Limbo (PC)

Release:
k.A.
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
k.A.

Limbo im Test: Top-Wertung für den düsteren Indie-Hit [Test des Tages]

03.08.2011 18:31 Uhr
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Limbo im Test von PC Games: Auf den Konsolen wird Limbo als Meisterwerk gefeiert, eine PC-Umsetzung war schon lange überfällig! Unser Test klärt auf, warum das Indie-Spiel eine solche Faszination ausübt.

Limbo im Test von PC Games: Der düstere Indie-Hit überzeugt auch auf dem PC. Limbo im Test von PC Games: Der düstere Indie-Hit überzeugt auch auf dem PC. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Limbo im PC Games-Test: Ein kleiner Junge erwacht in einem pechschwarzen Wald. Erst steht er auf, dann läuft und läuft er. Er klettert auf Leitern, er springt über Abgründe, verschiebt Kisten, weicht Fallen aus. Niemand spricht mit ihm, er hat keinen Namen, er ist allein in dieser grauen Welt. Nur Gegner gibt es dort, doch der Junge wehrt sich nicht, er kann nicht kämpfen, hat keine Waffen – er kann nur immer weiter und weiter. Limbo erklärt nicht, was dieses Kind antreibt. Erst die Produktbeschreibung der Entwickler verrät den Hintergrund: Der tapfere Junge durchwandert den Limbus, den äußeren Kreis der Hölle. Denn dort ist seine Schwester verschwunden, dort muss er sie suchen.

Brillante Atmosphäre
Wenn Spiele Kunst sein können, dann ist Limbo der Beweis dafür. Grau und farblos präsentiert sich die Welt, und doch strahlt sie eine beklemmende Atmosphäre aus, so dicht, dass selbst die meisten Vollpreisspiele nur davon träumen können. Limbo verzichtet aber nicht nur auf Farben, auch eine Musikuntermalung gibt es nicht, nur eine bedrohliche Klangkulisse, die aber perfekt zum Spielgeschehen passt. Das Sounddesign von Limbo ist erstklassig.

Die düstere Welt von Limbo besteht aus einem Guß, eine Unterteilung in Levels gibt es nicht - da hilft es der Spielerfahrung ungemein, dass die Grafik weder sichtbaren Kanten noch störende Übergänge kennt. Unterstützt durch geschickt eingesetzte Unschärfe- und Rauschfilter entfalten die Bilder so eine traumartige Sogwirkung. Hinzu kommen geschmeidige Animationen, schöne Partikeleffekte und eine durchdachte Kameraführung, die dem Spannungsaufbau zugute kommt – all das sollte man gesehen haben, vor allem in Bewegung, denn erst dann entfaltet der wunderbare Stil sein volles Potenzial. Kein Wunder, dass Limbo vor einem Jahr, als es zunächst auf Xbox 360 erschien, zahlreiche Preise abräumte – darunter auch mehrere Grafik-Awards.

Geschliffenes Gameplay
Doch Limbo ist kein einfaches Kunstprojekt, hinter der schönen Fassade verbirgt sich auch ein durchdachter Mix aus 2D-Jump&Run und Knobelspiel. Der Pfad des Jungen ist nur so mit Hindernissen gespickt, darunter Fallen, Gruben, Kreissägen, elektrisch geladene Felder und vieles mehr. Dann gilt es, nach Lösungswegen zu suchen, die oft Gebrauch von der guten Physikengine machen, die in Limbo arbeitet: Da müssen Tore geöffnet, Schalter gedrückt, Loren über Schienen geschoben oder Bäume zum Einsturz gebracht werden – Limbo liefert dafür kaum Tipps oder Lösungshilfen, der Spieler ist meistens auf sich allein gestellt.

Einige der besten Szenen im Spiel drehen sich um eine riesige, schwarze Spinne, die den Weg des Jungen versperrt, nach ihm schnappt und ihn sogar verfolgt – ihr entkommt man nur mit Überlegung und guten Reaktionen. Anderenfalls stirbt der Junge, meist auf grausame Art: Das Kind bricht sich die Knochen, es wird zersägt, zerstampft oder von Kugeln durchlöchert; allesamt brutale Szenen, weshalb das Spiel auch eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat. Sobald das Kind stirbt, wird es an einen Checkpunkt zurückgesetzt, so etwas geschieht oft in Limbo, das Spiel verzeiht keine Fehltritte. Limbo ist nicht unfair, die häufigen Tode sind von den Entwicklern durchaus gewollt – ein klein wenig Frusttoleranz sollten die Spieler aber dennoch mitbringen.

So läuft Limbo auf dem PC
Die PC-Umsetzung von Limbo ist gut gelungen. Der Junge steuert sich auch mit der Tastatur präzise und eingängig, doch leider lässt sich die Tastenbelegung nicht im Spiel verändern. Wer gerne mit anderen Tasten spielen möchte, wechselt dazu in den Ordner des Spiel ("\Steam\steamapps\common\limbo") und nimmt die Einstellungen selbst an der Datei "settings.txt" vor. Wer mag, kann außerdem ein Gamepad benutzen. Grafikoptionen gibt es merkwürdigerweise keine – Limbo legt seine Auflösung von selbst fest und Detailstufen gibt es auch nicht. Allerdings haben wir diese Optionen auch zu keinem Zeitpunkt vermisst.

Kurz und intensiv
Der größte Haken an Limbo: Es ist verdammt kurz. Drei Stunden, nicht weniger, aber auch nicht viel mehr brauchen geübte Spieler, bis sie das Ende erleben. Immerhin, der Verkaufspreis fällt dafür auch entsprechend niedrig aus – die PC-Version, die ausschließlich über Steam vertrieben wird, kostet gerade mal 10 Euro. Für drei Spielstunden mag das immer noch recht teuer erscheinen, doch dabei sollte man bedenken: Es werden drei Stunden sein, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben.

Limbo (PC)
Spielspaß-Wertung

90 %
Leserwertung
(14 Votes):
85 %
Faszinierende, düstere Atmosphäre
Sehr kurz (ca. 3 Stunden)
Brillanter Grafikstil
Häufiges Trial & Error
Technisch perfekt umgesetzt
   
Felix Schütz
Tatsächlich so gut wie sein Ruf! Limbo sollte man gespielt haben.
Schon drei Mal habe ich das Abenteuer des kleinen Jungen durchgespielt. Und noch immer bin ich schwer fasziniert: Was Limbo hier in drei Stunden an schierer Qualität abliefert, bekommen viele Vollpreistitel auch mit einem Riesenbudget und deutlich längerer Spielzeit nicht hin. Ich mag Limbo vor allem dafür, dass es seinen düsteren, freudlosen Stil von Anfang bis Ende beibehält: Limbo will nun mal nicht bunt und fröhlich sein. Es will berühren, ohne sentimental zu wirken, es will faszinieren, ohne mit Effekthascherei um Anerkennung zu betteln. Ein Hüpf- und Denkspiel, das mit toller Grafik, guter Spielbarkeit und schlauen Rätseln lange in Erinnerung bleibt. Obwohl die kurze Spielzeit sicher manche Käufer abschrecken dürfte, hoffe ich doch sehr, dass Limbo auch auf dem PC ein Erfolg wird. Solche Spiele sind nämlich viel zu selten.
   
Print-Redakteur
Moderation
03.08.2011 18:31 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
08.08.2011 16:28 Uhr
Der düstere S/W- Stil des Spiels ist toll, auch die Unschärfe der Hintergründe, die Animationen, Soundkulisse etc, aber ich Timing-Rätsel sind schlimmer als Riesenspinnen. 
Neuer Benutzer
Bewertung: 1
06.08.2011 01:57 Uhr
Macht weiter so. Wann kommt teil 2 ?????? Oder wie wärs mit em Level-Editor ???
Das würde einschlagen wie ne Bombe. Thanks
Print-Redakteur
Bewertung: 0
04.08.2011 14:07 Uhr
Zitat: (Original von Exar-K;9329084)
Tatsächlich? Hmm, dann sollte ich Limbo vielleicht doch schon eher testen, als ursprünglich geplant.
Braid ist für mich immer noch das beste Indiespiel, an dem man spielerisch und emotional doch ein wenig zu knabbern hat. Der Titel hat mich echt berührt.

Wie gesagt, würd sie nicht direkt vergleichen. Mir liegt der düstere Stil von Limbo auf jeden Fall mehr.

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