LEGO Harry Potter: Die Jahre 1-4 (PC)

Release:
25.06.2010
Genre:
Action
Publisher:
Warner Bros. Interactive

Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4 im Test: Ein zauberhafter Spaß auf dem PC?

25.06.2010 09:48 Uhr
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Neu
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Harry Potter erobert mit Lego Harry Potter: Die Jahe 1-4 das Klötzchen-Universum - ein zauberhafter Spaß auf dem PC? Der Test von PC Games klärt auf.

Das Spiel fängt das Lego-Flair exzellent ein und nutzt dies in seinen Zwischensequenzen auch wunderbar aus. Das Spiel fängt das Lego-Flair exzellent ein und nutzt dies in seinen Zwischensequenzen auch wunderbar aus. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Verrückt, wie kleine Plastikklötzchen die Welt verändern können. 1932 gründete der Tischlermeister Ole Kirk Christiansen die Firma Lego. Heute kennt jeder auf der Welt die bunten Bausteine, die der kindlichen Fantasie kaum Grenzen setzen. Das Wort Lego leitet sich dabei vom dänischen Ausdruck „Leg Godt“ ab, was zu Deutsch so viel bedeutet wie „Spiel gut“. Ein einfaches Qualitätssiegel, das man genau so unter Lego Harry Potter schreiben könnte, auch wenn die Lego-Umsetzung des Zauberlehrlings mit ein paar Problemen zu kämpfen hat.

Der Titel des Spiels verrät es bereits: Lego Harry Potter: Die Jahre 1–4 widmet sich nur den ersten vier Bänden der Reihe, die Geschehnisse ab Harry Potter und der Orden des Phönix bleiben außen vor, also alle Ereignisse nach der Wieder­auferstehung des dunklen Lord Voldemort. Den vier enthaltenen Bänden folgt das Spiel so detailliert, wie es die Filme vormachen, an die es sich anlehnt. Wer die Streifen kennt, dem kommen deshalb auch immer wieder Szenen bekannt vor, die putzig und humorvoll umgesetzt wurden – eine der großen Stärken von Lego Harry Potter.

Der Spielverlauf dagegen fällt etwas eintönig aus. Die meiste Zeit verbringen Sie im digitalen Hogwarts, wo Sie die Geschichten der vier Bücher in Levels unterteilt erleben. Innerhalb der Abschnitte sind Sie hauptsächlich damit beschäftigt, die sogenannten Studs zu sammeln. Das sind Lego-Münzen, die Sie benötigen, falls Ihre Spielfigur mal hopsgehen sollte. Die Dinger sind überall versteckt, ob Sie nun Pflanzen mit einem Zauber zerschießen oder Laternen wieder anzünden, immer spucken die Gegenstände einen Schwall solcher Teile aus, damit Sie sie einsammeln. Außerdem dürfen Sie sich auf die Jagd nach Outfits für Ihre Charaktere machen, die Sie für kleinere Rätsel als Belohnung erhalten, Sie dürfen anderen Schülern helfen, die in Not sind, und so weiter. Nebenaufgaben gibt es genügend für erkundungsfreudige Spieler, auch wenn sich die Jobs im Laufe der Zeit wiederholen. Viele solcher Nebenbeschäftigungen kann Ihre Spielfigur erst mit fortschreitender Spielzeit lösen, da Ihnen zu Beginn die nötigen Zauber fehlen. So wollen die Entwickler Sie motivieren, auch nach Beenden der Geschichte weiterzuspielen, denn die Kampagne macht gerade mal etwas mehr als 30 Prozent des Spielumfangs von Lego Harry Potter aus.

Zauber und Bosskämpfe inszeniert das Spiel hübsch. Letztgenannte stechen auch spielerisch aus dem Rest hervor. Zauber und Bosskämpfe inszeniert das Spiel hübsch. Letztgenannte stechen auch spielerisch aus dem Rest hervor. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Die angesprochenen Magie­tricks lernen Sie innerhalb der vier Bücher nach und nach, sollen dafür aber jedes Mal eine bestimmte Aufgabe lösen, die mit dem jeweiligen Spruch verknüpft ist. Wenn Sie also den Patronus-Zauber erlernen sollen, muss Harry fünf Dementoren damit besiegen, erst dann beherrscht er seine neue Waffe. Insgesamt acht verschiedene Zauber stehen maximal zur Verfügung: Diese wählen Sie mit einem praktischen Rund-Menü aus beziehungsweise schalten sie per Tastendruck durch.
Die Steuerung funktioniert allerdings nicht überall so gut – das größte Problem, mit dem Sie sich in Lego Harry Potter herumschlagen. Die Steuerung per Tastatur fällt komplex aus, da jede Menge Knöpfe nötig sind, um die kleinen Lego-Männekens durch die Areale zu manövrieren. Mit den Tasten W, A, S und D geben Sie die Richtung vor, dann gibt es noch eine Taste für Zauber, eine für generelle Aktionen, zwei, um die Magietricks durchzuschalten, und so weiter. Alles ist zwar an sich sinnvoll verteilt, doch aufgrund der riesigen Zahl an nötigen Tasten verliert man die Übersicht. Deutlich angenehmer geht die Steuerung mit dem Gamepad von der Hand, da Sie da per Stick die Spielfigur herumscheuchen, mit den vier Buttons Aktionen ausführen und mit den Triggern ganz einfach die Zauber wechseln.

Problemkind Nummer 2, das die Steuerung ebenfalls beeinträchtigt, ist die fixierte Kamera. Diese steht in jedem Areal an einem vorgegebenen Punkt und lässt sich nur minimal nach links und rechts beziehungsweise oben und unten schwenken. So sind Objekte am unteren Rand des Bildschirms so gut wie nie zu sehen. Teilweise lassen sich dadurch aber auch Entfernungen bei Sprungpassagen schlecht einschätzen, sodass Harry, Hermine oder Ron dann gerne mal im Abgrund verschwinden, statt unbeschadet auf die andere Seite zu gelangen. Das kostet einige der hart zusammengesammelten Studs und verringert so den Highscore.

Technisch überzeugt Lego Harry Potter aber. Grafisch kann das Spiel zwar nicht mit Referenzspielen mithalten, setzt seine Spielwelt jedoch charmant in Szene. Was Sie aber hin und wieder Bauklötze staunen lassen wird, ist die künstliche Intelligenz. Das Spiel erlaubt es, dass jederzeit ein menschlicher Spieler die Rolle eines Ihrer Begleiter übernimmt. Deshalb gibt es auch etliche Koop-Rätsel. Klinkt sich aber kein Mitspieler ein, übernimmt die KI bei solchen Denkaufgaben die unterstützende Rolle, ohne jedoch die Lösung vorwegzunehmen. Nur in ganz seltenen Fällen fiel uns auf, dass einer der Charaktere irgendwo hängen blieb oder nicht über ein Hindernis kam, dann erscheint er aber später im Level wieder neben uns. Am Ende des Spiels taucht übrigens Voldemort endlich auf, doch dann flimmert der Abspann über den Bildschirm. Wer Harry Potter nicht kennt, muss also auf das nächste Spiel warten, um zu erfahren, wie die Story weitergeht.

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LEGO Harry Potter: Die Jahre 1-4 (PC)
Spielspaß-Wertung

80 %
Leserwertung
(2 Votes):
63 %
Putzige, kindgerechte Lego-Aufmachung
Hakelige Steuerung, die erst mit einem Gamepad richtig gut von der Hand geht
Humorvolle Zwischensequenzen
Auf Dauer eintönige Aufgaben
Teils toll inszenierte Bosskämpfe
Teilweise schlecht platzierte Kamera, sodass es oft an Übersicht mangelt
   
Sebastian Weber
„Gewohnt gut, aber nicht herausragend“
Wie seine Lego-Vorgänger gewinnt auch Lego Harry Potter mit seinem Charme und Humor die Herzen der Spieler. Sieht man davon allerdings ab, bleibt ein recht einfaches, deutlich auf jüngeres Publikum zugeschnittenes Action-Adventure, das zwar jede Menge Umfang bietet, aber kaum Herausforderung. Die einzige Schwierigkeit, die auf einen zukommt, ist, stellenweise mehr mit der Steuerung und Kamera kämpfen zu müssen als mit den Gegnern in den Levels. Dank des Koop-Modus darf man sich dann aber zumindest zu zweit durch die Areale kämpfen – ein klarer Punkt für die Haben-Seite des Spiels!
   
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25.06.2010 09:48 Uhr
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