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  • Lichdom: Battlemage im Test: Effektreich inszenierte, aber auf Dauer enttäuschende Magier-Show - mit Video

    Lichdom: Battlemage - Rasant und ganz ohne Gebrauch von Mana räumt ihr mit euren selbst erstellten Zaubersprüchen mit den zahlreichen Gegnern auf.

    Ein Shooter ohne Waffen, dafür mit tausenden Zaubersprüchen, die man sich selbst per Baukastensystem erstellt! Was nach einer erfrischenden Spielidee klingt und auch tatsächlich Spaß macht, mutiert nach längerer Spielzeit zu einer öden und ewig langgestreckten Schlauchlevel-Hatz. Zwar hat Entwickler Xaviant ein tolles Kampfsystem erschaffen, doch farmt ihr dabei nur stupide nach neuen Zauberspruch-Bauteilen. Wir beleuchten die Stärken und Schwächen des schnellen Zauberer-Spiels.

    "Ene mene Riesenzorn, sei verraucht beim Nasenhorn – hex-hex." Kinder-Hexe Bibi Blocksberg ist bekannt dafür, sich ihre Sprüche mal eben so aus dem Stegreif zusammenzubasteln. Auf dem PC und nicht für Kinder zu empfehlen geschieht das im actionreichen Monstergeschnetzel Lichdom: Battlemage ähnlich.

    Gigantische Zauberspruchbastelei mit ­einfacher Bedienung

    Die an sich spannende Grundidee: Ihr benutzt Zaubersprüche, die aus verschiedenen Siegel-Komponenten bestehen und mit denen man munter drauflos experimentieren und sie miteinander kombinieren kann. Zu Beginn bringt euch ein Tutor-NPC namens Roth einfache Feuer- und Eiszauber bei und ihr bekommt den grundlegenden Umgang mit der Magie erklärt. Das Zaubersystem in Lichdom: Battlemage wirkt trotz des eingebauten Tutorials schlampig erklärt, weil es eben viele Details darüber offen lässt, wie genau das mit dem ganzen Siegel-Zeug funktioniert. Im Journal ist immerhin eine als Wikipedia aufgebaute Datenbank enthalten, mit der man mühsam die magischen Zusammenhänge nachlesen kann – nicht gerade schön gelöst, aber dringend anzuraten. Hier sei erwähnt, dass ihr ohne gute Englischkenntnisse aufgeschmissen seid, denn das Spiel ist nur in dieser Sprache verfügbar. Die Steuerung hingegen ist simpel gestrickt, ihr bewegt euch wie in einem Ego-Shooter und aktiviert die Zauber mit linker, rechter oder beiden Maustasten.

    Komplexer Baukasten

    Lichdom: Battlemage - Die CryEngine 3 sorgt für hübsche Locations im Spiel. Lichdom: Battlemage - Die CryEngine 3 sorgt für hübsche Locations im Spiel. Zaubersprüche in Lichdom: Battlemage sind in acht sogenannten Siegeln wirksam. Ein Siegel definiert die magische Schule, etwa Feuer, Nekromantie, Fäulnis, Blitz oder Eis. Maximal drei solcher Siegel dürft ihr aktiv schalten. Dazu kommt ein vierter, passiv wirkender Schildzauber und fertig ist euer Magie-Arsenal. Jedes Siegel wiederum enthält drei Slots, in denen ihr eure Zauber einpasst.

    Um einen Spruch im stets einblendbaren Crafting-Menü herzustellen, benötigt ihr zuerst ein Muster (Pattern), das die Zauber-Effekte wie erhöhten Schaden, schnelleres Casting, höhere Chance auf kritische Treffer etc. definiert. Die Muster sind unterteilt in Einzel- und Flächenzauber (jeweils aufladbar) sowie einen Konter-Effekt (Nova), wenn ihr im richtigen Moment die Blocktaste drückt.

    Als zweite Komponente kommt eine Verstärkung (Augment) hinzu, die es ebenfalls in drei Varianten gibt. Destruction verstärkt den Schaden des Spruches, Mastery sorgt in der Regel für einen Debuff beim Gegner und Control schafft zusätzliche Effekte wie Schaden über Zeit, verlangsamt Gegner, friert sie ein etc. Mit diesem System ergeben sich Tausende von Kombinationsmöglichkeiten, denn die Komponenten gibt es auch noch in verschiedenen Raritätsstufen und lassen sich upgraden - hier könnt ihr euch als wahrer Sprücheklopfer beweisen.

    Rasante Shooter-Action, aber ...

    Sobald man sich ins Getümmel stürzt, fällt einem die leichte Bedienung der Zauberei positiv auf. Mit der linken Maustaste schleudern wir den anrückenden Gegnern unsere Zauber entgegen, blocken mit der rechten Maustaste oder platzieren mit gleichzeitig gedrückten Maustasten Flächenzauber in die Landschaft. Dabei ist unserer Kreativität kaum eine Grenze gesetzt, wir hantieren mit klassischen Feuer- oder Eisbällen, erschaffen Strahlenzauber und Fallen, beschwören Kreaturen, heizen den Gegnern mit Flüchen ein oder kleben ihnen platzende Pusteln auf den Körper. In puncto Kampfsystem spielt sich Lichdom: Battlemage richtig gut und man ist motiviert, immer bessere Sprüche und Kombinationen zu entdecken. Um es den Spielern etwas leichter zu machen, haben die Entwickler auch einen offiziellen Guide auf Steam veröffentlicht, der die Mechaniken und das Crafting erläutert.

    05:29
    Lichdom: Battlemage: Rasanter Magier-Shooter im Testvideo


    Doch so umfangreich und tief gehend das System auch ist, es birgt auch eine immense Frustgefahr in sich, da man sich bei der Vielfalt an Zauberkomponenten auch komplett ineffektive Sprüche basteln kann. Das macht sich beim Spielen auch schnell bemerkbar, denn der nicht einstellbare Schwierigkeitsgrad zieht rasant an. Schon nach kurzer Zeit stellt man fest, dass man die immer zahlreicher und stärker werdenden Gegner nur noch zu Kleinholz verarbeiten kann, wenn man die Spielmechanik gut verinnerlicht hat. Wer hier kein hohes Gedulds- oder Frustpolster besitzt, wird schnell verärgert in die Tastatur beißen und den Bildschirm anbrüllen. Erschwert wird die Zauberbastelei dadurch, dass sich die Sprüche nur eingeschränkt wieder zerlegen lassen und ihr auf jeden Fall Bauteile einbüßt. Doch zum Glück erhaltet ihr ja stets neue Zauber-Einzelteile, wenn ihr Monster schnetzelt oder wenn ihr Verstecke findet. Spielerisch gestaltet sich das aber als ödes Grinding. Maximal 250 solcher Items fasst euer Inventar. Falls euch Komponenten ausgehen, könnt ihr per Schnellreise-System bereits absolvierte Passagen wiederholen, in denen alle Gegner wieder an Ort und Stelle sind. Das sorgt schnell für Langeweile, da hier keine Überraschungen mehr auf euch warten.

    Lichdom: Battlemage - Die nicht sonderlich spannend erzählte Story wird mit solchen Zeichnungen eingeleitet. Lichdom: Battlemage - Die nicht sonderlich spannend erzählte Story wird mit solchen Zeichnungen eingeleitet. Sich immer wieder durch die gleichen Gegner-Horden zu brutzeln, macht auf Dauer zu wenig Spaß. Zudem sind die Levels streng linear und schlauchartig designt, sie wirken bis auf die stets an den gleichen Stellen erscheinenden Monster trost- und leblos. Schade. Da hilft auch die schöne Grafik der eingesetzten CryEngine 3 nicht. Einzig die in den Levels verstreuten Arena-Bereiche sorgen für Abwechslung, da man hier besonders viele Bauteile auf einmal einsacken kann.

    Und so zaubern wir uns stundenlang durch nicht enden wollende Levelpassagen, räumen Monsterhorden aus dem Weg, die sich auf Dauer viel zu sehr abnutzen, weil es zu wenig Gegner-Designs gibt. Noch eine Gruppe Skelette, noch mehr Krieger, schon wieder Dämonen und Geister, das lässt den Spielspaß gehörig sinken, denn die einzige Motivation im Spiel besteht darin, Zauberbauteile aufzutreiben oder versteckte Passagen und Arenen zu finden, die - na was wohl - wieder Zauberbauteile bescheren. Drumherum passiert einfach zu wenig und es gibt nichts für den Spieler zu tun. Manuelles Speichern ist nicht möglich und es gibt pro erstelltem Charakter nur einen Spielstand, der stets überschrieben wird.

    Lichdom: Battlemage - Zauberer Roth ist unser Tutor, lässt aber viele Detailfragen offen. Lichdom: Battlemage - Zauberer Roth ist unser Tutor, lässt aber viele Detailfragen offen. Wenn eure Spielfigur ins Gras beißt, wird sie umgehend am letzten Checkpoint wieder ins Spiel gebracht und ihr könnt munter weiter los schnetzeln. Die Checkpoints sind aber häufig so ungünstig platziert, so dass ihr viele nervige Kampfabschnitte mühsam wiederholen müsst, was nun mal dem Spielprinzip geschuldet ist. Allerdings bestraft das Spiel den virtuellen Tod eures Charakters auf recht fiese Weise: Die Chance, höherwertiger Bauteile für Zaubersprüche in einem aktuell gespielten Level zu bekommen steigt, wenn ihr lange genug am Leben bleibt und Checkpoints passiert. Sobald die Figur stirbt, wird das System wieder komplett zurückgesetzt und ihr bekommt erst mal wieder nur geringwertige Bausteine. Das mag sicher als motivierendes Element für Spieler, die es gerne mal schwer haben, funktionieren. Einsteigern jedoch beschert es blanke Nerven und reichlich Frust, da man im fortgeschrittenen Spiel auf die qualitativ hochwertige Zauber dringend angewiesen ist, um überhaupt weiterzukommen.

    Hält denn die Story bei Laune?

    Die seichte Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt. Zu Spielbeginn entscheidet ihr euch entweder für eine männliche oder weibliche Figur. In der jeweils kurz gehaltenen und mit Zeichnungen gestalteten Story-Einführung müsst ihr als Schmied den Mord eurer Frau oder als Goldschmiedin die Versklavung eurer Schwester miterleben. Beiden Gräueltaten gemein ist der dafür verantwortliche Lord Shax. Als Anführer des finsteren Mathus-Kultes verkörpert er den typischen Fantasy-Bösewicht. Die recht hanebüchene und konfus erzählte Geschichte bessert sich auch nicht im Verlauf der rund 30 Stunden andauernden Kampagne. Dialoge führt ihr kaum, das meiste der Story erfährt man, indem man Geister-Erscheinungen aktiviert, um als reiner Zuschauer Passagen aus der Vergangenheit zu erfahren. Spannend ist das nicht gerade, und man sieht den Sequenzen halt eher teilnahmslos zu, schade.

    Aber gut, es geht in Lichdom: Battle­mage ja auch nicht darum, eine tief gehende Geschichte zu erleben. Dafür erhaltet ihr ein actionreiches Magie-Geschnetzel, das sich am besten als Serious Sam im Fantasy-Setting bezeichnen lässt, gewürzt mit einer Prise Dark Messiah of Might & Magic. Immerhin entschädigen die zahlreichen Bosskämpfe, die von anspruchsvoll bis frustrierend ausfallen können.

    Wer schnell mal eine Runde Monster metzeln möchte und dabei Bildschirm füllende Effekte liebt, findet in Lichdom: Battlemage kurzweilige Unterhaltung, für mehr reicht es allerdings nicht. Das ist recht schade, denn die grundsätzliche Spielidee ist gut und auch die Kämpfe machen für sich genommen, erst mal reichlich Spaß. Bloß fängt das alleine nicht die genannten Schwächen auf. Erst recht nicht, wenn man das Spiel auf so unnötige Weise in die Länge zieht, dass es auf Dauer nur noch nervt, sich durch noch eine Eispassage, noch einen Wüstenabschnitt oder noch einen Dungeon-Gang durch zu kämpfen.

    Lichdom: Battlemage (PC)

    Spielspaß
    68 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Ungewöhnliche Spielidee
    Das leicht zu bedienende Magie-Crafting erlaubt, Tausende von Sprüchen zu erstellen.
    Ordentliche Gegner-KI und
    Knackige Bosskämpfe
    Schicke Grafik und toller Sound
    Versteckte Arenen bieten Extra-Beute.
    Lange Spielzeit …
    …allerdings sorgen die Schlauchlevels auf Dauer für Monotonie.
    Schwach und konfus erzählte Story
    Die unzureichende Hilfestellung beim Zaubersystem sorgt für Frust.
    Tot wirkende Level-Abschnitte, da es kaum NPCs oder belebte Umgebung gibt
    Zu wenig Abwechslung beim Spielverlauf
    Ewig lange Ladezeiten
    Nur ein Speicherpunkt pro erstelltem Charakter
    Spärlich und teils unfair platzierte Checkpoints trüben den Spaß

  • Lichdom: Battlemage
    Lichdom: Battlemage
    Release
    3. Quartal 2014
    Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von RedDragon20
    Mhm...allein gameplaytechnisch wäre das wohl unglaublich umzusetzen. Das würde Elemente verschiedenster Genre…
    Von Chemenu
    Naja, in meiner Vorstellung kann man jederzeit selbst aufs Schlachtfeld oder Missionen ausführen, in 1st oder 3rd…
    Von RedDragon20
    Das alles klingt für mich nach einer Mischung aus Games wie Black and White und Total War.  Kann ich mir sogar…
    • Es gibt 9 Kommentare zum Artikel

      • Von RedDragon20 Erfahrener Benutzer
        Mhm...allein gameplaytechnisch wäre das wohl unglaublich umzusetzen. Das würde Elemente verschiedenster Genre miteinander verbinden und ob das klappt, wäre fraglich. Dass sowas gern mal nach hinten los geht, haben ja schon einige Spiele gezeigt. Darunter ein Spiel, das deiner Idee recht ähnlich ist (Brütal Legend).

        Ich kann mir sowas eher in Form eines Strategie-Titels vorstellen.
      • Von Chemenu Erfahrener Benutzer
        Zitat von RedDragon20
        Das alles klingt für mich nach einer Mischung aus Games wie Black and White und Total War.  Kann ich mir sogar sehr gut vorstellen.
        Man spielt einen magisch begabten Heerführer, der in Echtzeitschlachten (ähnlich wie in Black and White) das Gebiet…
      • Von RedDragon20 Erfahrener Benutzer
        Zitat von Chemenu
        Gute Ideen sollte man nie kostenlos preisgeben. :-D

        Aber ich umreisse meine Vorstellung mal ganz grob. In meinem Spiel würde man nicht an der Front kämpfen und kleine, popelige Feuerbälle verschiessen, sondern eher im Hintergrund agieren.
        Es würden sich zwei riesige…
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1135770
Lichdom: Battlemage
Test: Effektreich inszenierte, aber auf Dauer enttäuschende Magier-Show
Ein Shooter ohne Waffen, dafür mit tausenden Zaubersprüchen, die man sich selbst per Baukastensystem erstellt! Was nach einer erfrischenden Spielidee klingt und auch tatsächlich Spaß macht, mutiert nach längerer Spielzeit zu einer öden und ewig langgestreckten Schlauchlevel-Hatz. Zwar hat Entwickler Xaviant ein tolles Kampfsystem erschaffen, doch farmt ihr dabei nur stupide nach neuen Zauberspruch-Bauteilen. Wir beleuchten die Stärken und Schwächen des schnellen Zauberer-Spiels.
http://www.pcgames.de/Lichdom-Battlemage-Spiel-54265/Tests/Test-Effektreich-inszenierte-aber-auf-Dauer-enttaeuschende-Magier-Show-1135770/
13.09.2014
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/09/Lichdom_001-pc-games_b2teaser_169.jpg
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