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Killerspiele

"Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg" - ein Erfahrungsbericht vom Symposium "Spielewelten der Zukunft"

01.10.2008 09:33 Uhr
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"Spielewelten der Zukunft" hieß die Veranstaltung, zu der das Europäische Informations-Zentrum Thüringen am Mittwoch und Donnerstag letzter Woche eingeladen hatte. "Klasse", dachte sich PC Games, "Das klingt vorwärtsgewandt, progressiv, optimistisch! Da müssen wir hin!"

Also machten wir für Sie die abenteuerliche Reise in das schöne Sonneberg, um uns anzuhören, was die Wissenschaftler zum Werdegang unseres Lieblingsmediums dort zu sagen hatten. Angekommen, ernüchterte ein Blick in die Willkommensbroschüre: "Die Gewaltdarstellungen in den sog. "Killerspielen" als Computer Games haben derart überhand genommen, dass Eltern und Schule diesem Phänomen immer ratloser gegenüberstehen", stand da. Immerhin hatte das K-Wort wenn schon keine verständliche Definition, dann wenigstens Klammern.

Spitzer: "Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg!"

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer Wir stürzten uns am Donnerstag in den Redner-Marathon. Direkt der erste Vortrag glich einem Paukenschlag. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer referierte über die Frage "Führt virtuelle Gewalt zu tatsächlicher Gewalt?". Angesichts der früheren Veröffentlichungen von Herrn Spitzer war es nicht verwunderlich, zu welchem Ergebnis sein Vortrag führte. Spitzer ist Autor von "Fernsehen macht dick" und bezeichnet in einem Editorial für die Zeitschrift Nervenheilkunde (1/2005) die Spieleindustrie als "Tötungssoftwareindustrie".

Niemand kann Spitzer vorwerfen, es ginge ihm nicht um die gute Sache. Er warnt vor dem schlechten Einfluss des Fernsehens auf Kinder und Jugendliche und prangert an, dass 80 Prozent der Fernsehunterhaltung aus gewaltbetonten Programmen bestehe. Soweit ein nobles Anliegen. Spitzer ist aber ein Mann der harschen Worte und der zündenden Rhetorik im Namen eines höchst wichtigen Anliegens. Dass er es ernst meint, ist auch an seiner Vortragsweise zu erkennen. Anders als alle anderen Referenten steht er vor dem Pult, rudert mit den Armen, versucht die Zuhörer wachzurütteln, aufzuklären.

Moderation
01.10.2008 09:33 Uhr
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02.10.2008 18:25 Uhr
Zitat: (Original von robby23 am 01.10.2008 12:12)
Also dieses PEGI-System halte ich für absoluten Schrott.
Außerdem muss bei diesem System erst etwas (schlimmes) passieren damit etwas geändert wird. Danke, darauf kann ich verzichten.

Das würde ja bedeuten, dass es eine Kausalität zwischen Medien und realer Gewalt gibt. Das ist erstens nicht der Fall und zweitens sieht man das bei PEGI auch nicht so.

Außerdem ist PEGI in ganz Europa verbreitet und damit unabhängig von nationalem Populismus, während sich die USK hier mehr oder weniger an die Vorgaben der Regierung halten muss, bzw. sich die gesetzlichen Grundlagen der Freigaben jederzeit ändern können.
Mitglied
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02.10.2008 17:52 Uhr
Zitat: (Original von HanFred am 01.10.2008 10:19)
die seiten dürften ruhig etwas länger sein. 


In der Tat.  
Mitglied
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02.10.2008 13:47 Uhr
Herr Pfeife(r) will ja das die BPJM mehr "macht" bekommt, gut soll sie kriegen, die würden kein bisschen mehr indizieren als jetzt.. mal sehen was der dann sagt, vermutlich prüft dann die BPJM zu lasch und er soll entscheiden was indiziert wird oder nicht

allerdings hat er auch recht, mehr ganztagsschulen wären defintiv nicht schlecht,

und GTA 4 hätte auch meiner ansicht nach indiziert werden müssen..
Mitglied
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02.10.2008 12:38 Uhr
Zitat: (Original von Anthile am 01.10.2008 10:29)
Und was lernen wir daraus? Fernsehen macht dick, Computerspiele machen aggressiv - und Doktortitel machen auch nicht weise.

 
Mitglied
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01.10.2008 16:00 Uhr
Prof. Dr. Klaus Peter Jantke ist einer der wenigen der seinem Dr.-Titel durch objektive, aber nichtsdestotrotz intensive Betrachtung von Spielen und Spielern gerecht wird.
Die Aussagen von Pfeiffer und co. finde ich lächerlich und nicht gerechtfertigt. Wie schon von Aithir angesprochen ist es nicht gerade sinnvoll oder gar wissenschaftlich Aussagen von sich zu geben, die aus einer Studie resultieren, welche noch nicht einmal veröffentlicht wurde. Ganz zu schweigen davon, dass genauere Angaben zu den getesteten Person und ähnlichem fehlen.
Genauso ist es unsinnig den Eltern, wie es in der Verfassung steht (!), ihrer Pflichten zu entbinden und dem Staat diese Aufgabe aufzutragen.
"Medienkompetenz auszubilden ist ein ganz großer Irrweg"  

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