Interview mit Günther Beckstein
Bei den Kollegen von gamaXX.de ist heute ein Interview mit dem umstrittenen Innenminister Bayerns, Günther Beckstein erschienen. Rechtsanwalt und Chef von gamaXX.de Andreas Lober führte das Interview mit Beckstein und stellt Fragen, die der Politiker in vielen Fällen geschickt zu umgehen weiß.
Ein Auszug:
gamaXX:
Herr Minister Beckstein, Sie haben in der öffentlichen Diskussion so genannte "Killerspiele" auf eine Ebene mit Kinderpornos gestellt. Wenn Sie nun beispielsweise mit Herrn Zeitner von Electronic Arts diskutieren, der einige dieser Spiele vertreibt - fühlen Sie sich in dieser Gesellschaft wohl?
Dr. Günther Beckstein:
Ich hatte mit Herrn Zeitner von Electronic Arts ein interessantes und offenes Gespräch. Weder ihm, noch anderen Firmenvertretern, mache ich persönliche Vorwürfe, solange sie sich in ihrer Geschäftstätigkeit in einem Bereich bewegen, der strafrechtlich nicht verboten ist. Ein strafbewehrtes gesetzliches Verbot menschenverachtender Computerspiele halte ich aber für notwendig. Auf den Einwand, ein Verbot lasse sich wegen der Verbreitung solcher Killerspiele via Internet nicht durchsetzen, habe ich darauf hingewiesen, dass wir mit Cyber-Cops ja auch die Verbreitung von Kinderpornographie via Internet zurückdrängen. Wieso sollte das also bei Killerspielen nicht funktionieren?


Es wird einfach viel zu schnell die Schuld auf andere (Musikszene, Spieleszene, Filme) abgewälzt.
Unsere Regierung sollte auch mal bei sich selbst die Schuld suchen, denn die ist auch nicht ganz unschuldig an solchen Taten. Meisst ist es nur die Verzweiflung, die diese Leute dazu treibt, was aber nicht die Tatsache rechtfertigt, auch andere zu verletzen und zu töten.
Dennoch: nach dem Interview denke ich wenigstens nicht mehr, dass der Mann völlig verblödet ist. Er will einfach nur Karriere machen.
der kann ja (genau wie die meisten Politiker) nichtmal auf einfachste Fragen präzise antworten....
muss man noch mehr sagen??
Aber ich sehe es etwas anders. Auch wenn der gute Mann mir ein Dorn im Auge ist - m.E. ist das ein sehr stimmiges Interview und von einer "Vermeidungstaktik" des Herrn Beckstein kann ich auch nichts erkennen.
Entgegen meiner bisherigen Eindrücke scheint er durchaus in der Lage zu sein zu differenzieren und ist jedenfalls rudimentär mit dem Thema vertraut.
Es gibt eigentlich "nur" 2 Argumente, die seiner Forderungen zur Makulatur werden lassen:
1. ist seit Jahren unumstritten, dass so ungefähr jede (nicht gesetzgeberische) Maßnahme deutlich effektiver ist als gesetzliche Verbote. Ginge es ihm tatsächlich um die Sache, nämlich um den Schutz der Opfer von Amokläufen - würde er andere Maßnahmen in den Vordergrund stellen. Diese jedoch erwähnt er allenfalls am Rande und nur ganz pauschal. Für mich bleibt da der Eindruck zurück: da möchte sich jemand um jeden Preis produzieren und ist an der Lösung eines zweifellos vorhandenen Problems nicht interessiert.
2. Wie schon richtig bemerkt wurde: in Deutschland existiert nach meinem Kenntnisstand nicht ein einziges frei verkäufliches Spiel in dem die vielzitierten Körperteile umherfliegen. Was also soll ein Verbot - das schon besteht - bewirken? Beckstein meint:
Auch hier drängt sich die Frage auf: sollte sich dem vernunftbegabten Wesen nicht aufdrängen, dass diese menschenverachtenden Spiele einersteits in Deutschland nicht existieren? Und sollte man auch hier nicht weiterdenken und sich fragen, wie man stattdessen solche Taten verhindern kann?
Dennoch: nach dem Interview denke ich wenigstens nicht mehr, dass der Mann völlig verblödet ist. Er will einfach nur Karriere machen.