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  • Das gibt es nur im Film: Actionfilme auf dem Prüfstand

    Diesen Donnerstag ist Christian Alvarts Tatort "Tschiller: Off Duty" in den Kinos angelaufen. Es sind bereits hitzige Diskussionen darüber entbrannt, ob der actiongeladene Tschiller-Film noch ein "Tatort", oder nicht doch schon eher ein Actionfilm à la Hollywood ist. Wir haben das zum Anlass genommen, Actionfilme auf ihren Realitätsgehalt zu prüfen. Mit einem vernichtenden Ergebnis ...

    Ein unermüdlicher Held, eine Menge Krach und Blut: Das ist der Spielfilm "Tschiller: Off Duty", der rein theoretisch unter der Bezeichnung "Tatort" läuft. Ob der actiongeladene Tatort mit Til Schweiger in der Hauptrolle tatsächlich noch als ein Vertreter der kultigen Fernseh (!) - Kriminalreihe zu bezeichnen ist, wird heftigst diskutiert. Das Team von WIDESCREEN findet auf jeden Fall, dass sich Nick Tschiller statt wie ein normaler Ermittler eher wie ein typischer Actionheld gebärdet. Ob das dann so der Wirklichkeit entspricht, soll Inhalt diesen Specials sein: Wir präsentieren die größten Actionfilm-Klischees, die es so wirklich nur im Film gibt.


    Links: 'Stirb Langsam' (1988) / Mitte: 'Salt' (2010) / Rechts: 'Crank' (2006) Links: "Stirb Langsam" (1988) / Mitte: "Salt" (2010) / Rechts: "Crank" (2006) Quelle: Fox; Sony; Universum

    Kategorie "Der Held" / "Die Heldin"

          

    Da die meisten unserer Klischees sowohl auf männliche als auch auf weibliche Actionhelden zutreffen, schauen wir uns zuerst einmal an, was unsere Helden im Hinblick auf das Geschlecht unterscheidet (nicht viel!):

    'Die Bourne Identität' (2002) "Die Bourne Identität" (2002) Quelle: UIP Während den supercoolen und meist recht attraktiven Männern häufig eine schöne Frau zur Seite steht, sind die Heldinnen einsam und stark. Und das aus gutem Grund! Die hübschen Begleiterinnen erfüllen nämlich zumeist nur einen Zweck: Auf irgendeine Weise, sei es nun Entführung oder Tod, dienen sie dazu, dass der Held in die Offensive gehen muss oder eben einen blutigen Rachefeldzug startet. Ansonsten sind die Damen meist recht unselbstständig, werden bei Gefahr hysterisch und verlassen sich immer darauf, dass Mr.-Good-Guy ihnen beisteht. Wenn sie mal aktiv werden, dann ziehen sie bestimmt aus Versehen dem Helden die Flasche über den Kopf. Und der Hieb knockt diesen dann auch aus, obwohl er vorher hunderte von Schlägen eingesteckt hat, die einen ausgewachsenen Bullen zu Fall gebracht hätten. Verliebt sich ein Filmheld einmal und heiratet sogar, dann wird die Angetraute bestimmt wenig später im Auftrag irgendeines Bösewichts erschossen.

    Unsere taffen Actionfilm-Heldinnen hingegen kommen meist ganz gut ohne Begleitung aus und sehen, nachdem sie sich tagelang durch einen Dschungel geschlagen und Spinnennetz-verseuchte Tempel erforscht haben, immer noch so aus, als ob sie direkt bei einem Model-Casting teilnehmen könnten und höchstwahrscheinlich sogar gewinnen würden. Beneidenswert!

    Gemeinsam haben unsere weiblichen und männlichen Actionhelden, dass sie praktisch Halbgötter sind, denen gewaltige Explosionen nichts anhaben können und an denen Durch- und Streckschüsse meistens recht spurlos vorbei gehen. Davon, dass ein Mensch nach einer erheblichen Menge an Blutverlust nicht mehr aufrecht stehen, geschweige denn sich mit doppelt so großen Lakaien des Bösewichts prügeln kann, scheinen unsere Helden auch noch nicht gehört zu haben. Und überhaupt: Wer brauch denn auch so etwas wie eine Toilette oder ein Bett? Solche banalen Bedürfnisse sind doch nur was für Weicheier! Andererseits müssen die Protagonisten ja auch nie ihren Rausch ausschlafen, denn nach dem Genuss von zwei Flaschen Hochprozentigen reichen ja bekanntlich 10 Minuten, um wieder vollkommen nüchtern zu werden. Genauso wahrscheinlich ist es auch, dass der/die mit einem Pfefferspray oder einer Wasserpistole bewaffnete Held/in eine bis auf die Zähne hochgerüstete Armee aufhalten kann. Aber da er/sie immer ein Waffenexperte zu sein scheint und mit jeder beliebigen Waffe perfekt umzugehen weiß, kann sich ja entsprechend bei umgenieteten Feinden bedient werden. Äußerst interessant ist auch die Tatsache, dass dem Helden Klamotten, die er einem beliebig niedergeschlagenen Gegner abgeluchst hat, wie maßgeschneidert passen. Daher freut sich der Zuschauer umso mehr, wenn dies mal nicht der Fall ist, wie z. B. in "Jäger des verlorenen Schatzes" (Da muss dann halt ein zweiter Lakai für herhalten). Links: 'Stirb Langsam' (1988) / Mitte: 'Matrix' (1999) / Rechts: 'Terminator' (1984) Links: "Stirb Langsam" (1988) / Mitte: "Matrix" (1999) / Rechts: "Terminator" (1984) Quelle: Fox; Warner; Fox

    Kategorie "Bösewicht" / "Feinde"

          

    Bei den Handlangern des Bösewichts könnte man durchaus meinen, dass sie tief in ihrem Inneren doch gute Menschen sind und den Helden nicht töten wollen: Zum einen kämpfen sie nie gemeinsam gegen den Helden, sondern artig einer nach dem anderen. Davor scheinen sie einfach nur den Kampf zu beobachten und greifen erst dann ein, wenn die ersten K. O. gegangen sind. Zum anderen trifft bei unzähligen abgefeuerten Salven meistens keine einzige Kugel den Helden. Vielleicht benötigen die Lakaien auch einfach nur eine Brille, die ihnen jedoch vom Oberschurken verweigert wird, da diese ihrem bedrohlichen Aussehen abträglich wäre. Die Gehilfen des Antagonisten hingegen werden vom äußerst zielsicheren Filmhelden kompromisslos umgenietet; ob diese jahrelang gedrillte Elitesoldaten oder einfache Aushilfssoldaten sind, spielt dabei 'Codename U.N.C.L.E.' (2015) "Codename U.N.C.L.E." (2015) Quelle: Warner keinerlei Rolle. Gut also, dass der Bösewicht immer Nachschub an Handlangern bekommt, obwohl er auch bei den kleinsten Fehlern meist kein Pardon kennt und somit die Dezimierung seiner Truppen vorantreibt. Gelingt es dem fiesen Antagonisten, den Held oder die Heldin gefangen zu nehmen, dann legt er diesen/diese nicht einfach um. Nein, zuerst plaudert er ein bisschen aus dem Nähkästchen und legt dem Gefangenen/der Gefangenen seine gesamten Pläne in allen Einzelheiten dar. Sobald dies geschehen ist, lässt er den Helden mit einem diabolischen Helfer zurück, der diesen mit einer möglichst komplizierten Maschine töten soll. Klar, dass sich der Held aus dieser verfangenen Situation wieder befreien kann (allein oder mit Hilfe eines Dritten) und dem Oberschurken in einer wilden Verfolgungsjagd durch dessen riesige unterirdische Anlage nachsetzt, deren Bau anscheinend völlig unbemerkt vonstattenging. Nachdem beim obligatorischen Kampf mit dem persönlichen Leibwächter des Bösewichts der Sieg davongetragen wurde, ist der Anführer selbst dran (der trotz des zähen und langatmigen Kampfes immer noch in der Gegend rumschwirrt): Doch tot wirkende Oberfieslinge sind mit äußerster Vorsicht zu genießen! Nicht selten vermag dieser, noch einmal eine günstige Gelegenheit zu erkennen und sich, halb verblutet und von Kugeln durchsiebt, auf den verdutzten Helden zu stürzen und sich ein finales Gerangel mit diesem zu leisten. Links: 'Fast & Furios 7' (2015) / Rechts: 'John Wick' (2015) Links: "Fast & Furios 7" (2015) / Rechts: "John Wick" (2015) Quelle: Universum; Studiocanal

    Kategorie "Waffen"

          

    Grundsätzlich gilt: Eine Pistole hat auch noch auf eine Entfernung von 200 m genug Durchschlagskraft, um einen Feind zu töten und kann bis zu 50 Mal abgefeuert werden, ohne dass sie nachgeladen werden muss. Und wenn die Munition doch mal alle ist, dann natürlich nur, wenn sich der/die Held/in ohnehin schon in einer brenzligen Situation befindet. Dabei fragt man sich schon, ob manche Regisseure überhaupt wissen, dass Waffen nachgeladen werden können. Denn häufig werden die leergeschossenen Filmwaffen einfach in hohem Bogen weggeworfen, was im richtigen Moment vielleicht ganz cool aussieht, aber nicht immer intelligent ist. Filmwaffen arbeiten praktischerweise auch völlig ohne Rückstoß, sodass immer zielgenau geschossen werden kann. Eine ganz eigenes Kapitel sind Handgranaten und Bomben. Glücklicherweise detonieren Granaten nie, wenn sie dem Helden direkt vor die Füße fallen oder erst nach der Zeit, die der Protagonist benötigt, um sie zurück zum Feind zu werfen. Praktisch! Von Bomben werden eigentlich nur böse Handlanger in Stücke gerissen, Helden und Unschuldige sind meist vor der tödlichen Explosion gefeit.
    Links: 'Lara Croft: Tomb Raider - Die Wiege des Lebens' (2003) / Rechts: 'Der unsichtbare Dritte' (1959) Links: "Lara Croft: Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" (2003) / Rechts: "Der unsichtbare Dritte" (1959) Quelle: Concorde; Warner

    Kategorie "Fahrzeuge"

          

    Setzten sich unsere Helden in ein Auto, dann mutieren sie zu wahren Rennprofis, die jedes noch so waghalsige Manöver fahren zu können. Allerdings scheinen die Filmhelden als auch die Bösewichte in der Fahrschule nie gelernt zu haben, dass man eine Fensterscheibe hoch- und runterfahren lassen kann. Nein, bei einer Schießerei wird die Scheibe immer eingeschlagen, um aus allen Rohren loszuballern. Autos haben es in Actionfilmen ohnehin nicht leicht: Sobald das Fahrzeug Feuer fängt oder mit vollem Karacho auf ein Hindernis kracht, gibt es eine riesige Explosion. Nun folgt 'Kiss & Kill' (2010) "Kiss & Kill" (2010) Quelle: Studiocanal ein Fakt, der sich nicht nur auf das besprochene Genre beschränkt, aber einfach so auffällig ist, dass er eine Erwähnung verdient: Sieht man die Person am Steuer von vorne, bewegt er trotz gerader Strecke das Lenkrad so, als ob er gerade Autoskooter fahren würde. Und welcher Mensch ist eigentlich so masochistisch veranlagt und setzt sich auf der Rückbank in die Mitte, wenn rechts und links frei ist? Einige unserer Actionhelden haben auch gleich noch eine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten genossen und können gleichzeitig Feinde abschießen und rekordverdächtige Flugmanöver ausführen. Wird ein Hubschrauber getroffen, dann können sich die "guten" Insassen immer in Sicherheit bringen, während "böse" Flugobjekte mitsamt Besatzung sofort immer in der Luft explodieren. Helikopter können interessanterweise fast nie schneller fliegen, als der Held laufen kann - dabei schlägt dieser auf freiem Feld Haken wie ein Hase, um den Kugeln auszuweichen. Fahrzeuge können in jedem noch so tiefen Filmgewässer entsorgt werden und das nur wenige Meter vom Ufer entfernt. Der Uferbereich muss also ganz schön steil abfallen. 'Stirb Langsam - Ein guter Tag zum Sterben' (2013) "Stirb Langsam - Ein guter Tag zum Sterben" (2013) Quelle: Fox

    Kategorie "Gebäude"

          

    Auch im Bereich Gebäude ist uns so einiges aufgefallen, was uns etwas suspekt vorkam. Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass in uralten Tempeln diverse Todesfallen und mysteriöse Apparaturen nach Jahrtausenden immer noch tadellos funktionieren. Die Konstrukteure müssen richtige Könner ihres Fachs gewesen sein, von denen sich die modernen Architekten noch die eine oder andere Scheibe abschneiden können: Die versäumen es nämlich glatt, in einem Hochhaus Sicherheitsglas zu benutzen, was mal dem Bösewicht, mal dem Helden zum Verhängnis wird (bei Letzterem natürlich nie ernsthaft). Aber um dieses Manko auszugleichen, haben die Baumeister unter den Fenstern immer irgendetwas angebracht, woran man sich im Notfall festklammern kann. Die Aufzüge in Gebäuden scheinen meist die Gefahr vorauszuahnen und warten brav in der Etage, wo sich die Person befindet, die einen schnellen Abgang machen muss. Und wenn dies mal nicht der Fall ist, dann schlüpft man zum Verstecken eben schnell in die Lüftungsöffnungen von Klimaanlagen, die zum einen riesig und zum anderen nie fest verschraubt sind. In verlassene Fabriken kann jeder reinspazieren, dem gerade der Sinn danach steht, weil diese nie abgeschlossen sind. Vielleicht liegt das daran, dass man häufig aus diesen herausstürzen muss, da Fabriken die üble Angewohnheit haben, mit enormer Wucht und Lautstärke zu explodieren - ganz gleich, was darin eigentlich gelagert wurde.

    Was entlockt euch bei Actionfilmen immer mal wieder ein Schmunzeln oder lässt auch die Hand vor die Stirn schlagen? Lasst uns doch einen Kommentar dar!

    Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben - HD-Trailer 1:10 Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben - HD-Trailer John Wick - Deutscher Trailer zum Actionfilm mit Keanu Reeves 2:19 John Wick - Deutscher Trailer zum Actionfilm mit Keanu Reeves Codename U.N.C.L.E. - Deutscher Trailer zum Agenten-Film 2:21 Codename U.N.C.L.E. - Deutscher Trailer zum Agenten-Film
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