Der Amoklauf von Winnenden: Gewaltspiele sind nicht der einzige mögliche Auslöser
Die Stadt Winnenden in der Nähe von Stuttgart.
Die Nachricht verbreitete sich am gestrigen Mittwoch wie ein Strohfeuer. In Winnenden, einem Vorort von Stuttgart, ermordete Tim K. 15 Menschen, bevor er sich selbst richtete. Um 9:30 Uhr drang der Täter bewaffnet in die Albertville Realschule ein, schoss auf Schüler und Lehrer. Dann kaperte er ein Auto, der Fahrer entkam unversehrt. Wenig später tötete K. drei weitere Passanten, ehe er sich selbst mit einem Kopfschuss das Leben nahm.
Gründe für die Tat können wohl nur vermutet werden. Auffällig jedoch, dass das Wort "Killerspiele" nur wenig Gebrauch in der Berichterstattung findet. Vielmehr scheint man sich auf die private, legale Waffenkammer des Vaters zu stützen. Der sei Mitglied in einem Schützenverein, habe das Hobby Waffen seinem Sohn nahe gebracht. In seiner Freizeit hantierte der Siebzehnjährige laut Berichten eines Freundes oft mit Softair-Pistolen.
Die Meinungen von Mitschülern über ihn gehen auseinander. Mal beschreiben sie ihn als ruhigen Typ mit außergewöhnlichem Musikgeschmack. Er hörte gerne Klassik, heißt es. Er sei zurückhaltend gewesen, suchte kaum Kontakt zu Mitschülern. Er sei nie aggressiv gewesen und habe keine Gewalt-Computerspiele gespielt.
Andere Berichte klingen gegensätzlich: Er hätte Stunden vor dem Computer verbracht, Ballerspiele wie Counter-Strike gespielt und Horror-Filme am PC angesehen. Das berichtet auch das ZDF-Magazin heute. Er sei ein komischer Vogel gewesen, verschlossen und in sich gekehrt, beschreibt ihn seine Nachhilfelehrerin. Darüber hinaus sei er ein Angeber gewesen, der mit neuesten Handys und Geld geprahlt hätte. Deswegen habe niemand etwas mit ihm unternehmen wollen.
In der WDR-Sendung Hart aber Fair sprach sich Tom Westerholt, Mitarbeiter des Jugendradios Eins Live, für eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema aus. Man dürfe nicht reflexartig "Killerspiele" an den Pranger stellen. Vielmehr solle man hinterfragen, warum der Täter von Winnenden Zugang zu den Waffen seiner Eltern hatte. Sogar Prof. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und bekannt für seine Anti-Spiele-Parolen, hält sich diesmal eher bedeckt und betont sogar, dass Jugendliche nicht allein durch Computerspiele zu Amokläufern werden.
Wie die Polizei am heutigen Morgen bekannt gab, habe man auf dem PC des Täters Spiele wie Counter-Strike gefunden. Die offizielle Pressekonferenz findet heute um 11:00 Uhr statt.
Wolfgang Bosbach, der stellvertretende Fraktionschef der CDU, sprach sich gegen eine Verschärfung des Waffengesetzes aus.
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) meldete sich zu Wort. Es sei seiner Aussage nach zwar noch nicht klar, ob solche Spiele bei dem 17-jährigen Täter eine Rolle spielten, es gäbe jedoch "Killerspiele" auf dem Markt, die unerträglich seien und die Hemmschwelle bei jungen Menschen herabsetzen. "Solche Spiele haben meines Erachtens bei uns nichts verloren", so der Politiker.
Zur Zeit liegen die tatsächlichen Gründe für das Verhalten von Tim K. noch im Verborgenen. Eines kann man den Berichterstattern, Politikern und Befragten allerdings schon jetzt zugute halten: Sich ausschließlich auf das einfachste Motiv, das der Killerspiele, zu berufen, wagt diesmal, im Gegensatz zu den Amokläufen von Robert Steinhäuser im Jahr 2002 und Bastian B. im Jahr 2006, niemand.
Die Tat erinnert an die Amokläufe in Emsdetten und Erfurt. Amokläufe, Täter, Studien, Hintergründe, wir zeigen Ihnen alles Wissenswerte.
Ebenfalls interessant:
Killerspiel-Kritiker Pfeiffer empfiehlt: Rugby statt GTA 4, World of Warcraft ab 18 Jahren
US-Professor: Kein Zusammenhang zwischen Amokläufen und Videospielen
US-Studie: Spieler "sind alkohol- und drogenaffin"
- Schlagwörter:
- , killerspiele
- , amoklauf


Also wir könnten uns ja alle in Watte packen dann kann auch nichts mehr passieren. Jede Aktivität birgt ihre Risiken aber die werden nicht verboten nur eine bei der man zuhause oder bei freunden ist und sich amüsiert und niemanden ernsthaft schadet die wird als kriminelbezeichnet und gefährlich eingestuft na denn bitte.
Politiker die meinen Computerspieler sind die übeltäter die sollten sich mal an die eigene Nase fassen und Überlegen was sie zu Thema Alkoholmissbrauch; Nichtraucherschutz / Tabakwerbeverbot und Waffenrecht positives vollbracht haben.Ausserdem war sagt den Fernsehanstallten das sie Aktionfilme doch bitte nach 20 uhr zeigen sollen und nicht nachmittags um 17 uhr. Oder die Bilder von Verstümmelten leichen in den Abendnachrichten und nicht um 12 Uhr mittags zeigen soll. Nein das interessiert keinen nur das halt wieder und wieder ein jugendlicher ausgerasstet ist und er wohl ein Computerspieler war und wir jetzt aller potentielle Amokläufer sind. Nur weil wir keine Lobby in der Politik haben. Und einfach irgendwelche haltlosen Thesen an den Kopf geknallt bekommen wie schlecht wir doch wären. Sind wir aber nicht.
Danach reden wir über Computerspiele. Klar es ist nicht richtig das Kinder und Jugendliche die meiste Zeit vor dem Rechner verbringen und spiele ohne Jugendfreigabe spielen aber wo sind die Eltern die eine Aufsichts- und Fürsorgepflicht haben.
Über die vielen durch Alkohol und Tabak verursachten Toten regt sich komischerweise niemand auf. Das hat wohl damit zu tun, dass hier finanzkräftige Branchen viele Steuergelder einbringen.
Ich habe es in einem anderen Thread schon geschrieben..., aber man haut eben lieber auf die Schwächeren, die von keiner starken Lobby unterstützt werden.
nö also ich verzichte nicht darauf.... ich spiele shooter sehr gern und eigentlich nur.... der staat hat nicht die verantwortung hilfspapa zu spielen.... dafür ist der vater zuständig.... wenn ich mir ein kind anschaffe muss ich mir im klaren sein wie zeit und pflegeintensiv so was is.... und wenn man in der erziehung so alles falsch macht was man falsch machen kann... braucht man sich nicht wundern wenn der sohn austickt... is doch heute gang und gebe...schau dir doch heute mal viele junge eltern an... mit 18 schon ein kind es is ja die grosse liebe... der vater hängt in irgendwelchen gangs rum.... lässt die alte binned 2 jahren sitzen und was wird mit dem kind???? ne ne alter machs dir mal nicht zu einfach denn wenn die dieses fass öffnen können sie in sämtlichen bereichen verbote ausstellen.... wieviele junge motorradfahrer kommen denn järlich um weil sie das motorrad unterschätzen oder wieviele autofahrer töten alkoholisiert andere autofahrer und und und ... willste jetzt das autofahren verbieten?? siehste.. da kommen weit aus mehr menschen um und kümmern sich einen scheiss drum.. oder wieviel TAUSENDE sterben jährlich an alkohol???? wird der alkohol verboten???? ende dieser affigen diskussion.... sonst kannste gleich alles verbieten und was das heisst weisst du ja hoffentlich....
Und das bringt genau... was?
Ich werd's dir sagen, exakt: Nichts.
Denn schon heute gibt es ja Spiele, die in Deutchland nicht erlaubt oder indiziert sind, und trotzdem werden diese von Kindern und Jugendlichen gespielt, für die sie nicht zugelassen sind.
Da werden Spiele extra für DE geschnitten und trotzdem spielen Kinder und Jugendliche a) mit dem Bloodpatch oder b) sowieso mit der gesaugten EN Version.
Da entwickeln Spiele Hersteller extra nicht so gewalttätige Shooter und da kommt dann ein Modder an und erstellt einen "Extreme Blood" Mod, in dem der ganze Level eingesaut wird.
Sprich: egal, was verboten wird: Wenn die Nachfrage besteht, dann werden auch gewalttätige Spiele hergestellt und gespielt - wenn nicht in DE, dann in US.
Wenn nicht, dann halt von irgendwem als Mod für das gerade angesagte Spiel XY.