"Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg" - ein Erfahrungsbericht vom Symposium "Spielewelten der Zukunft"
Fasco: "Medienpädagogen sehen sich nicht als Drogenkofferträger der 70er Jahre!"
Auch Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt zeigte sich erbost über Spitzers Bemerkungen zur Medienkompetenz. "Medienpädagogen sehen sich nicht als Drogenkofferträger der 70er Jahre", so der Erfurter Behördenleiter. Er sei "enttäuscht, wenn man diese Arbeit nicht schätze". Professor Helmut Lukesch vom Institut für experimentelle Psychologie in Regensburg stärkte dem medienpädagogischen Ansatz ebenfalls den Rücken: "Medienpädagogisch gebildete Lehrer können viel erreichen."
Patrice Chazerand über das europäische PEGI-System
Patrice Chazerand
Bei "Spiele 2.0 - Alternativen zu Gewaltspielen", einem der abschließenden Workshops, gaben sich die Jugendschützer Europas ein Stelldichein. Patrice Chezerand, Generalsekretär der Interactive Software Federation of Europe, stellte das europäische Jugendschutzsystem PEGI vor, das mittlerweile 9.841 Titel getestet hat, von denen nur vier Prozent eine "über 18"-Einschätzung bekamen. Bei PEGI müssen Publisher die angepeilte Jugendfreigabe angeben, die Behörde testet dann stichprobenartig und gibt das Produkt frei. Entspricht das fertige Produkt nicht der Freigabe oder gibt es berechtigte Beschwerden von Käufern, so kommen auf den Publisher hohe Strafen zu. Auch bei Erweiterungen oder Patches muss der Publisher darauf achten, dass sie sich innerhalb der vergebenen Jugendschutzgrenzen bewegen.
Die USK, die BPjM und GTA 4
Lidia Grashof
Lidia Grashof berichtete ausführlich über die Arbeit der deutschen USK und verfolgte den Kassenschlager Grand Theft Auto 4 Schritt für Schritt durch die deutschen Jugendschutzbehörden. Die BPjM, so Grashof, habe in diesem Prozess die Möglichkeit gehabt, GTA 4 zu indizieren. Demnach liefe Pfeiffers Kritik an der USK und sein Eintreten für die BPjM ins Leere. Generelle Kritik am angeblich gewaltverherrlichenden Medium Computerspiel wies Grashof voll und ganz zurück. Nur 1,5 Prozent der getesteten Spiele würden indiziert, 44 Prozent kämen gar ohne Alterseinschränkung in den Handel.


Außerdem muss bei diesem System erst etwas (schlimmes) passieren damit etwas geändert wird. Danke, darauf kann ich verzichten.
Das würde ja bedeuten, dass es eine Kausalität zwischen Medien und realer…
In der Tat.
allerdings hat er auch recht, mehr ganztagsschulen wären defintiv nicht schlecht,
und GTA 4 hätte auch meiner ansicht nach indiziert werden müssen..