Komplett-PC-Test - Captiva Gamescom Edition: High-End-Leistung im Mittelklasse-Gewand
Wer in 4K/UHD-Auflösung zocken möchte, braucht mindestens eine Geforce GTX 1080 Ti im Rechner. Mit einer schwächeren Grafikkarte sollte man es erst gar nicht versuchen, denn das wäre ein schlechter Kompromiss. Der Captiva 199917V3 in der Gamescom Edition ist so ein Rechner mit einer High-End-Grafikkarte. Im Test prüfen wir, ob auch der Rest der Ausstattung den hohen Ansprüchen gerecht wird.
Ein Komplettrechner vom Händler hat gegenüber den Eigenbau den Vorteil, dass man sich nicht mit der Auswahl der PC-Komponenten befassen muss. Somit kann man sich sicher sein, dass etwa das Kühlsystem oder das Netzteil ausreichend dimensioniert ist. Außerdem gibt es zwei Jahre Garantie auf das gesamte System - nicht nur auf die einzelnen Komponenten. Mit dem ersten Blick auf das Datenblatt des Captiva-PCs 199917V3 wirkt die Bestückung insgesamt rund, macht aber in der B-Note einige Abstriche:
- Gehäuse: Enermax GraceMesh
- Netzteil: Thermaltake Smart SE 530W
- Prozessor: Intel Tray Core i7 Processor i7-7700K 4,20Ghz 8M
- Mainboard: MSI Z270A PRO
- Grafikkarte: Palit GeForce® GTX 1080 Ti 11GB JetStream
- Arbeitsspeicher: DDR4 16GB PC 2400 Kingston HyperX FURY
- SSD: Kingston UV400 240 GB Sata3
- HDD: Seagate Barracuda ST1000DM010 1TB Sata III
- Betriebssystem: Windows 10 Home 64-bit
- Laufwerk: DVD-R/RW+R/RW LG GH24NSD1
Quelle: Captiva
Captiva Gamescom Edition: High-End-Leistung im Mittelklasse-Gewand (8)
High-End-Prozessor und -Grafikkarte sind hauptverantwortlich für die hier großzügig dimensionierte Spieleleistung. Sie sind es auch, die den Löwenanteil der 2.000 Euro des Rechners ausmachen. Der i7-Vierkerner kostet ca. 320 Euro und die Geforce GTX 1080 Ti sogar um die 800 Euro.
Wir haben den aktuellen Marktpreis der Komponenten gegengeprüft: Bei einem großen Hardware-Händler kosten diese in der Summe circa 1.750 Euro. Wer sich den Rechner selbst zusammenschraubt, würde also circa 250 Euro sparen.
Alle anderen Komponenten, die nicht unmittelbar oder nur unwesentlich die Spieleleistung beeinflussen, sind weniger High End und bestenfalls aus der Preis-Leistungs-Mittelklasse ihrer jeweiligen Produktkategorie. So ist die Kingston UV400 eine Discounter-SSD, die allein mit ihrem Kampfpreis auffällt und nicht etwa mit einer üppigen Kapazität oder Leistungsraten. Auf die 240 GB passen nur wenige Spiele, sodass man schnell auf die Magnetfestplatte ausweichen muss und dann aber den SSD-Vorteil der deutlich kürzeren Ladezeiten verliert. Daher stünde dem Rechner eine schnelle M.2-SSD mit PCI-Express-Schnittstelle besser. Über einen entsprechenden M.2-Slot verfügt ja das Mainboard.
Auch Netzteil, Arbeitsspeicher, Mainboard oder Gehäuse sind eher Brot-und-Butter-Modelle - also nicht unbedingt schlecht, auch keine Performance-Flaschenhälse, aber eben auch keine Highlights des Datenblatts.
Captiva-PC Gamescom Edition: Spieleleistung
Wie schon eingangs erwähnt, ist dieses Gespann aus Vierkern-Prozessor und Top-Grafikkarte für Spiele in 4K/UHD-Pracht mit 3.840 × 2.160 Pixeln geschaffen. Bei Spielen in Full-HD-Auflösung ist der leistungsfähige Rechner eine Kanone, die auf Spatzen schießt, also hoffnungslos überdimensioniert und unterfordert. Ein Ultra-HD- oder zumindest ein WQHD-Monitor sollte daher schon auf dem Schreibtisch stehen. Wer also lediglich sein Full-HD-Display befeuern möchte, für den reicht eine nur halb so teure Maschine vollkommen aus.
Unsere Stichproben an Frameraten in zwei Spielen erheben wir daher nur in Ultra-HD-Auflösung. In Full HD sind die Fps einer GTX 1080 Ti ohnehin durchgehend dreistellig. The Witcher 3 beispielsweise läuft in Ultra HD bei 60 Fps, das Minimum im PCGH-Benchmark geht in unserer Messung nur auf 55 Fps runter.
The Vanishing of Ethan Carter in der Redux-Version messen wir mit durchschnittlich 38 Fps. Für einen gemächlichen Adventure-Titel ist das noch ausreichend und durchgehend flüssig. Erst bei schnellen Shooter sollten es mindestens 60 Fps oder mehr sein. Wir messen Ethan Carter Redux außerdem stets mit einer 150-prozentigen Auflösungsskalierung. Die Grafikkarte berechnet also ein Bild mit fast 6K-Auflösung, das der Monitor auf 4K bzw. Ultra HD wieder herunter rechnet. Das kommt der Bildqualität zugute, indem etwa Kanten feiner abgestuft sind. Gerade wer am Monitor nicht mit einer 4K/UHD-Auflösung gesegnet ist, kann in den Nvidia-Grafikeinstellungen hier das Leistungsplus der Grafikkarte in diese sogenannte Dynamic Super Resolution (DSR) investieren.
Captiva-PC Gamescom Edition: Kühlung, Temperaturen und Geräuschentwicklung
Der Tower verfügt über den klassischen und bewährten Vorne-rein-hinten-raus-Luftzug. Bei den beiden 120-mm-Lüftern an der Front handelt es sich um rot beleuchtete Enermax-Lüfter, die im Gehäuse bereits vorinstalliert sind. Am CPU-Kühler und am Heck, ebenfalls 120er Lüfter, hat Captiva die Modelle gegen transparente und ebenso rot beleuchtete Xilence-Lüfter getauscht. Ob Captiva damit dem Käufer einen Gefallen erweist?
Die LED-Beleuchtung mag dem ein oder anderen sicherlich gefallen, die man durch die Glasscheibe bewundern kann. Was die Geräuschkulisse angeht, so ist der CPU-Lüfter scheinbar am Sägen, selbst wenn der Prozessor nicht unter Last läuft. Wir messen gut 2 Sone im Leerlaufbetrieb unter Windows, damit ist der Rechner immer zu hören. Außerdem sind die Frontlüfter direkt am Netzteil angeschlossen, sie laufen daher permanent mit höchster Drehzahl. Dabei verfügen sie über PWM-Stecker und auch das Mainboard über entsprechende Anschlüsse. Damit würde das Mainboard die Lüfter lastabhängig automatisch regulieren. Am Netzteil direkt betrieben sind die beiden an der Front aber nicht die lautesten.
Bildergalerie
Wer den Rechner also leiser haben möchte, sollte sich ins UEFI (vormals BIOS) trauen, wo die Lüfterdrehzahl je nach Temperatur individuell und bequem eingestellt werden kann. Für den Lärm ist hauptsächlich der CPU-Lüfter verantwortlich. Den tauscht man besser ganz aus. Ein deutlich leiserer Windows-Betrieb ist auch mittels günstiger Lüftkühlung machbar.
Die Kühlung ist zwar nicht unbedingt geräuscheffizient, dafür aber recht effektiv: Unter dauerhafter Spielelast, in unserem Fall das fordernde The Witcher 3, meldet der Prozessor maximal unkritische 81 Grad, der Mainboard-Sensor mittelmäßige 58 Grad und die Grafikkarte limitiert ihre Leistung bei 75 Grad.
Fazit: Captiva-PC Gamescom Edition 199917V3
Die Leistung ist zwar Nonplusultra, nicht aber unbedingt die Ausstattung drumherum. Der aktuelle Vierkerner und eine GTX 1080 Ti von Palit bieten Leistungsreserven, die noch mehrere Jahre für Spiele in 4K/UHD und hohen Grafikdetails ausreichen werden. Wohl zugunsten des Preises wurde aber an scheinbar nebensächlichen Details gespart. So passen auf die Discounter-SSD mit 240 GB an Kapazität nur wenige aktuelle Spiele. 16 GB Arbeitsspeicher sind aktuell noch genug, müssten aber viel früher aufgerüstet werden als Prozessor oder Grafikkarte. Sensible Ohren mögen sich an den lauten Lüftern stören. Hier bedarf es einiges an Tuning oder gleich Austausch. Zum Preis von 2.000 Euro gibt der Captiva-PC dennoch ein rundes Gesamtpaket ab, gerade mit dem 24-monatigen Abhol-Service im Garantiefall.
| Produkt-ID | 199917V3 |
|---|---|
| Hersteller | Captiva |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 1.999,-/befriedigend |
| Garantie | 2 Jahre Pick-Up |
| Ausstattung | |
| Abmessung (H x B x T) | 45,0 x 20,8 x 51,0 cm |
| Prozessor | Intel Core i7 Processor i7-7700K, 4,20Ghz |
| Grafikkarte | Palit GeForce GTX 1080 Ti 11GB JetStream |
| Mainboard | MSI Z270A PRO |
| SSD/Festplatte | Kingston UV400 240 GB SATA3 |
| Speicher | 16 GiB DDR4-2400 Kingston HyperX Fury, Seagate Barracuda ST1000DM010 1TB |
| Netzteil | Thermaltake Smart SE 530W |
| CPU-Kühler | LC Power Cosmo Cool LC-CC-120 (Kühlkörper) |
| Gehäuse | Gehäuse Enermax GraceMesh |
| Gehäuselüfter | 2x Front, 1x Heck, je 120 mm |
| Betriebssystem | Windows 10 Home |
| Praxistests | |
| Lautstärke 2D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 2,2 Sone, 2,1 Sone |
| Lautstärke 3D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 2,6 Sone, 2,5 Sone |
| Temperatur 2D Prozessor/GPU(s) | 45 °C/ 44 °C |
| Temperatur 3D Prozessor/GPU(s) | 81 °C/ 75 °C |
| Leistungsaufnahme: The Witcher 3 (PCGH-FHD-Benchmark) | 334,2 Watt (maximal) |
| Spieleleistung (Benchmarks) Gesamtnote | Sehr Gut (viereinhalb Sterne) |
| Fazit (Wertungsnote) | Gut (vier Sterne) |
| + Spieleleistung für 4K/UHD | |
| - Relativ laut im Leerlauf | |

(bzw nichts taugt ist jetzt auch bisschen krass ^^, aber der Prozessor wäre mit was anderem besser beraten wenn man es kühler haben möchte, aber in keinem Fall würde ich diese Leistung effektiv nennen da die Grenze bei diesem Prozessor auf 100 Grad gesetzt ist, es ist halt im Rahmen mehr nicht. )