Potsdamer Forscher: "Kein Zusammenhang zwischen Gewalttaten und Computerspielen"
Infinity Wards Modern Warfare 2 sei "Dank", steht das leidige Thema "Killerspiele" momentan wieder ganz oben auf der Agenda diverser, nicht nur branchenfremder Publikationen. So auch bei der in Potsdam ansässigen Märkischen Allgemeinen (MAZ), die in einem aktuellen Artikel zum Thema allerdings nicht nur die altbekannten, klischeebehafteten Argumente der Computerspiele-Kritiker wiederkäut, sondern eine wirkliche Kompetenz auf dem Gebiet zu Wort kommen lässt: Dr. Stephan Günzel vom Potsdamer Zentrum für Computerspielforschung (Digarec).
MAZ
Der studierte Philosoph vertritt dann auch eine eher differenzierte Sicht der Dinge und sieht keinen Zusammenhang zwischen der Begehung von Gewalttaten und dem Spielen gewalthaltiger Computerspiele. Viel eher sei es sogar so, dass vorhandene Gewaltphantasien im Spiel ausgelebt werden könnten.
Auch den sorglosen Umgang mit dem populistischen Begriff des "Killerspiels" sieht Günzel kritisch, da sinnlose Anwendung von Gewalt fast nie Inhalt von Computerspielen sei. Die Rahmenhandlung eines Spiels liefere in fast allen Fällen eine, wie auch immer geartete Legitimation, für das Geschehen auf dem Bildschirm.
Befragt zum Thema Suchtgefahr von Computerspielen (laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen sind 3% der männlichen Neuntklässler betroffen), antwortet er, dass insbesondere Online-Rollenspielen wie World of Warcraft, durchaus eine solche bergen würden. Es existierten durchaus Fälle, in denen Spieler die virtuellen Welten bereits dem -neudeutsch- "Real Life" vorziehen würden. Grund sei, dass im Spiel, im Gegensatz zur Wirklichkeit, meist nur das Treffen von äußerst simplen Entscheidungen gefragt sei ("Schiessen? - Ja./Nein.").
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Nachweislich hat ein gewaltätiger Kinofilm, wie schon so oft gezeigt, ein wesentlich höheren Einfluss auf ALLE Menschen als ein Computerspiel. Diese Diskussionen sind auch nicht neu: Man hat auch Ende der 70er mal versucht die billigen kleinen Kinos zu verbieten, die nur Zobmbie-, Bruce Lei- (ist so gemeint) und Nackt & Vergewaltigt im Dschungel Filme (gibts auch welche mit Senta Berger) gezeigt werden. Und das nur deshalb weil ein paar Volljährige heranwachsende gelegentlich Kung-Fu Übungen auf der Straße durchgeführt haben, wo es schonmal zu einer blutigen Nase kam. Hier begann schon damals die sog. "Verrohung der Gesellschaft"; was ist mit denen heute...alles liebende Familenväter mit gutem Jobs etc. usw.
Diese ganzen Diskussionen haben nur ein Ziel, nämlich über die Unwissenheit und Unfähigkeit vieler Eltern und Politiker hinwegzutäuschen.
Auf mich, wei ich hier bestätigender Weise gelesen habe, haben solche Spiele ehre einen beruhigende Wirkung...