zwar spielen, doch gerade in den Fluchtsequenzen hat uns die normale Tastenbelegung nicht gefallen. Da sich die Steuerung aber frei belegen lässt, ist das kein Problem! Merkwürdiges Detail: In der PS4-Version sorgen schon einfache Schritte von Six für einen kleinen Vibrationseffekt, was auf Dauer gehörig nerven kann. Hier bleibt einem nichts anderes übrig, als sämtliche Vibrationseffekte des Controllers über die Systemeinstellungen der Konsole abzuschalten. Auf PC hatten wir das Problem mit einem angeschlossenen Xbox-360-Gamepad nicht.

    Little Nightmares im Test: Fast schon ein Schleichspiel

          

    Einen Gutteil der Spielzeit verbringt man damit, Six an diesem ekligen Typen vorbeizubugsieren, der das Kind mit seinen langen Armen verfolgt. Einen Gutteil der Spielzeit verbringt man damit, Six an diesem ekligen Typen vorbeizubugsieren, der das Kind mit seinen langen Armen verfolgt. Quelle: PC Games Wenn man nicht gerade Umgebungspuzzles löst, ist man vor allem damit beschäftigt, den "Bewohnern" des Schiffs auszuweichen. Darunter etwa ein blinder Kerl mit Hut, der Six mit seinen scheußlich langen Armen durch die Levels verfolgt und sie aus Verstecken herauszerrt. An anderer Stelle muss sich Six an den aufgedunsenen Schiffsköchen vorbeischleichen und dabei keinen Laut von sich geben. Wer Stealth nicht ausstehen kann, sei gewarnt: In Little Nightmares wimmelt es nur so von Schleich- und Verfolgungszenen! Manche davon sind auch tatsächlich hochspannend geraten und treiben den Puls ordentlich in die Höhe. Allerdings fallen einige auch unnötig nervig aus: Viel zu oft wird man von Gegnern entdeckt, ohne genau zu wissen, was man eigentlich falsch gemacht hat. Oder man erkennt zunächst nicht, welche Aufgabe man in dem Raum zu erledigen hat und probiert einfach drauflos - Six läuft so ein ums andere Mal in ihr Verderben.
    Schleichspiel: In der Küche muss Six diesen aufgedunsenen Köchen ausweichen - anfangs spannend, nach einer Weile aber auch etwas nervig. Schleichspiel: In der Küche muss Six diesen aufgedunsenen Köchen ausweichen - anfangs spannend, nach einer Weile aber auch etwas nervig. Quelle: PC Games

    Dieses Trial-and-Error-Prinzip wird auf der PS4 durch störende Ladezeiten verschärft, die zwischen 10 und 35 Sekunden verschlingen - viel zu lang für ein Spiel dieser Art! Auf dem PC fallen sie dagegen deutlich kürzer aus, was für einen deutlich besseren Spielfluss und damit auch für eine höhere Wertung sorgt. Doch egal auf welcher Plattform man spielt, die Checkpoints sind zum Teil schlecht gesetzt: Immer wieder mal ist man gezwungen, nach einem Bildschirmtod einen Spielabschnitt zu wiederholen, den man eigentlich schon gemeistert hatte - schade, dass sich die Entwickler ausgerechnet hier kein Beispiel an Inside genommen haben, das praktisch ohne Leerlauf auskommt.

    Little Nightmares im Test: Dichte, albtraumhafte Atmosphäre

          

    Grafisch ist Little Nightmares trotz Unreal Engine 4 und einiger stimmungsvoll ausgeleuchteter Kulissen kein Highlight: Die wenigen Gegner sind überraschend ungelenk animiert und der Schattenwurf unseres Feuerzeuges flackert arg künstlich, sobald Six nahe an einem Levelobjekt steht. Auch das Leveldesign lässt etwas Fantasie vermissen, aus dem Thema "Kindheitsängste" und "Albträume" hätte man sicher mehr herausholen können. Besser ist das unheimliche Sounddesign gelungen: Das gesamte Spiel wird von einer bedrohlichen Klangkulisse untermalt, die nur sehr selten von stimmungsvollen Musikstücken unterbrochen wird - für die beklemmende Atmosphäre ein echter Gewinn!

    Little Nightmares ist ab dem 28. April 2017 für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Der Preis für die Download-Version liegt bei 20 Euro. Für 35 Euro ist exklusiv auf Amazon.de auch eine sogenannte "Six Edition" erhältlich, die neben Spiel und Soundtrack-CD auch eine 10cm-Figur der Heldin, ein A3-Poster, einen Sticker-Bogen und eine Box im Käfig-Design umfasst.

    07:46
    Little Nightmares: 8 Minuten Gameplay aus dem Horror-Adventure


    Little Nightmares im Test: Wertung und Fazit

          

    Little Nightmares (PC)

    Spielspaß
    72 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Little Nightmares (PS4)

    Spielspaß
    69 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Gelungene, albtraumhafte Atmosphäre
    Simple, aber unterhaltsame Rätsel
    Einige spannende Schleich- und Verfolgungsszenen
    Bedrohliche Soundkulisse
    Im Vergleich zur PS4 kurze Ladezeiten (PC)
    Viel Trial-and-Error in den Schleich- und Verfolgungsszenen
    Gegner entdecken einen oft ohne sichtbaren Grund
    Störend lange Ladezeiten (PS4)
    Optisch wenig Abwechslung
    Steuerung reagiert manchmal ungenau, einige ungünstige Kamerawinkel
    Checkpoints zu weit auseinander oder ungünstig gesetzt

    • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel

      • Von TheBobnextDoor Erfahrener Benutzer
        Zitat von drbrainnn
        schaut gut aus ,aber warum wird die ps4 /pro version nativen 3k und 60fps gut Steuerung mit Vibrationseffekten die man ja abschalten kann schlechter bewertet als die pc Version.........
        Die langen Ladezeiten sind der Grund, so ist es jedenfalls im Test vermerkt. ;)

        Schade…
      • Von drbrainnn Benutzer
        schaut gut aus ,aber warum wird die ps4 /pro version nativen 3k und 60fps gut Steuerung mit Vibrationseffekten die man ja abschalten kann schlechter bewertet als die pc Version.........
      • Von doomkeeper Erfahrener Benutzer
        Auf dieses Spiel bin ich wirklich gespannt!

        Denke da werde ich sogar zu Release zugreifen denn die Atmosphäre und das Design des Spiels
        ist einfach nur spitzenklasse :top:

        Freu mich drauf aber ich gehe nicht davon aus dass es einem Inside gefährlich werden könnte.
        Inside ist für mich sogar eigentlich Spiel des Jahres 2016. Da wird wohl erst das nächste Spiel von Playdead so ein Niveau erreichen.
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Little Nightmares
Little Nightmares im Test: Kindheitsängste zum Nachspielen
Der beklemmende Horror-Plattformer eifert Indie-Hits wie Limbo oder Inside nach, ohne jemals ihre Klasse zu erreichen. Wer jedoch über einige spielerischen Mängel hinwegsieht, wird mit einer starken Atmosphäre und spannenden Schleicheinlagen belohnt! Genügt das, um sich auf den spielgewordenen Albtraum einzulassen? Das klärt unser Test zu Little Nightmares.
http://www.pcgames.de/Little-Nightmares-Spiel-59786/Tests/Review-Plattformer-Horror-1226246/
21.04.2017
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2017/04/LittleNightmares-PCGames-Test-Review023-pc-games_b2teaser_1692.jpg
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