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  • Kyn im Test mit Video: Gelungene Wikinger-Fantasy aus Holland im Stil von Dungeon Siege

    Das Action-RPG Kyn kommt von einem Zwei-Mann-Entwicklerteam aus Holland und bietet ein flottes Kampfsystem mit hübschen Effekten.

    Nette Sommerüberraschung: Das holländische Indie-Entwicklerduo von Tangrin Entertainment beschert uns ein solides Wikinger-Actionrollenspiel. Neben einem flotten Kampfsystem bietet Kyn ein flexibles Charakter- und Skillsystem. Welche Stärken und Schwächen die Monsterschnetzelei bietet, klären wir im Test.

    Mit einer stark ausgerüsteten Heldentruppe durch weitläufige Questareale ziehen und dabei haufenweise Monster auseinanderzunehmen ist essenzieller Bestandteil eines guten Action-Rollenspiels. Wir denken dabei an Klassiker wie etwa das 2002 veröffentlichte Dungeon Siege oder auch an Larians äußerst gelungenes Divinity: Original Sin, das 2014 auf den Markt kam. In genau die gleiche Kerbe schlägt das holländische Entwicklerstudio Tangrin Entertainment, das gerade mal aus zwei Programmierern besteht.

    Kyn ist Wikinger-Fantasy zum Mitlesen

          

    Das Action-RPG Kyn kommt von einem Zwei-Mann-Entwicklerteam aus Holland und bietet ein flottes Kampfsystem mit hübschen Effekten. Das Action-RPG Kyn kommt von einem Zwei-Mann-Entwicklerteam aus Holland und bietet ein flottes Kampfsystem mit hübschen Effekten. Kyn erzählt in 18 Einzelspielermissionen die Fantasy-Geschichte der beiden Wikinger-Krieger Alrik und Bram. Die zwei fest vorgegebenen Figuren haben zu Beginn des Spiels gerade ihr Magni-Ritual hinter sich gebracht, eine Prüfung, um magische Kräfte zu erlangen. Das Actionrollenspiel startet seine Geschichte recht unvermittelt, ein cineastisches Intro gibt's nicht, sondern ihr legt gleich im ersten Questgebiet los. Texteinblendungen dienen als Tutorial und erklären euch die ersten, unkomplizierten Schritte im Spiel. Die erste Aufgabe führt euch in euer Heimatdorf zurück, das sich einer neuen Bedrohung gegenübersieht. Das von den Wikingern als Sklaven genutzte Volk der goblinähnlichen Aeshir ist mutiert, dazu tauchen überall Untote – die Sketar auf. Vor diesem recht einfach gestrickten, klischeehaften Gut-Böse-Szenario entwickelt sich eine ganz passable Intrigengeschichte, die auch mit einem unerwarteten Story-Twist aufwartet. Die Erzählung ist streng linear, nur beim Finale gibt es eine Entscheidung zu treffen, die den Ausgang der Geschichte bestimmt. Das schränkt die Wiederspielbarkeit von Kyn etwas ein. Vertonte Dialoge oder aufwendige Zwischensequenzen gibt's nicht, dafür zahlreiche Texteinblendungen, die manchmal zu schnell wieder verschwinden. Flinkes Lesen ist daher Pflicht, um alles mitzubekommen.

    Auch wenn die erzählte Geschichte einen ernsten Tenor hat, kommt auch Humor nicht zu kurz. So trefft ihr beispielsweise auf einen recht exzentrischen Einsiedler, der ständig mit euch Kekse essen und Tee trinken möchte. Held Bram sorgt sich allzeit um sein im Quest-Hub lebendes Schaf namens … Schaf und Schmied Oskar ist sauer, weil ihm jemand auf die Stiefel gekotzt hat.

    In den Optionen lässt sich das Spiel jederzeit von Englisch auf Deutsch umstellen, allerdings wurden nur beschreibende Texte übersetzt, Item- und Skill-Namen hingegen sind nur auf Englisch verfügbar. Ob die deutsche Übersetzung noch komplettiert wird, steht aktuell noch nicht fest.

    07:03
    Kyn im Testvideo: Wikinger-Action-RPG mit taktischen Kämpfen

    Klassenloses Skill-System in Kyn

          

    Kyn wurde mit einer modifizierten Unity-Engine entwickelt, das Ergebnis sieht ganz ordentlich aus. Kyn wurde mit einer modifizierten Unity-Engine entwickelt, das Ergebnis sieht ganz ordentlich aus. Bis es zum Finale kommt, könnt ihr je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad und Spielstil gut 20 bis 30 Stunden Spielzeit einplanen. Im Verlauf der Kampagne befehligt ihr maximal sechs Charaktere, die sich alle völlig frei und klassenunabhängig entwickeln lassen. Kyn setzt dabei auf ein schlankes, aber sehr flexibles Rollenspielsystem. Allen Charakteren steht der Zugang zu drei Talentbäumen offen, in denen ihr jeweils 18 Skills lernen könnt. Die Talentbäume sind den drei Attributen Verstand, Körper und Beherrschung zugeordnet. Attribut-Punkte erhaltet ihr nicht durch permanentes Monsterverkloppen, sondern jeweils am Ende einer abgeschlossenen Quest. Auch die Wahl eurer genutzten Waffen und Ausrüstung erfordert eine bestimmte Punktzahl bei den Attributen. Dadurch ergibt sich eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten und Spezialisierungen für eure Recken.

    Gegen die verschiedenen Monstertypen sind oft bestimmte Skill-Kombos effektiver als andere. Damit das Ganze fair bleibt, habt ihr im Spiel außerhalb eines Kampfes die Möglichkeit, eure Punkteverteilung jederzeit und ohne Nachteil anzupassen oder komplett zurückzusetzen. So lässt sich beispielsweise aus einem Dolchkämpfer mit Fokus auf leichte Rüstung und hohem Angriffstempo mit nur wenigen Klicks ein langsamer, aber schwer gepanzerter Recke mit Zweihandaxt generieren.

    Da ihr pro Charakter im Kampf immer nur zwei Skills und eine Spezialfähigkeit aktiv haben könnt, gerät die taktische Truppenzusammenstellung zu einem motivierenden Element im Spiel. Schade nur, dass man bewährte Builds nicht gesondert abspeichern kann, um sie bei Bedarf per simplem Knopfdruck wieder parat zu haben. Als besonderes Schmankerl gibt es in jedem Talentbaum noch drei Spezial-Skills, sogenannte Nahrkräfte.

    Im Verlauf der 18 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne durchstreift ihr abwechslungsreiche Questgebiete. Im Verlauf der 18 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne durchstreift ihr abwechslungsreiche Questgebiete. Jeder der drei verfügbaren Talentbäume enthält drei dieser Nahrkräfte. Zu Beginn steht pro Talentbaum eine solche Spezialfähigkeit zur Verfügung. Die übrigen schaltet ihr frei, wenn ihr die im Talentbaum angegebenen Attributpunkte ausgegeben habt. Nahrkräfte sind besonders mächtige Fähigkeiten, die im Kampf schon mal das Zünglein an der Waage darstellen. Je nachdem, welchen Nahrstein in eure ausgewählte Kraft steckt, ergeben sich unterschiedliche Effekte. So könnt ihr beispielsweise die Kraft "Weather" so anpassen, dass ihr Gift- Eis- oder Blitzschaden austeilt. Je nach Kampfsituation ist es hilfreich, hier den passenden Nahrstein einzusetzen. Da ihr vor einem Kampf die Möglichkeit habt, euch Infos der Gegner anzuschauen, könnt ihr euch so bestens vorbereiten. Mit insgesamt neun unterschiedlichen Nahrsteinen ergibt sich daraus eine hübsche Sammlung an Kombinationsmöglichkeiten. Beschwört Skelette oder Golems, die euch unterstützen, sorgt für mehr Heilung oder verschafft euch zusätzlich Buffs. Nahrsteine erhaltet im Rahmen der verschiedenen Quests. Nahrkräfte sowie auch alle übrigen Skills steigen bei konsequenter Anwendung mit der Zeit im Level auf und werden so noch mächtiger. Das System funktionierte im Test gut und machte Spaß. Da die Gegner unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen, ist es durchaus sinnvoll, mit den verschiedenen Skills zu experimentieren, um effektive Combos zu erzielen.

    Ordentlicher Spielumfang von Kyn

          

    Die Details im Spiel erinnern an Divinity: Original Sin. Die Details im Spiel erinnern an Divinity: Original Sin. Die Questgebiete sind weitläufig und hübsch designt. Mal seid ihr in malerischen Küstengebieten, mal in eisiger Umgebung unterwegs. Texturschärfe und Detailgrad sind aufgrund der eingesetzten Unity-Engine zwar begrenzt, dafür haben die Entwickler Wert auf überarbeitete Shader gelegt. Das Ergebnis zeichnet sich durch eine schicke Beleuchtung und ansprechende Lichteffekte aus. Was uns bei den teils langen Laufwegen fehlt, sind hier und da platzierte Schnellreisepunkte. Wer zum Beispiel am Ende einer Map feststellt, dass er noch einige Ecken nicht aufgedeckt oder eine Nebenaufgabe nicht gelöst hat, muss den ganzen Weg zurückmarschieren. Apropos Bewegung – während ihr in den Quest-Städten eure Figur mit gedrückter linker Maustaste permanent bewegen könnt, geht das auf den Missionskarten nur durch die Aneinanderreihung endloser Rechtsklicks. Das ermüdet auf Dauer und sollte definitiv noch nachgebessert werden. Das gilt auch in einigen anderen Punkten. So vermissen wir eine drehbare Kameraperspektive und eine bessere Zoomfunktion im Questhub, wo ihr mit einer fixierten und zu nah am Geschehen justierten Kameraeinstellung leben müsst. Positiv ist, dass die Entwickler genau solches Feedback sammeln und umsetzen. So fanden schon im Verlauf des Tests Detailverbesserungen und rasche Bugfixes statt, Tangrin Entertainment zeichnet sich hier durch einen lobenswerten Support aus.

    Das Beutesystem besteht hauptsächlich aus Craftingmaterialien, die sich beim Schmied zu Items verarbeiten lassen. Das Beutesystem besteht hauptsächlich aus Craftingmaterialien, die sich beim Schmied zu Items verarbeiten lassen. Ein dickes Plus gibt's für den fulminanten Soundtrack, für den der britische Komponist Will Bedford verantwortlich zeichnet. Jedes Questgebiet hat sein eigenes musikalisches Thema, der Wechsel von Umgebungs- zu Kampfmusik ist durchweg gelungen und sorgt für eine tolle akustische Atmosphäre. Wer sich für rund 25 Euro die De-luxe-Version von Kyn zulegt, erhält den 29-teiligen Soundtrack als MP3-Bonus dazu. Die normale Version gibt's für knapp 20 Euro, entweder auf Steam oder komplett DRM-frei auf Gog.com.

    Für spielerische Abwechslung sorgen etliche Rätsel im Spiel. Diese zeichnen sich durch cleve­res Design und frische Ideen aus. Etwa wenn wir feindliche Katapulte per "Bomben-Eisstockschießen" zerlegen oder mithilfe von heißem Wasser Schneeverwehungen zum Schmelzen bringen. Gerade in Bezug auf die auf Dauer monoton verlaufenden Standardkämpfe freut man sich über solche Highlights. Das bringt uns zu dem Punkt Bosskämpfe. Kyn enthält zwar einige großkalibrige Gegner, doch lassen die sich in der Regel mithilfe effektiver Kombos schnell und problemlos aus dem Weg räumen. Hier hätten die Entwickler ruhig etwas mehr Schmackes in die Bosskämpfe reinpacken können.

    Mach's dir selbst in Kyn: Das Crafting

          

    Die Rezepte der Items zeigen euch immer an, welche Rohstoffe ihr schon habt und welche noch fehlen. Die Rezepte der Items zeigen euch immer an, welche Rohstoffe ihr schon habt und welche noch fehlen. Nichts treibt einen Action-Rollenspieler mehr an als die Jagd nach immer besserer Ausrüstung. Kyn geht dabei ungewöhnlich vor. Anstatt wie meist üblich Waffen und Ausrüstung in Massen zu erbeuten, lassen die Gegner in Kyn haufenweise Crafting-Material und Gold fallen. Außerdem werdet ihr in den vielen versteckten Truhen und Steinhaufen fündig. Die Materialien gibt's in verschiedenen Qualitätsstufen und lassen sich im Quest-Hub beim örtlichen Schmied zu Gegenständen verarbeiten. Fehlende Zutaten könnt ihr beim Bauteile-Händler erwerben. Die Grundidee dieses Systems ist motivierend und spornt an, jede Levelkarte komplett abzugrasen. Die alternative Möglichkeit wäre, Zutaten einfach komplett beim Bauteile-Händler zu erwerben, was euch allerdings eine Menge Goldstücke kostet. Allerdings fallen die Menüführung und die Verwaltung der Gegenstände im Inventar recht fummelig und umständlich aus. Die Entwickler haben aber schon angekündigt, hier noch fleißig per Patch nachzubessern.

    Kyn ist ein ordentliches RPG-Debüt

          

    Die rund 30 Stunden, die wir in der Wikingerwelt von Kyn verbracht haben, hinterlassen einen überwiegend positiven Eindruck. Auch wenn es sich nicht ganz fehlerfrei spielen ließ, die Story-Präsentation eher trocken und hier und da noch Feintuning vonnöten ist, hielten uns vor allem das durchdachte Kampf- und Skill-System sowie das clevere Rätseldesign bei Laune, weiter so, Tangrin Entertainment!

    Kyn: Fazit und Wertung

          

    Kyn (PC)

    Spielspaß
    70 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Motivierendes und unterhaltsames Kampfsystem
    Hohe Flexibilität bei der Charakterentwicklung
    Skill-System erlaubt coole Combos
    Gelungenes Level- und Rätseldesign
    Hervorragender Soundtrack
    Schwierigkeitsgrad lässt sich jederzeit im Spiel anpassen
    Menüs wie Inventar und Crafting sind umständlich ausgefallen
    Die großen Questgebiete erfordern lange Laufwege, es fehlen Schnellreisepunkte.
    Eingeschränkter Wiederspielwert aufgrund der streng linearen Erzählweise der Hauptstory
    Keine Vertonung und fehlerhafte Übersetzung der deutschen Texte
    Fehlende Schnellreisepunkte sorgen für lange Laufwege auf den großen Questkarten
    Fazit
    Kyn ist zwar nicht in allen Bereichen ein rundum gelungenes Abenteuer, macht aber über weite Strecken eine Menge Spaß. Da die Entwickler aktuell fleißig am patchen sind und weiterhin Feedback der Spieler umsetzen, dürfte sich Kyn mit der Zeit noch weiter verbessern.

    07:03
    Kyn im Testvideo: Wikinger-Action-RPG mit taktischen Kämpfen
  • Kyn
    Kyn
    Release
    28.07.2015

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Kyn
Test mit Video: Gelungene Wikinger-Fantasy
Nette Sommerüberraschung: Das holländische Indie-Entwicklerduo von Tangrin Entertainment beschert uns ein solides Wikinger-Actionrollenspiel. Neben einem flotten Kampfsystem bietet Kyn ein flexibles Charakter- und Skillsystem. Welche Stärken und Schwächen die Monsterschnetzelei bietet, klären wir im Test.
http://www.pcgames.de/Kyn-Spiel-55919/Tests/Test-mit-Video-1166712/
04.08.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/08/Aufmacher_2-pc-games_b2teaser_169.png
action-rollenspiel
tests