Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse
Graf Olafs Schergen beschießen Sie mit ungewöhnlicher Munition, etwa Limettensaft oder - wie in diesem Fall - lebenden Bienen.
Graf Olaf - im Ende Januar gestarteten Kinofilm gespielt von Jim Carrey - ist ein Schuft der ersten Garde. Es gibt keine Gemeinheit, die er nicht anstellen würde, um an das geerbte Vermögen der drei Waisenkinder Klaus, Violet und Sunny Baudelaire zu kommen. Er erschleicht sich zu Beginn das Vertrauen des Testamentsvollstreckers ihrer Eltern, um zum Vormund erklärt zu werden, verfolgt sie unaufhörlich und sperrt sie in seiner Villa ein. In Lemony Snicket: Rätselhafte Ereignisse steuern Sie das Trio und durchkreuzen Olafs Erbschaftspläne mit viel Cleverness und Geschick. Dabei helfen die besonderen Begabungen der Kinder. Eine typische Szene: Nach der ersten Flucht aus Olafs Anwesen lauert der garstige Graf dem Dreigespann im Haus des Schlangenforschers Montgomery auf und schließt sie mit einer Schar bissiger Reptilien ein. Prompt zimmert Erfinderin Violet aus einem Korb, einer Leine und einem Schürhaken den "Reptilien-Rückholer", mit dem Klaus alle Nattern einfängt - der Weg zum erneuten Entkommen ist frei. Baby Sunny krabbelt durch enge Spalten und knabbert Seile, Pfosten oder Balken an, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Je nach Situation führen Sie per Linksklick Aktionen aus oder sammeln -Objekte ein.
Strikt geradeaus
Oberschurke Olaf windet sich aus den aussichtslosesten Situationen und heckt neue Gemeinheiten aus.
Adventure-taugliche Rätsel dürfen Sie nicht erwarten, denn so vielschichtig die Probleme im ersten Augenblick auch scheinen, sie sind nahezu immer auf die gleiche Weise zu lösen. Als eines der drei Kinder spürt man markierte Gegenstände auf, schleppt sie zu bestimmten Punkten und schaut anschließend eine Skriptsequenz, in der das Rätsel gelöst wird. Zudem sind die Levels dermaßen linear aufgebaut, dass man unweigerlich über zu findende Objekte stolpert. Und genau wie in Harry Potter und der Gefangene von Askaban darf der Spieler nicht frei zwischen den Protagonisten wechseln, sondern nur an vorgegebenen Stellen. Lediglich eine Hand voll interessanter Rätsel durchbrechen die Langeweile. Um an eine höher gelegene Leiter zu kommen, muss Klaus etwa einige Schlangen mit der richtigen Melodie unterschiedlich hoch aus ihren Körben locken, um sie als Stufen zu nutzen. Der größte Schwachpunkt ist die ungenügende Atmosphäre. Während man sich bei den Potter-Spielen in die magische Hogwarts-Welt versetzt fühlt, wirken Charak-tere und Umwelt in Lemony Snicket blass und unwirklich, nicht motivierend.

