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"EA, diese Schweinefirma!" - Harte Worte beim Computerspiele und Gewalt-Kongress - UPDATE: Die Antwort von EA

21.11.2008 20:47 Uhr
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Stets im TV präsent: Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungs Instituts Niedersachsen. Stets im TV präsent: Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungs Instituts Niedersachsen. Wenn im Einladungsschreiben Worte fallen wie "Actionspiele sind unglaublich schnell und fixieren den Spieler auf Exzesse des virtuellen Tötens und Orgien der Gewalt", dann erscheint das Ziel der verbalen Diskussionsreise vorbestimmt. So geschehen auf dem internationalen Kongress "Computerspiele und Gewalt" am 20. November in München: Hopf, Fromm, Hermann - die üblichen Verdächtigen gaben sich die Klinke in die Hand. Nur wenige Querdenker verirrten sich auf die Veranstaltung.

Einer von ihnen, Douglas Gentile, Leiter des Media Research Labs an der Universität von Iowa, differenzierte: "Wir müssen von der Vorstellung wegkommen, dass Spiele entweder gut oder böse sind", zitiert ihn golem.de. Sein Plädoyer: Die mediale Erziehung sei Aufgabe der Eltern.

Kein Beifall. "Im Publikum saßen Lehrer und Eltern", schreibt Golem. Schulpsychologe Doktor Werner Hopf hat sich mit Applaus wahrscheinlich auch zurück gehalten: "Das ist eine Phrase, die von der Industrie seit den 90er Jahren verbreitet wird. Eltern könnten heute keine Medienkompetenz vermitteln, weil die Eltern selbst nicht medienkompetent sind - mindestens 50 Prozent", habe er Gentiles Thesen kommentiert.

Er sei ein Befürworter der Verbots-Idee, gewalthaltige Videospiele und Horrorfilme seien der "stärkste Risikofaktor für Gewaltkriminalität." Für die USK habe er ebenfalls nur vernichtende Worte gefunden: "Fakt ist, dass durch die USK keinerlei Jugendschutz bewirkt wird." Sein Vorschlag: die Abschaffung der USK. Ein unabhängiges, staatliches Organ, solle die Aufgaben der Jugendschutzbehörde übernehmen.

Als Beweismaterial der Kritiker hätte abermals die Studie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsens (KFN) herhalten müssen. Deren erforschte Kausalitäten von virtueller und realer Gewalt beruhen, und das ist Fakt, auf Befragungen von Eltern, Kindern und Schülern, nicht aber auf wissenschaftlichen Untersuchungen.

Als Zitat des Abends wird hoffentlich der wortgewandte Ausdruck von Regine Pfeiffer, Schwester des KFN-Leiters Christian Pfeiffer, in die Geschichte eingehen. Sie habe gesagt: "Electronic Arts, diese Schweinefirma." Aha...

UPDATE:
Mittlerweile haben wir eine Antwort von Electronic Arts zu diesem Thema bekommen. Martin Lorber, PR-Chef von EA, äußerte sich wie folgt dazu:

"Leider hatte ich keine Gelegenheit, bei dem Internationen Medienkongress Computerspiele und Gewalt in München dabei zu sein. Die Veranstalter hatten kein Interesse daran, mit den Leuten zu diskutieren, die die Spiele, die dort kritisiert wurden, herstellen. Das fand ich zunächst sehr bedauerlich, weil ich schon lange vor dem Kongress meine Bereitschaft bekundet habe, dort Rede und Antwort zu stehen. Wenn ich aber jetzt höre, auf welch niedrigen Niveau dort offensichtlich diskutiert wurde, bin ich froh keine Zeit verschwendet zu haben. Sollte Frau Regine Pfeiffer tatsächlich dermaßen die Fassung verloren haben und Electronic Arts als "Schweinefirma" bezeichnet haben, dann kann ich nur empfehlen, sich in aller Form zu entschuldigen - jedenfalls, wenn sie die Chance wahren möchte, in Zukunft wieder Ernst genommen zu werden."

   
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Außerdem interessant:
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Online-Redakteur
Moderation
21.11.2008 20:47 Uhr
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Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
24.01.2009 20:16 Uhr
Zitat: (Original von pirx am 24.01.2009 19:46)
Die Meinungen sind gemacht, es scheint mir unmöglich darüber eine fruchtbare Diskussion zu führen...?

Der Ansicht bin ich auch.

In jeder Generation gibt es Ewiggestrige, die sich unbeirrbar gegen neuen Technologien und gesellschaftliche Änderungen stellen. Bewirkt hat das noch nie etwas.

Lassen wir einfach die Zeit ihre Arbeit verrichten, dann löst sich das Problem schon von selbst. Auch wenn es in der Zukunft wieder Neuerungen geben wird, die engstirnige Kritiker auf den Plan rufen werden. That's life.
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
24.01.2009 20:15 Uhr
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Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
24.01.2009 19:46 Uhr
Zitat: (Original von ReginePfeiffer am 24.01.2009 18:47)

Wenn Ihr mir dazu schreiben wollt, werde ich antworten.

Aus ihrem offenen Brief:

Sehen Sie jetzt, dass wir in unterschiedlichen Welten leben?

Ich spiele schon seit über 20 Jahren Computerspiele und ich gebe ihnen recht: Wir leben wirklich in komplett anderen Welten! Metaphorisch zumindest.

Die Meinungen sind gemacht, es scheint mir unmöglich darüber eine fruchtbare Diskussion zu führen...? Wir sagen gut, sie sagen böse.
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
24.01.2009 19:16 Uhr
" Sein Plädoyer: Die mediale Erziehung sei Aufgabe der Eltern.
Kein Beifall. "


Arghl... das ist mir unheimlich.... standen die Zuschauer/hörer unter Drogen?

Der militärisch-industrielle-Dingsdangs ist wohl Schuld daran, dass der Sohnemann überhaupt eine PS3 bekommt? Jetzt wirds wirklich abstrus...
Ach nein, ich vergass... der Gruppendruck, 'türlich. Wenn Sohnemann X eine PS3 hat, muss Sohnemann Y auch eine haben. Heutzutage erziehen die Kinder ja die Eltern  
Schuld daran ist vermutlich ebenfalls der militärisch-industrielle-Dingsdangs, der Kreis schliesst sich, eigentlich alles ganz quadratisch praktisch.
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
24.01.2009 18:47 Uhr
Hallo ,
kein einziges Forum hat den Hintergrund für meine Äußerung über EA (Schweinefirma) erfahren.
Ich habe deshalb auf regine-pfeiffer.de 3 Texte dazu veröffentlicht:
1. Hintergrund Schweinefirma
2. Offener Brief an Martin Lorber (der mir äußerst freundliche EMails geschickt hatte)
3. Gewalt und Antisemitismus in den Spielen Der Pate und GTA

Ich bitte Euch das zur Kenntnis zu nehmen.
Wenn Ihr mir dazu schreiben wollt, werde ich antworten.
Mfg
Regine Pfeiffer

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