Medienforscher: "Killerspiel"-Debatten dürfen Wirtschaftsfaktor nicht ignorieren
Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn
Wirtschaftlich stehe Deutschland im Vergleich zu den amerikanischen und asiatischen Ländern bereits zurück. Es gebe zwar momentan keine hiesige Diskussion um ein Verbot, jedoch zeige bspw. die Schweiz, welche Formen eine solche Debatte annehmen könnte. Dort haben nun beide Kammern des Parlaments einen entsprechenden Antrag angenommen, in dem u.a. die Herstellung, der Import, die Werbung für und der Verkauf von Computerspielen mit gewalttätigem Inhalt verboten werden soll.
Sollte es in Deutschland ähnliche Entwicklungen geben, stünde ein Großteil der Spiele-Entwickler vor dem Aus. Viele Firmen sind dringend auf Investitionen aus dem Ausland angewiesen. Besteht die Gefahr, dass ein geplanter Titel wenig Hoffnung auf zufriedenstellende Absatzzahlen in Deutschland mit sich bringt, werden jene Investitionen ausbleiben. Der in- und ausländische Marktanteil liegt für deutsche Firmen aus der Branche bereits heute bei weniger als 5 bis 10 Prozent.
Lietzkow betont, dass ethische Aspekte nicht ausgeklammert werden sollen. Er sieht das Problem dabei in den fehlenden verlässlichen Daten aus der Forschung. Es muss sichergestellt werden, dass ethisch-moralisch motivierte Positionen wissenschaftlich begründet und unter Berücksichtigung minimierter, wirtschaftlicher Kollateralschäden entstehen.
Jörg Müller-Lietzkows Thesen zur Killerspiel-Debatte werden am kommenden Dienstag beim Emeriti-Treffen der Paderborner Universität vorgestellt.
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Das ist nicht nur im Bereich Entwicklung/Publishing der Fall, sondern auch im Bereich Distribution und Peripherie. Gerade Hardwarehersteller beziehen einen…
Das sehe ich auch so. Das Agrument des drohenden Arbeitsplatzverlustes hat mit der inhaltlichen Diskussion nichts zu tun.