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  • Spiel mit der Unschuld: Wie Horrorfilme gezielt Kinder in Szene setzen
    Quelle: Paramount

    Spiel mit der Unschuld: Wie Horrorfilme gezielt Kinder in Szene setzen

    Als Sinnbild von Unschuld und Reinheit scheint für Kinder in Genre Horror eigentlich kein Platz zu sein. Denkste! In fast jedem bekannten Gruselfilm findet sich mindestens ein Kinderdarsteller - oder geht es um lebendig gewordenes Spielzeug. Im Laufe der Zeit haben sich diese Möglichkeiten, Kinder in den Fokus eines Horrorstreifens zu stellen, bewährt.

    Eigentlich ist das Ganze psychologisch relativ leicht zu begründen: Geister, Dämonen, psychopathische Mörder. Das alle ist von uns längst als "gefährlich und böse" abgestempelt. Da überrascht es keinen, es im Film genauso abgebildet zu sehen. Kinder dagegen - je kleiner desto besser - wirken noch so niedlich und wehrlos. Es ist eine vollkommen natürliche Reaktion, bei schrecklichen Verbrechen zunächst einmal die Kleinen beschützen zu wollen oder mit ihnen besonders mitzufühlen. Indem sie also ihre Killer auf den Nachwuchs hetzen, oder die vermeintlich harmlose Brut zu boshaften Psychopathen oder untoten Rächern stilisieren, versuchen Regisseure, mit unseren Erwartungen zu brechen und uns emotional einzufangen. Neu ist dieser Kniff schon lange nicht mehr, funktionieren tut er aber immer noch.

    1. Unfreiwillig in Not: Kinder als Gejagte

          

    Ungewollt werden sie zu Opfern: Die Kinder aus 'Stephen Kings Es', 'Nightmare on Elm Street' und 'The Visit' Ungewollt werden sie zu Opfern: Die Kinder aus "Stephen Kings Es", "Nightmare on Elm Street" und "The Visit" Quelle: Universal; Warner
    Kinder sind in vielerlei Hinsicht die perfekten Opfer für Horrorfilme. Sie sind naiv, unschuldig und - vor allem - wehrlos. Deswegen werden gerade sie gerne mit Dämonen, Geistern oder Mördern konfrontiert.
    Die Protagonisten in der Verfilmung von Stephen Kings "Es" sind zwar während des Hauptfilms bereits erwachsen, haben den mörderischen Clown Pennywise allerdings schon im Jugendalter besiegt. Da der aber alle 30 Jahre sein Unwesen treibt, kehrt er zurück, als Bill, Mike, Ben & Co sich bereits sicher wähnen. Noch 27 Jahre nach dem Release von "Es" ist der Erfolg so groß, dass ein Remake unter dem Zeichen der Warner Bros kurz bevorsteht. Dazu sind sogar schon die ersten Trailer erschienen.
    Ebenfalls ein echter Klassiker: "Nightmare - Mörderische Träume". Die mittlerweile achtteilige Reihe handelt vom narbengesichtigen Freddy Krueger, der die Kinder der Elm-Street-Bewohner in ihren Träumen heimsucht und ermordet. Denn so sehr sie es auch versuchen: Schlafen müssen sie irgendwann.


    Ein wenig anders ist die Atmosphäre in "The Visit". Hier entpuppen sich die Großeltern als Gefahrenquelle für Rebecca und ihren Bruder Tyler. Um ihrer alleinerziehenden Mum eine Auszeit zu gönnen wollen die Kids ein paar Tage bei Oma und Opa verbringen. Wegen eines Familienstreits haben sie die allerdings noch nie gesehen. Zuerst scheint alles gut zu laufen, aber dann bemerken die Geschwister immer merkwürdigere Dinge. Beispielsweise dürfen sie ihr Zimmer unter keinen Umständen nach 21:30 Uhr verlassen und irgendetwas scheint der Großvater in der Gartenhütte vor ihnen zu verstecken. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, bis die Mutter der Zwei per Videochat völlig entsetzt feststellt: "Packt eure Sachen! Das da sind nicht eure Großeltern."

    2. Gefährliches Spielzeug: Puppen erwachen zum Leben

          

    Lieber nicht damit spielen: In 'Der Babadook', den 'Chucky'-Filmen und 'Friedhof der Kuscheltiere' erwachen die Lieblinge der Kids zu fürchterlichem Eigenleben. Lieber nicht damit spielen: In "Der Babadook", den "Chucky"-Filmen und "Friedhof der Kuscheltiere" erwachen die Lieblinge der Kids zu fürchterlichem Eigenleben. Quelle: Capelight; Paramount; Studiocanal
    Teddybär, Puppen, Bilderbücher. Jedes Kind hat einen angeborenen Spieltrieb und beschäftigt sich gern den lieben langen Tag mit seinen persönlichen Favourites. Auch gutmütige Haustiere stehen zwecks Kuscheln sehr hoch in ihrer Gunst. Normalerweise ist das auch völlig unbedenklich. Nicht so in einigen Horrorfilmen: Die mörderische Puppe "Chucky" ist genauso wenig zum Schmusen aufgelegt wie der Kater Church aus "Friedhof der Kuscheltiere". Stattdessen töten sie lieber alles, was ihnen so über den Weg läuft und machen dabei auch vor dem Nachwuchs keinen Halt. Auch der Babadook aus dem gleichnamigen Film gibt sich zunächst wie ein Kinderfreund. Bei dem Buch mit der Geschichte des Babadook scheint sich um eine heitere Story über unsichtbare Freunde zu handeln. Deswegen beginnt die alleinerziehende Amelia auch, ihrem einsamen Sohn daraus vorzulesen. Das stellt sich schnell als Fehler heraus, denn was als Kinderbuch begann, wird schnell zur Horrorstory mit Bildern einer drohenden Zukunft, in der Amelia nicht nur den Hund sondern auch ihren Sohn töten wird. Auch wenn sie den Babadook als Unfug abtun will, sie kann sich seinem manipulativen Einfluss nicht mehr entziehen.

    3. Besessenen Dämonen-Kids

          

    Aber sie sind doch so niedlich! Dieser Nachwuchs aus 'Der Fluch - The Grudge', 'Der Exorzist' und 'Insidious' ist längst bessessen oder verflucht: Aber sie sind doch so niedlich! Dieser Nachwuchs aus "Der Fluch - The Grudge", "Der Exorzist" und "Insidious" ist längst bessessen oder verflucht: Quelle: Sony; Warner, Constantin Gegen übernatürliche Mächte können sich schon Erwachsene kaum wehren, wie soll das dann den Kindern gelingen? In "Der Exorzist" - wohl einem der bekanntesten Horrorfilme aller Zeiten - ist die 12-jährige Regan von einem Dämon besessen. Zunächst macht es sich nur durch ihre vulgäre Sprache bemerkbar, dann pinkelt sie in einer der bekanntesten Szenen des Films vor Besuchern mitten auf den Teppich. Schließlich weiß man sich nicht mehr anders zu helfen, als einen Exorzismus durchzuführen. Das ist heute noch genauso gruselig wie 1973, als der Film in die Kinos kam.


    Der Geisterjunge aus "The Grudge" ist im Vergleich zu seiner rasenden Mutter noch die harmlosere Variante. Trotz allem ist er aber auch eines der verfluchten Wesen, die dazu verdammt sind, jeden zu töten, der sein Haus betritt.
    Im Vergleich zu Anderen eher harmlos ausgegangen ist die Besessenheit von Dalton in "Insidious". Dalton ist eigentlich ein ganz normaler Junge mit einem besonderen Gespür fürs Übernatürliche. Zur Gefahr wird das erst, als er sich in der Parallelwelt der Geister wiederfindet und nicht mehr weiß, wie er zurück zu seinem Körper gelangen soll. Das macht sich ein Dämon zunutze, der sich einfach der leeren Hülle bemächtigt und allerlei mysteriöse Ereignisse im Haus der Lamberts auslöst. Gut, letztendlich ist dabei nichts wirklich Schlimmes passiert, aber wer weiß, wozu der Dämon noch im Stande gewesen wäre, hätte Daltons Eltern nicht eingegriffen.

    4. Von Grund auf Böse: Psychopathen und Mörder

          

    In 'Identität', 'Orphan - Das Waisenkind' und 'Das zweite Gesicht' treiben diese fiesen Kinder ihr Unwesen. In "Identität", "Orphan - Das Waisenkind" und "Das zweite Gesicht" treiben diese fiesen Kinder ihr Unwesen. Quelle: Fox; Studiocanal; Columbia TriStar
    Es ist die pure Umkehrung all dessen, was wir kennen: Kinder wie Henry in "Das zweite Gesicht", die einfach das pure Böse sind. Nicht durch eine übersinnliche Macht beeinflusst oder irgendwie sonst dazu gezwungen haben diese Teufelsbraten einfach Spaß am Quälen, Verletzen und Morden.
    Ähnlich verhält es sich bei Esther, dem elternlosen Mädchen aus "Orphan- Das Waisenkind". In diesem Horrorfilm will ein Ehepaar die Kleine adoptieren. Anstatt sich aber darüber zu freuen, bringt Esther Unglück über die ganze Familie. Zwar stellt sich später heraus, dass es sich keineswegs um ein Kind handelt, sondern um die 33-jährige Serienkillerin Leena Klammer, die durch eine seltene Stoffwechselkrankheit wie ein kleines Mädchen aussieht. Trotzdem liefert sie als psychopathische Esther eine einschüchternde Show ab und verdient deswegen eine Erwähnung.
    Durch seine eher unauffällige Rolle und seinen vermeintlichen Tod in "Identität" rückt der kleine Timothy York eher in den Hintergrund. Das ist aber durchaus Absicht der Macher: So ist der Schock nur umso größer, wenn er in der finalen Szene an die letzte Überlebende Paris herantritt und mit ausdruckslosem Gesicht seine Waffe schwingt.

    Last But not Least: Samara aus "The Ring". Sie ist ein bisschen schwieriger einzuordnen. Während der Haupthandlung des Filmes ist sie zwar bereits tot und sucht jeden heim, der sich ein bestimmtes Video angesehen hat. Ihre Boshaftigkeit allein ihrem gewaltsamen Tod in einem Brunnen zuzuschreiben ginge aber zu weit. Auch als lebendiges Mädchen war sie kein Unschuldsengel.

    Was denkt ihr: Sind Kinder, die von naiv-niedlich auf eiskalt umschalten und sich einmal quer über die Kinoleinwand morden, gruselig? Oder bevorzugt ihr erwachsene Protagonisten?

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Spiel mit der Unschuld: Wie Horrorfilme gezielt Kinder in Szene setzen
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