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Killerspiele

Der Amoklauf von Winnenden: Gewaltspiele sind nicht der einzige mögliche Auslöser

12.03.2009 09:57 Uhr
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Zwar habe man auf dem PC von Tim K. so genannte "Killerspiele" gefunden, bisher gehen Berichterstatter und Experten jedoch vorsichtig mit dem Begriff um.

Die Stadt Winnenden in der Nähe von Stuttgart. Die Stadt Winnenden in der Nähe von Stuttgart. Die Nachricht verbreitete sich am gestrigen Mittwoch wie ein Strohfeuer. In Winnenden, einem Vorort von Stuttgart, ermordete Tim K. 15 Menschen, bevor er sich selbst richtete. Um 9:30 Uhr drang der Täter bewaffnet in die Albertville Realschule ein, schoss auf Schüler und Lehrer. Dann kaperte er ein Auto, der Fahrer entkam unversehrt. Wenig später tötete K. drei weitere Passanten, ehe er sich selbst mit einem Kopfschuss das Leben nahm.

Gründe für die Tat können wohl nur vermutet werden. Auffällig jedoch, dass das Wort "Killerspiele" nur wenig Gebrauch in der Berichterstattung findet. Vielmehr scheint man sich auf die private, legale Waffenkammer des Vaters zu stützen. Der sei Mitglied in einem Schützenverein, habe das Hobby Waffen seinem Sohn nahe gebracht. In seiner Freizeit hantierte der Siebzehnjährige laut Berichten eines Freundes oft mit Softair-Pistolen.

Die Meinungen von Mitschülern über ihn gehen auseinander. Mal beschreiben sie ihn als ruhigen Typ mit außergewöhnlichem Musikgeschmack. Er hörte gerne Klassik, heißt es. Er sei zurückhaltend gewesen, suchte kaum Kontakt zu Mitschülern. Er sei nie aggressiv gewesen und habe keine Gewalt-Computerspiele gespielt.

Andere Berichte klingen gegensätzlich: Er hätte Stunden vor dem Computer verbracht, Ballerspiele wie Counter-Strike gespielt und Horror-Filme am PC angesehen. Das berichtet auch das ZDF-Magazin heute. Er sei ein komischer Vogel gewesen, verschlossen und in sich gekehrt, beschreibt ihn seine Nachhilfelehrerin. Darüber hinaus sei er ein Angeber gewesen, der mit neuesten Handys und Geld geprahlt hätte. Deswegen habe niemand etwas mit ihm unternehmen wollen.

In der WDR-Sendung Hart aber Fair sprach sich Tom Westerholt, Mitarbeiter des Jugendradios Eins Live, für eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema aus. Man dürfe nicht reflexartig "Killerspiele" an den Pranger stellen. Vielmehr solle man hinterfragen, warum der Täter von Winnenden Zugang zu den Waffen seiner Eltern hatte. Sogar Prof. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und bekannt für seine Anti-Spiele-Parolen, hält sich diesmal eher bedeckt und betont sogar, dass Jugendliche nicht allein durch Computerspiele zu Amokläufern werden.

Wie die Polizei am heutigen Morgen bekannt gab, habe man auf dem PC des Täters Spiele wie Counter-Strike gefunden. Die offizielle Pressekonferenz findet heute um 11:00 Uhr statt.

Wolfgang Bosbach, der stellvertretende Fraktionschef der CDU, sprach sich gegen eine Verschärfung des Waffengesetzes aus.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) meldete sich zu Wort. Es sei seiner Aussage nach zwar noch nicht klar, ob solche Spiele bei dem 17-jährigen Täter eine Rolle spielten, es gäbe jedoch "Killerspiele" auf dem Markt, die unerträglich seien und die Hemmschwelle bei jungen Menschen herabsetzen. "Solche Spiele haben meines Erachtens bei uns nichts verloren", so der Politiker.

Zur Zeit liegen die tatsächlichen Gründe für das Verhalten von Tim K. noch im Verborgenen. Eines kann man den Berichterstattern, Politikern und Befragten allerdings schon jetzt zugute halten: Sich ausschließlich auf das einfachste Motiv, das der Killerspiele, zu berufen, wagt diesmal, im Gegensatz zu den Amokläufen von Robert Steinhäuser im Jahr 2002 und Bastian B. im Jahr 2006, niemand.

Die Tat erinnert an die Amokläufe in Emsdetten und Erfurt. Amokläufe, Täter, Studien, Hintergründe, wir zeigen Ihnen alles Wissenswerte.

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Online-Redakteur
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12.03.2009 09:57 Uhr
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06.04.2009 01:42 Uhr
Es gibt doch mittlerweile so viele Studien die Belegen das Computerspiele in keinster weise gewaltfördernd sind. Es gibt keine auch wirklich keine Namhafte Studie die Belegen knn das ein Spieler von EGO Shootern oder MMPRPG potientielle Amokläufer sind oder werden.
Also wir könnten uns ja alle in Watte…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
17.03.2009 21:50 Uhr
über die abgetriebenen toten kinder regt sich niemand auf. hmmm...
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
17.03.2009 00:32 Uhr
Sehr gutes Beispiel !
Über die vielen durch Alkohol und Tabak verursachten Toten regt sich komischerweise niemand auf. Das hat wohl damit zu tun, dass hier finanzkräftige Branchen viele Steuergelder einbringen.
Ich habe es in einem anderen Thread schon geschrieben..., aber man haut eben lieber auf die Schwächeren, die von keiner starken Lobby unterstützt werden.