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  • Remake-Wahn in Hollywood: ist Cinematisches Recycling wirklich so schlimm?
    Quelle: Warner; Fox

    Remake-Wahn in Hollywood: ist Cinematisches Recycling wirklich so schlimm?

    Kino-Fans beklagen seit Jahren die Ideenarmut in Hollywood, denn ein Remake folgt auf das Nächste. "Spider-Man", "Poltergeist", "Total Recall", "Godzilla", "Planet der Affen", "Conan der Barbar" - die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Aber sind denn wirklich alle Neu-Aufgüsse schlecht? Oder liegt das Problem an anderer Stelle? Für dieses Special haben wir uns das Ganze näher angesehen.

    "Oh Gott, nicht noch ein Remake!" Diesen Satz hat vermutlich jeder schon einmal gehört oder selbst geäußert. Und Unrecht hat man mit diesem Ausruf wirklich nicht. Wenn man ein wenig nachforscht, dann kommt man zur beachtlichen Zahl von etwa 140 Remakes, die derzeitig bis 2020 in Planung, Dreh oder in der Produktion sind. Aber warum sind Remakes sind so häufig, wenn sie doch so oft nicht an das Original herankommen? Und sind Remakes automatisch schlecht, was für gute Remakes erwarten uns? Und wieso erhalten eigentlich meistens gute Filme Remakes? Dieses Special behandelt alle diese Aspekte und noch mehr.

    Remakes über die Jahre

          

    Auch wenn Remakes gemeinsam mit Sequels wesentlich häufiger als noch beispielsweise in den 80er Jahren zu finden, beziehungsweise erfolgreich sind, sind sie doch im Grunde so alt wie Filme selbst. Schon der erste abendfüllende Film, der in Hollywood produziert wurde, der Western "The Squaw Man" (1914) wurde prompt vier Jahre später noch einmal verfilmt, unter demselben Namen: "The Squaw Man" (1918). Und Sequels sind auch schon vor 30 Jahren Gang und Gebe gewesen: 1985 sah den Kinostart von "Rocky IV", "Mad Max: Jenseits der Donnerkuppel" und "Rambo 2: Der Auftrag", auch wenn es uns gleichzeitig Klassiker wie "Zurück in die Zukunft", "Die Goonies" und "Breakfast Club" gebracht hat. Und Reboots gab es auch in den 80ern: "Der kleine Horrorshop" wurde 1960 das erste Mal verfilmt, "Die Fliege" gab es schon einmal im Jahr 1958, selbst "Das Ding aus einer anderen Welt" (1982) von Filmlegende John Carpenter ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1951. Kaum zu glauben: Der absolute Kultklassiker "Das Ding aus einer anderen Welt" von John Carpenter aus dem Jahr 1982 ist auch ein Remake: "Das Ding aus einer anderen Welt" gab es bereits 1951. Kaum zu glauben: Der absolute Kultklassiker "Das Ding aus einer anderen Welt" von John Carpenter aus dem Jahr 1982 ist auch ein Remake: "Das Ding aus einer anderen Welt" gab es bereits 1951. Quelle: Studiocanal; Universal

    Warum einen Film überhaupt noch einmal machen?

          

    Da stellt sich doch die Frage: Warum gibt es Remakes denn überhaupt? Warum erzählt man nicht unverbrauchte Geschichten? Wozu ein "Robocop"(1987) noch einmal erzählen? Warum "Total Recall" (1990) neu drehen? Dafür gibt es eine Handvoll Gründe:

    • Es beruhigt die Investoren, die ihr Geld dafür hergeben: Wenn ihr einem Studio euren Film über eine Computerwelt mit Kung-Fu-Kämpfen schmackhaft machen müsstet - wäre es nicht einfacher zu sagen, dass ihr "Matrix" ein Remake verpassen wollt? Geldgeber schauen sich die Verkaufszahlen der Originale an und kalkulieren damit mögliche Gewinne.
    • Die Marketing-Kosten werden reduziert: Selbst wenn viele toben, zetern und den Verfall der guten Sitten verurteilen - jedes Remake erhält mehr Aufmerksamkeit und Presse-Präsenz als es ein origineller Film mit einer ähnlichen Prämisse schaffen könnte. "Es gibt keine schlechte Presse" trifft hierauf zu. Durch den bekannten Namen ist auch weniger Erklärung nötig. Hätte ein "Pacific Rim" (2013) vielleicht ein Kassenschlager sein können, wenn man einen "Godzilla"-Film daraus gemacht hätte?
    • Leute sehen es sich an: Auch wenn die Kritiken und Reviews von einigen Remakes schlecht ausfallen, so ist die (morbide) Neugier dennoch da. "Wie genau versauen sie mir meine schöne Kindheitserinnerung?" Selbst wenn also jemand sich nach einem Kinobesuch darüber auslässt, wurde das Ticket ja dennoch bezahlt.
    • Die Effekte der Zeit waren nicht so gut wie heute: Wenn wir mal ehrlich sind, dann würden wir doch jedem alten Klassiker gerne so manche Schönheitskur verpassen. Nur ist das Ergebnis dann oft ein Flickenteppich aus alten Aufnahmen mit modernen Effekten - man muss sich nur die neuen Versionen der ersten "Star Wars"-Filme ansehen. Die bessere Lösung wäre da manchmal den Film neu herauszubringen, mit moderner Technik und Möglichkeiten. Deswegen sind es oft effektlastige Titel wie Sci-Fi-, Fantasy- und Actionfilme, die für Remakes in Frage kommen
    • Eine gute Prämisse wird besser genutzt: Manchmal ist es auch einfach so, dass die Remakes besser sind - wozu also eine tolle Grundlage oder coole Story vergeuden, nur weil sie schon einmal verfilmt wurde, nur eben schlecht? Hier musste der Reboot-Knopf betätigt werden: Nach dem Fiasko "Batman & Robin" erfolgt mit "Batman Begins" ein völliger Neustart der "Batman"-Filme. Hier musste der Reboot-Knopf betätigt werden: Nach dem Fiasko "Batman & Robin" erfolgt mit "Batman Begins" ein völliger Neustart der "Batman"-Filme. Quelle: Warner

    Nicht jedes Remake/Reboot ist schlecht

          

    "Nein, Remakes sind doch bekloppt!" mag mancher jetzt trotzdem noch sagen. Dann stellt sich aber die Gegenfrage: Wollen wir also auf "The Departed" (2006) verzichten? Auf ein "Batman Begins" (2005)? Ein "Dredd" (2012)? Oder gar "Casino Royale", welches ein Reboot für die "James Bond"-Filme war, und schon einmal verfilmt wurde? All diese Filme sind heute Klassiker oder haben auf jeden Fall eine große Fan-Gemeinde. Natürlich gibt es Remakes, die einfach gesagt "kein Mensch braucht": "Robocop" (2014), "Conan der Barbar" (2011), "Planet der Affen" (2001) sind nur ein paar Beispiele. Wobei letzterer auch genauso gut als Grund für Remakes genannt werden kann: Denn die neuen Filme, die das Geschehen vor "Planet der Affen" behandeln, sind dank moderner CGI-Möglichkeiten ein Meilenstein, auch durch die tolle Darstellung durch Schauspieler Andy Serkis. Wenn wir also heute einen Andy Serkis haben, warum sollte dieser dann nicht die Rollen spielen, für die er fast schon geboren wurde? Nicht jedem bekannt: Scorcese's Meisterwerk über Undercover-Agenten und Maulwürfe in Polizeikriesen und im kriminellen Untergrund basiert auf dem Film "Infernal Affairs" Nicht jedem bekannt: Scorcese's Meisterwerk über Undercover-Agenten und Maulwürfe in Polizeikriesen und im kriminellen Untergrund basiert auf dem Film "Infernal Affairs" Quelle: Warner; Media Asia Films

    Warum nicht Remakes zu miesen Filmen?

          

    Ein großes Problem, das Filmeliebhaber mit dem Recycling von Hollywoods Werken haben, ist, dass es sich oft um Kultfilme, Klassiker und Lieblinge handelt. John Carpenter's "Robocop" war eine bitterböse Abrechnung mit Großkonzernen, unterstützt durch übertriebene Gewaltdarstellung. Das Remake fing nichts von diesem Flair ein, und lieferte auch keinen ausgleichenden eigenen Charme. Ebenso wenig kam Spike Lee's "Old Boy" (2013) an das Original von Chan-wook Park aus dem Jahr 2003 heran, das den Zuschauer durch seine Absurdität und Schonungslosigkeit fesselte. Wie wäre es deswegen mit Remakes zu den Fehlern Hollywoods? Den Rohrkrepierern? Wir haben drei Filme, über deren Remake wir uns freuen würden:

    • "Waterworld" ( 1995): Kevin Costners berühmter Flop besaß eine interessante Prämisse: Postapokalypse klitschnass - durch das Schmelzen der Polkappen sind die Landmassen unter dem Meerespiegel verschwunden. Warlords beherrschen die See, Mutanten, die unter Wasser atmen können, werden geächtet. Ein besseres Skript, kombiniert mit modernen Special Effects & Stunts, könnte dem Ganzen neues Leben einhauchen und ein "Fury Road" auf dem Meer bieten.
    • "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" (2003): Der Film, Sean Connery dazu brauchte, in den Ruhestand zu gehen. Streitigkeiten zwischen Regisseur Norrington und Connery, knappe Deadlines und die Ignoranz gegenüber dem Quellmaterial, den ikonischen Comics von Alan Moore, sorgten für einen Film, der nicht wirklich ein Flop war - aber ein absoluter Schatten dessen, was hätte sein können. Eine neue Fassung, die sich stärker auf die starke Vorlage stützt und sich beim Dreh nicht hetzt, wäre sehenswert.
    • "Die Legende von Aang" (USA 2010): Viele Fans verleugnen bis heute, dass die beliebte Zeichentrick-Serie "Die Legende von Aang" eine Verfilmung erhalten haben soll. Die völlige Missachtung der weltweit beliebten Grundlage, hölzerne Dialoge, die gehetzte Geschichte und schwache Charaktere machen das Fantasy-CGI-Fest zu einem Top-Kandidaten für unsere Remake-Träume. Shyamalan war ganz klar die falsche Wahl als Regisseur, eigene Aussagen bestätigen das auch: Die kurze Laufzeit und den Ton (düster, schwermütig) begründet er mit seinen bisherigen Filmen, die kleine Thriller über das Übernatürliche waren. Ähnlich wie bei "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" wünschen wir uns eine Verfilmung, die das Quellmaterial mit Respekt behandelt und versucht, das einzufangen, was auch die Serie beliebt gemacht hat. Im Falle von Avatar ist das: Eine reiche, farbenfrohe Welt mit sympathischen Charakteren und innovativer Kämpfe. Die Realverfilmung der beliebten Zeichentrickserie um Aang, den Avatar der Elemente, war eine absolute Enttäuschung für Kinogänger und besonders Fans der Serie. Ein Remake wäre hier absolut angebracht. Die Realverfilmung der beliebten Zeichentrickserie um Aang, den Avatar der Elemente, war eine absolute Enttäuschung für Kinogänger und besonders Fans der Serie. Ein Remake wäre hier absolut angebracht. Quelle: Paramount

    Auf welche Neuverfilmungen können wir uns freuen?

          

    Aber gehen wir weg von unseren Wunschkandidaten zu dem, was wir erwarten können: Welche Filmen erhalten in naher Zukunft Remakes, die uns keinen Schrecken einjagen? "Tomb Raider" bekommt eine Generalüberholung mit einer jüngeren, verletzlicheren Lara Croft. Sehr treffend, da sich auch die Spiele-Reihe in diese Richtung geändert hat. Die Tage des emotionslosen Busenwunders (gespielt von Angelina Jolie) sind schon lange vorbei, dementsprechend passt hier ein neuer Ton für die Verfilmung. Mit Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander ("Ex Machina", "The Danish Girl") als titelgebende Archäologin sind wir vorsichtig optimistisch - Videospiel-Filme haben bisher nicht die besten Beispiele für Qualität geliefert.

    Mit "Jumanji" wiederum wird der gleichnamige Kultfilm von 1995 neu gedreht. Ob Dwayne "The Rock" Johnson, Jack Black und Tom Holland einen fehlenden Robin Williams ausgleichen können, ist noch ungewiss. Aber jeder der drei hat sich bisher als charmante Leinwandpräsenz bewiesen. Der relativ unbekannte Regisseur Jake Kasdan ("Bad Teacher", "Sex Tape") muss sich zwar noch beweisen - aber Joe Johnston (Regisseur des Originals) hat sich seitdem auch nicht mit Ruhm bekleckert ("The First Avenger", "Jurassic Park 3", "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft").

    Und Action-Fans sollten "The Predator" nicht aus den Augen lassen: Shane Black, der im Original mit Arnold Schwarzenegger mitgespielt hatte, will dem Kult-Alien neues Leben einhauchen. Black saß im Regiestuhl für den Kultfilm "Kiss Kiss Bang Bang" und seine Action-Buddy-Komödie "The Nice Guys" überzeugt Kritiker weltweit, auch wenn es an den Kinokassen schwächelt. "The Predator" soll das Franchise zurück zu seinen Wurzeln führen, dem außerirdischen Jäger wieder etwas Mysteriöses geben, was in den letzten Filmen wie "Aliens vs Predator" oder "Predators" gefehlt hat. Wir sind wirklich gespannt, was er mit dem "Predator"-Material macht.

    Remakes sind nicht das Problem

          

    Schlussendlich wird eines klar: All diese Filme sind ein Symptom, aber nicht die wirkliche "Krankheit", nicht das echte Problem. Sondern die gigantischen Budgets, die heutzutage für Filme notwendig zu sein scheinen. Wenn 100 Millionen Dollar in eine Geschichte gesteckt werden sollen, dann stellen sich jedem Investor die Haare zu Berge, wenn diese eine völlig neue, originelle Idee ist. Denn das Risiko, dass ein solcher Film an den Kinokassen untergeht oder trotz jeder Menge Marketing-Arbeit nicht genug Menschen erreicht, ist hierbei eindeutig größer als wenn zum Beispiel "Spider-Man", "Poltergeist" oder "Total Recall" ein Remake, ein Reboot oder ein Sequel erhalten. Die Marke ist bekannt, die Neugier ist da. Solche Filme haben das Potenzial genauso gut wie ein origineller Film zu werden. Aber wenn die Einschränkungen einer bestehenden Story auf ein schlechtes Skript treffen, dann ist der Flop kein Wunder.

    Jetzt seid ihr dran: Nennt uns Remakes, die euch überzeugt, oder auch enttäuscht haben. Auf welche Neuverfilmungen freut ihr euch? Welchem Film würdet ihr ein Remake verpassen? Wir freuen uns schon auf eure Kommentare!

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Kino-Fans beklagen seit Jahren die Ideenarmut in Hollywood, denn ein Remake folgt auf das Nächste. "Spider-Man", "Poltergeist", "Total Recall", "Godzilla", "Planet der Affen", "Conan der Barbar" - die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Aber sind denn wirklich alle Neu-Aufgüsse schlecht? Oder liegt das Problem an anderer Stelle? Für dieses Special haben wir uns das Ganze näher angesehen.
http://www.pcgames.de/Kino-Thema-130800/Specials/Remakes-1197334/
03.06.2016
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