Fantasy-Mischung aus Rollenspiel und Strategie
Tapetenkleister: Die kargen und eckigen Dungeons sind die grafischen Schattenseiten von Knightshift.
Veteranen sammeln außerdem Erfahrungspunkte, die sie widerstandsfähiger und schlagkräftiger werden lassen. Das macht bei Knightshift gleich doppelt Sinn, da Sie nach jedem Einsatz neun Einheiten in die nächste Mission übernehmen dürfen und so von kampferprobten Truppen profitieren.
Diablo light
Die reine Rollenspielkampagne umfasst acht Kapitel und unterscheidet sich von ihrem strategischen Bruder im Wesentlichen durch das Fehlen von Party und Basenbau. Zeitlich vor der Handlung um Prinz Siegfried angesiedelt, sind Sie hier mit einem von sieben Charakteren auf der Suche nach Thadeus, der den edlen Recken aus seinem paranormalen Gefängnis befreien soll. Sie entscheiden sich also zunächst für Bogenschütze, Ritter, Barbar, Speerwerfer, Priesterin, Magier oder Amazone und machen daraufhin Bekanntschaft mit dem Dämonen Kolbek, der Sie bei der Suche nach Thadeus unterstützt.
Wie im Strategiepart kämpfen Sie zunächst gegen zahlreiche Wölfe und Bären, bis Sie später auch auf böse Knusperhexen, Skelette oder Vertreter der Fantasy-Fauna wie Oger oder Echsenwesen stoßen. Für erledigte Bösewichter sammeln Sie Erfahrungspunkte, die je nach Charakterwahl auf verschiedene Charakterwerte verteilt werden können. Während der schlagkräftige Barbar neben Lebenspunkten beispielsweise auch Fähigkeiten wie Wutanfälle oder kritische Treffer trainieren kann, ist die Amazone beim Mana-Vorrat und der Zauberstärke an ihren Grenzen angelangt. Dafür darf sie ein Spiegelbild ihrer selbst herbeizaubern, das sie im Kampf unterstützt. Andere Charaktere sind auf die Hilfe von Söldnern angewiesen, die auf den Karten verteilt auf Arbeit warten - nur gegen Goldstücke, versteht sich.
Leider ergeben sich durch die Unterschiede zwischen den einzelnen Charakteren einige Balancing-Probleme. So haben es Ritter und Barbar als starke Nahkämpfer verhältnismäßig leicht, sich durch die Gegnerhorden zu prügeln, während alle anderen Figuren äußerst schwach auf der Brust und auf den Fernkampf angewiesen sind. Die Folge: Sie sind in ständiger Defensive und Ihre Spielfigur segnet überdurchschnittlich oft das Zeitliche. Selbst erfahrenen Spielern droht hier Frust.
Fehlende Sammelleidenschaft
Gute Aussicht: Fernkämpfer nutzen solche Türme im Rollenspielpart, um großen Gegnern den Garaus zu machen.
Zahlreiche freie Händler bieten Waffen, Rüstungen, magische Armbänder oder Spruchrollen feil. Das Geld dafür knöpfen Sie erledigten Feinden ab. Eine echte Sammelleidenschaft wie in Diablo will sich dabei jedoch nicht recht einstellen. Es fehlen die sagenumwobenen Unique Items, von denen der ein oder andere Schmied eine Geschichte zu erzählen vermag und deren Fund man mit freudigen Jauchzern kommentiert. Stattdessen gibt es eben zugegebenermaßen zahlreiche Gegenstände mit unterschiedlichen Effekten. Ähnlich verhält es sich mit den Gegnermassen, mit denen Sie sich herumschlagen.
Während in Diablo bereits nach kurzer Spielzeit bestialische Höllenfratzen den Bildschirm zieren, erledigen Sie in Knightshift selbst zur Halbzeit des Rollenspielparts größtenteils die immer gleichen Ansammlungen von Wölfen, Bären und Skeletten. Dass diese mal rot oder lila sind und mit unterschiedlichen Waffen auf Sie eindreschen, macht dabei keinen nennenswerten Unterschied. Die Gegnerschar wirkt mitunter einfach lieblos auf den Karten platziert und man verliert schnell die Lust an Konfrontationen. Das Ergebnis: Ein Klick auf das Zielgebiet, das auf der Minimap markiert ist, und schon marschiert Ihr Held an allen Feinden vorbei, die Sie nicht zwingend erledigen müssen.

