"Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg" - ein Erfahrungsbericht vom Symposium "Spielewelten der Zukunft"
Auch über den neuen Feind: die neuen Medien und die "Killerspiele". Er fängt behutsam an, um sich dann zu steigern. So redete er zunächst von der Gefahr der Immersion, also des "Hineingezogen werdens" in ein Spiel. "Gute Medien", so Spitzer, "leben davon, wenn Sie da drin sind", deshalb würden sie auch "Reaktionseinstellungen verändern" gegenüber tatsächlicher Gewalt. Klar, dass Spitzer auch für ein Verbot der so genannten "Killerspiele" votiert. Man lasse "die Mütter im Regen stehen", wenn man keines erlasse, so seine Warnung.
Und dann lässt er den Satz fallen, der noch am gesamten Tag zur Debatte stehen wird: "Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg!" Jugendliche schon frühzeitig an die neuen Medien zu gewöhnen, so Spitzer, komme dem Versuch aus den 70er Jahren gleich, Kinder von Drogen fernzuhalten, indem man in den Schulen von den negativen Wirkungen der Substanzen erzähle. Die Kinder würden nur noch neugieriger und dadurch anfälliger für die Gewalt in den neuen Medien. "Sie müssen nicht lernen, mit Heroin umzugehen!", eine Gleichsetzung, die den Saal im Sonneberger Gesellschaftshaus zum Raunen bringt.


Außerdem muss bei diesem System erst etwas (schlimmes) passieren damit etwas geändert wird. Danke, darauf kann ich verzichten.
Das würde ja bedeuten, dass es eine Kausalität zwischen Medien und realer Gewalt gibt. Das ist erstens nicht der Fall und zweitens sieht man das bei PEGI auch nicht so.
Außerdem ist PEGI in ganz Europa verbreitet und damit unabhängig von nationalem Populismus, während sich die USK hier mehr oder weniger an die Vorgaben der Regierung halten muss, bzw. sich die gesetzlichen Grundlagen der Freigaben jederzeit ändern können.
Die Aussagen von Pfeiffer und co. finde ich lächerlich und nicht gerechtfertigt. Wie schon von Aithir angesprochen ist es nicht gerade sinnvoll oder gar wissenschaftlich Aussagen von sich zu geben, die aus einer Studie resultieren, welche noch nicht einmal veröffentlicht wurde. Ganz zu schweigen davon, dass genauere Angaben zu den getesteten Person und ähnlichem fehlen.
Genauso ist es unsinnig den Eltern, wie es in der Verfassung steht (!), ihrer Pflichten zu entbinden und dem Staat diese Aufgabe aufzutragen.
"Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg"
Einige Spiele brauchen eine genaue Kontrolle des Inhalts und eine darauf bezogene Altersbeschränkung. Stichprobenartig reicht überhaupt nicht aus.
Außerdem muss bei diesem System erst etwas (schlimmes) passieren damit etwas geändert wird. Danke, darauf kann ich verzichten.
Ist dieses PEGi denn als eigenständig oder als Zusatzinstanz zur BPjM zu verstehen?
In Verbindung mit der BPjM, quasi als Empfehlung, mag das System noch seine Daseinsberechtigung haben. Aber als selbstsändiges System? Das wäre ein Freifahrtschein für Spiele wie Manhunt. Ne danke.
Die PEGI gilt für viele Länder Europas, nicht aber für Deutschland. Hierzulande gilt nur USK und BPjM.
Einige Spiele brauchen eine genaue Kontrolle des Inhalts und eine darauf bezogene Altersbeschränkung. Stichprobenartig reicht überhaupt nicht aus.
Außerdem muss bei diesem System erst etwas (schlimmes) passieren damit etwas geändert wird. Danke, darauf kann ich verzichten.
Ist dieses PEGi denn als eigenständig oder als Zusatzinstanz zur BPjM zu verstehen?
In Verbindung mit der BPjM, quasi als Empfehlung, mag das System noch seine Daseinsberechtigung haben. Aber als selbstsändiges System? Das wäre ein Freifahrtschein für Spiele wie Manhunt. Ne danke.