Lionheart: King's Crusade: Angriff auf Medieval: Total War - unser Ersteindruck mit vielen neuen Screenshots
Richard Löwenherz führt seine Truppen in die Schlacht.
Mit dem etwas eigenwilligen 3D-Strategie-Rollenspielmix King Arthur wagte das ungarische Neocore Team vor gerade mal einem dreiviertel Jahr den Frontalangriff auf die Total War-Reihe. Doch der überzogene Schwierigkeitsgrad, ein paar Steuerungsmacken und das weitgehend unerklärte, sperrigen Spielkonzept verhinderten trotz interessanter Ansätze höhere Wertungsweihen. Lionheart: King’s Crusade soll nun alles besser machen. Dank strafferem Gameplay und einem weitgehend unverbrauchten Szenario könnte Lionheart tatsächlich bei Freunden großangelegter 3D-Gefechte Boden gutmachen.
Warten auf den Feind: Ab und zu muss man eine Stadt auch gegen herannahende Feinde halten.
Anders als beim mehr oder weniger frei erfundenen Arthus-Epos müssen sich die Neocore Designer bei Lionheart deutlich näher an die Historie halten. Lionheart spielt im Dritten Kreuzzug, der zwischen 1189 und 1192 stattfand. Im wahren Leben gab es während dieser Epoche durchaus komplexe Koalitionsverhältnisse, in Lionheart vereinfachte man das zu zwei Kampagnen, in denen man entweder als Richard Löwenherz samt Kreuzrittern erst Jerusalem erobert (was in Wahrheit nie geschah) und dann das ganze Heilige Land bis hinunter nach Bagdad. Auf der Gegenseite führen Sie als Saladin die Sarazenen gegen Richard und seine Streitkräfte ins Feld, um genau das zu verhindern. Dabei stehen großangelegte Kernschlachten im Mittelpunkt, die dieses Mal sogar in mehrere Abschnitte aufgeteilt sind. In diesen sogenannten „Episodic Missions“ kann es zum Beispiel vorkommen, dass Ihre Streitkräfte zuerst eine Wallanlage erstürmen, die sie im zweiten Abschnitt halten müssen, bis Entsatz kommt. Nur um danach in Teil drei danach die gegnerische Burg zu stürmen.
Ein Klick auf eine EInheit (hier die schwere Infanterie) offenbart die Stärken und Schwächen in Disziplinen wie Angriff, Verteidigung und Geschwindigkeit.
Zwischen den Gefechten werden genau wie in King Arthur auch, die eigenen Verbände aufgewertet und verstärkt. Dabei spielt diesmal die Politik eine nicht unwesentliche Rolle. So gibt es auf Richards Seite gleich vier Fraktionen, die bei Laune gehalten werden wollen. So sollte man darauf achten, stets mit dem Papst, dem französischen König, den Templern und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen keinen Ärger zu bekommen, denn durch diese vier Parteien werden im Laufe der Zeit diverse Boni, neue Einheiten und Verstärkungen freigeschaltet. Allerdings stellen die Herrschaften immer wieder Forderungen, wobei man es nie allen vieren gleichzeitig recht machen kann.
So fordert etwa einmal der Papst einen Frontalangriff bei Tage, während die Franzosen unbedingt eine Nachtattacke auf das gegnerische Lager starten wollen. Auf Seiten der Sarazenen gibt es solche Gruppierungen nicht. Dadurch soll symbolisiert werden, dass diese Seite bei weitem nicht so zerstritten wie die Kreuzritter war. Stattdessen gibt es einen klassischen Fertigkeitenbaum, über den nach und nach neue Skills und Einheiten freigeschaltet werden. Spielerisch mag diese Absetzung gegenüber den Kreuzrittern gerechtfertigt sein. Im echten Dritten Kreuzzug musste sich aber auch Saladin mit etlichen Parteien, Grüppchen, Cliquen und Intrigen herumärgern.
Mounted Muselmän: Eine Spezialität der Sarazenen sind die berittenen Bogenschützen.
Den Entwicklern sind dabei die Unterschiede zwischen beiden Fraktionen sehr wichtig. So werden die Sarazenen kaum schwere Verbände oder Waffen auffahren können. Stattdessen agieren sie mit flinken Reitergruppen und Bogenschützen. Apropos: In King Arthur waren gerade Bogenschützen oftmals unüberwindliche Supereinheiten, die so manche Schlacht zum wahren Glücksspiel machte. Dessen ist sich das Neocore-Team bewusst, und will verstärkt auf das ausgeglichene Balancing ihrer Einheiten achten. Auch auf das Aufwerten und Ausbauen der Verbände wird viel Wert gelegt. Der Spieler soll die Einheiten nach und nach exakt so anpassen können, dass sie seiner eigenen Spielweise entsprechen. So kann man etwa einen Schwertkämpfer zu einer Defensiveinheit machen, und als Schutztruppe für die eigenen Bogenschützen aufbauen. Aggressiver veranlagte Feldherren machen stattdessen nach und nach Superkämpfer daraus, die sich direkt in die Schlacht stürzen. Und natürlich gibt es Heiler, sprich Priester und Imame, und Captains, die ihrerseits wiederum Relikte einsetzen können, das Äquivalent zur Magie in King Arthur. Allerdings spielt dieser Bereich eine bedeutend kleinere Rolle, als im deutlich Fantasy-lastigeren Vorgänger.
Was bislang von Lionhead zu sehen ist, wirkt tatsächlich wie ein Zwillingsbruder von King Arthur, obwohl die Entwickler Stein auf Bein schwören, jede Menge Änderungen vorgenommen zu haben, so dass sich Richard Löwenherz‘ Kreuzzug deutlich anders spielt, als Arthurs Gralsjagd. Vor allem die Steuerung der 3D-Gefechte sollte noch kräftig optimiert werden, denn die war beim Vorgänger noch arg verbesserungswürdig. Auch der überzogene Schwierigkeitsgrad und die oft merkwürdig agierende KI waren Kritikpunkte an King Arthur, die sich zu Zeiten Richard Löwenherz‘ hoffentlich nicht wiederholen. Viel Zeit bleibt Neocore nicht mehr. Release soll bereits am 8. Oktober 2010 sein. (Mick Schnelle)
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Ich jedenfalls habe mir das Spielchen schonmal vorbestellt.
Ja, habe nach Forenanleitung schon mit dem cff-explorer dran rum gefingert aber nur mit der Folge dass es nicht jedesmal am…