Kohan 2
Es war schwierig, Kohan rein äußerlich von einer wettergegerbten Betonwand zu unterscheiden. Doch die inneren Werte, die stimmten. Leider ist es mit Computerspielen aber häufig so wie im richtigen Leben: Hässlichkeit erschwert das Kennenlernen. Deswegen verstaubte das Original unverdienterweise in den Händlerregalen. Die Entwickler haben dazugelernt und den Nachfolger einer Schönheitsoperation unterzogen: In Kohan 2 kämpfen Polygon-Helden auf von Wolkenschatten durchzogenem Terrain, sie schießen Partikel-Feuerbälle inklusive Rauchspur und fuchteln mit Schwertern in etlichen Animationsstufen - Standard im Echtzeit-Genre, aber Premiere im Kohan-Universum.
Es war einmal ...
Es ist ein ewiges Hin und Her im Fantasy-Reich Kaldhun: Erst kommt Ahriman (nicht verschwägert mit Saruman) daher und ist mächtig böse. Dann reißen sich die Guten am Riemen und retten das Land vor dem Untergang. Jetzt wiederholt sich das Spielchen. In Kohan 2 erleben Sie 32 Missionen aus dem Blickwinkel sechs unterschiedlicher Rassen. Die Menschen machen den Anfang, indem sie einen Fiesling ins Gebirge zurückdrängen, wo sie zum finalen Todesschlag ausholen. Doch da folgt der Perspektivenwechsel: Plötzlich lenkt der Spieler das Volk, das er in den vorigen Missionen bekämpfte. Kohan 2 gewinnt dadurch eine Dynamik, wie man sie aus Blizzard-Spielen kennt, die den Fortlauf ihrer Geschichten auf ähnliche Weise vollführen. Wenig Anlass zu Jubel geben jedoch die Zwischensequenzen, in denen Helden nichts tun, außer bedeutungsschwanger daherzureden, bis man vor Langeweile gegen die Müdigkeit ankämpft.
Echtzeit mit Autopilot
Kohan 2 gibt sich Mühe, aus dem alten Echtzeit-Strategie-Kerker auszubrechen. Gebaut wird, indem Sie Gebäude schlicht anklicken, ohne den Standort zu bestimmen. Die Handwerker strömen dann automatisch aus der Festung, um ihrer Arbeit nachzugehen. Kein bisschen Nachhilfe ist auch vonnöten, wenn etwa die Stadtmauern nach einem Angriff in Flammen stehen: Stets sind Ihre Handwerker wie fleißige Bienchen zugegen, um den Schaden zu richten. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Zahlen auf Ihrem Gold-Konto in Schwarz erscheinen - sonst wird gestreikt. Damit steht Kohan 2 in starkem Kontrast zu Spielen wie Die Siedler oder Spellforce, die das Aufbau-Element zur Lebensaufgabe erheben. Ähnlich eigenwillig geht's beim Einheiten-Training und Kämpfen zu. Statt jeden Krieger einzeln übers Schlachtfeld zu schieben, hantieren Sie ausschließlich mit größeren Truppen, deren Zusammensetzung Sie vorher festlegen: An der Front positionieren Sie Schwertkämpfer, die Flanke übernehmen Bogenschützen und Heiler bilden das Rücklicht - fertig ist der Multifunktionstrupp. Am Ende weisen Sie Ihrer Armee einen Helden als Anführer zu, um weitere Boni - etwa höhere Laufgeschwindigkeit oder bessere Moral - zu bewirken.
Rohstoffe mal anders
In beinahe jedem Echtzeit-Strategiespiel pendeln Arbeiter mit Rohstoffen auf den Schultern zwischen Mine und Basis. In Kohan 2 läuft die Beschaffung von Ressourcen erfreulich anders ab. Über allem steht das Gold, das sich in Echtzeit auf dem Konto anhäuft. Die Menge ist abhängig von der Anzahl der Marktplätze und der Minen, die Sie besetzen. Wer Soldaten trainiert, zahlt nicht nur fürs Training, sondern auch dauerhaft für den Unterhalt - und hemmt damit den Geldfluss. Die vier restlichen Ressourcen, nämlich Stein, Mana, Holz und Eisen, beeinflussen zusätzlich Ihr Einkommen. Beispiel: Bogenschützen brauchen Holz, weil sie mit Pfeilen schießen. Steht ein Sägewerk in der Stadt, so bewegt sich der Holzwert vermutlich im positiven Bereich. Kommen Katapulte hinzu, kann der Wert schnell ins Negative umschlagen. Und für die Differenz blechen Sie wiederum mit Gold. Das Rohstoff-Management ist damit ein stetiger Balanceakt. Leider gibt es da einen Schwachpunkt: Wenn der Verdienst gering ist, erliegt man rasch der Versuchung des Zeitraffers. Wer lange genug wartet, spart auch mit der miesesten Wirtschaft ein kleines Vermögen an. Dieses Problem ist jedoch nur im Einzelspieler-Modus von Belang; Mehrspieler-Matches profitieren vom cleveren Ressourcen-System.


oder man kritisiert halt alle spiele hart
wie wurde denn damals geschrieben als d2lod rauskam und eine zur damaligen zeit…
PCG von Aliens infiltriert? Gewollte Leserverdummung zur Vorbereitung einer Invasion?
Kommentare wie dieser sind echt unnötig, zumal die Grafik des Vorgängers durchaus gut war, und detailierter als die jetztige 3D…