"Killerspiel"-Diskussion: Die zehn größten Missverständnisse
Der statistische Ausreißer - eine Figur basierend auf Missverständnissen?
Auf zehn.de tauchte kürzlich eine interessante Liste über die 10 größten Missverständnisse zum Thema "Killerspiele" auf. Weil wir die Gedanken des Autors für nachvollziehbar halten, möchten wir die Auflistung als Grundlage weiterer Ausführungen nutzen. Dazu haben wir drei Punkte extrahiert, die wir im Folgenden behandeln möchten: Den Begriff "Killerspiel", den Aggressions-auf und -abbau sowie den deutschen Jugendschutz. Sie finden den vollständigen Artikel auf zehn.de, wir geben lediglich kurze Auszüge wieder.
Der Begriff "Killerspiel"
Auch wenn es im Original-Artikel durchklingt, möchten wir den Begriff "Killerspiele" hier gesondert als Missverständnis anführen. Durch die politische Dauer-Verwendung hat sich der Begriff bereits fest in den Wortschatz aller Diskutierenden etabliert, und das, obwohl er vor seiner Politisierung gar nicht existierte. Aus diesem Grund verzichten wir auch auf die Nutzung des Begriffs als feststehende Bezeichnung einer gewissen Form von medialer Unterhaltung, zum einen, weil es "Killerspiel" nie in den Duden geschafft hat, zum anderen weil uns die Politik nach wie vor eine klare Definition schuldig bleibt. Bis dato fungiert der Neologismus nämlich als Auslegungssache, zumindest erwecken die verschiedenen, auf seiner Basis angelegten, Argumente diesen Schein. Der Autor von "Die 10 größten Missverständnisse bei sogenannten Killerspielen" zeigt folgerichtig auf, dass der Begriff "impliziert, dass gewisse Spiele die Ursache für Gewalttaten, genauer gesagt das Töten von Menschen" sei und lediglich als "politischer Slogan" fungiert.
Aggressions-auf und -abbau
Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass "Killerspiele" ihr Klientel übermäßig aggressiv machen. Die meisten davon stammen aus dem Kriminologischen Institut Niedersachsens, dessen Vorsitzender Christian Pfeiffer jedem von Ihnen ein Begriff sein sollte. Dann gibt es - vermutlich ebenso viele - Studien, die genau das Gegenteil beweisen, manch eine will sogar einen gewissen Erholungseffekt durch Spiele mit gewalthaltigen Inhalten nachgewiesen haben. Wie man das Blatt auch dreht und wendet, es wird immer zwei Seiten haben ... und je nachdem, auf welche argumentative Seite man sich begibt, wird die Gegenseite ausgeblendet. Die 10 größten Missverständnisse bei sogenannten Killerspielen zieht einen Vergleich mit dem Brettspiel "Mensch ärgere dich nicht", um entstehende Aggressionen zu begründen. Demnach liege es schlicht und einfach am "Verlieren", Niederlagen machten "keinen Spaß" und seien stellenweise "zermürbend" - vor allem gegen "talentierte Spieler", wie es sie online zu Hauf gebe.
Jugendschutz
"Der deutsche Jugendschutz gehört zu den strengsten der Welt", schreibt der Autor des Artikels. Und damit hat er recht: Wer einen Blick nach Amerika oder Großbritannien wirft, der stellt schnell fest, dass die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) deutlich kritischer wertet als die entsprechenden Gremien anderer Länder, vor allem was die explizite Darstellung von Gewalt angeht. Nichtsdestotrotz werfen viele Politiker der USK vor, den Jugendschutz aus den Augen verloren zu haben. Sie regen an, das Verfahren der Alterseinstufung zu verbessern. Zurück bleibt die Frage: Wie? Seit dem Amoklauf von Winnenden und der damit einhergehenden, starken Berichterstattung über "Killerspiele", Verbote und Änderungswünschen ist uns bis dato keine konkrete Stellungnahme untergekommen. Derzeit kocht der Wahlkampf das Thema auf einer heißen Herdplatte, was fehlt sind nach wie vor die richtigen Zutaten. Der Autor des Zehn.de-Artikel vermutet deshalb zurecht, dass es sich bei den politischen Forderungen um eine Bevormundung von Erwachsenen handelt, nicht aber um echte Absichten zur Verbesserung des Jugendschutzes - obgleich der Tatsache, dass für diese These keine Beweisführung existiert, entsteht ein solcher Eindruck.
Wer über weitere Missverständnisse zum Thema "Killerspiele" lesen möchte, dem sei der Artikel auf zehn.de ans Herz gelegt. Selbstverständlich sind Sie dazu eingeladen, im Kommentarbereich mit uns über die Missverständnisse zu diskutieren. Welchen Punkten können Sie zustimmen? Wo bedarf es Ihrer Meinung nach einer anderen Sichtweise?
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Solch einen Zusammenhang gibt es nämlich nicht - und zwar so lange, bis das Gegenteil bewiesen ist (was natürlich niemals passieren wird, da nunmal keiner existiert...)
Daß Leute diesen Zusammenhang als gegeben sehen ist vielleicht sogar schlimmer als der Begriff "Killerspiel".