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  • Dredd 3D - Review

    Dredd 3D - Review

    Science-Fiction- und Comicfans können sich freuen: Die Neuversion von "Judge Dredd" lässt Sylvester Stallone vergessen. Aber zu einem Spektakel der A-Klasse reicht es nicht ganz.

    In den Weiten des Netzes stand unlängst folgender Satz zu lesen: "Mach einen schlechten Judge Dredd-Film, und er floppt. Mache einen guten Judge Dredd-Film, und das Desaster ist noch größer." Das galt zumindest für die USA, wo Dredd – 3D eine katastrophale Bauchlandung erlebte. An der Kasse wohlgemerkt, nicht bei der Kritik, wo die Bearbeitung des Kultcomics überwiegend positive Rezensionen einfuhr.

    Und wer hat nun Recht? Vereinfacht ausgedrückt: alle. Aber der Reihe nach. Mit dem trashigen Sylvester Stallone-Vehikel hat der Film von Pete Travis (8 Blickwinkel) nur noch das Ausgangsmaterial gemein: In ihrem Comic-Szenario 2000 AD entwarfen John Wagner und Carlos Ezquerra die Vision einer verwüsteten Welt, in der die Menschen nur noch in gigantischen "Mega-Cities" voller Verbrechen und Gwalt leben, und nur die "Judges" – Polizisten und Richter in einer Person – radikal für Recht und Ordnung sorgen. Und wenn etwas dieser Neuverfilmung perfekt geglückt ist, dann ist es die optische Umsetzung dieses urbanen Molochs: in wunderbar detaillierten Szenenbildern, gleichermaßen bedrückend und faszinierend, visions- und alptraumhaft. Eine Sensibilität für Milieu und Atmosphäre ist hier zu spüren, die dem diesjährigen Total Recall überwiegend abging. Denn der war Kino Marke Hollywood. Dredd dagegen trägt die Prägung einer englischen Produktion – genauer gesagt der Firma von Danny Boyle. Neben dessen Hausautor Alex Garland, der schon mit den Filmen 28 Days und 28 Weeks sowie Sunshine sein Talent für originelle Genrefilme zeigte, waren sein Produzent Andrew M Dredd 3D - Review acdonald und Slumdog Millionär-Kameramann Andrew Dod Mantel dafür verantwortlich, diese Welten zu zu kreieren. Produktionsdesigner Mark Digby hatte unter anderem bei 28 Wochen später und dem indischen "Wer wird Millionär"-Märchen mitgewirkt.

    Sorgfalt und Detail-Gespür kennzeichnen auch die Behandlung der Charaktere, allen voran der Dredd-Kontrahentin, Drogenbaronin Ma-Ma, der Lena Headey (300) hinter animalischer Grausamkeit auch eine realmenschliche Gebrochenheit verleiht. Bemerkenswert auch Olivia Thirlbys (Juno) Porträt der paranormal begabten Judge-Rekrutin Cassandra Anderson – eine Mischung aus mädchenhafter Unschuld und Coolness.

    Doch wenngleich diese Elemente stimmen, so hat der Film mit einem grundsätzlichen Problem zu kämpfen. Die einfach gebaute Geschichte verlässt nicht die Strukturen des B-Movies: Der Judge und seine Rekrutin, die einen Mordverdächtigen abführen wollen, finden sich in einem von Ma Ma kontrollierten Block eingesperrt und müssen sich durch Stockwerke voller Gegner kämpfen. Eine ähnliche Konstellation fand sich schon in The Raid, der indes mit extrem konzentrierter Kampfsport-Action vollgestopft war. Dredd wiederum vermag sein Szenario nicht zu einem Adrenalinspektakel hochzupowern, ist dafür zu ruhig, manchmal – bewusst! – traumartig langsam inszeniert, ohne aber für das Genre wirkliche Innovationen aufzufahren. Dass Karl Urban als Judge sein Gesicht permanent hinter einer Dredd: Judge Dredd mit einer Waffe. Schutzmaske verbirgt, ist auch der Identifikation mit dem Titelhelden nicht sonderlich zuträglich. So mag Dredd zwar als Adaption des Comics zu überzeugen, aber er begeistert nicht.

    Fazit: Die Produktionsfirma von Danny Boyle bearbeitet den Kultcomic mit der zu erwartenden Sorgfalt. Dem Drehbuch fehlt indes das nötige Quäntchen Originalität, die Inszenierung von Pete Travis ist zwar bildstark, doch nicht intensiv genug. Das dürfte dem Genre-Stammpublikum gefallen, aber der Mainstream lässt sich so nur schwer erobern.

    (Rüdiger Sturm)

    Widescreen-Wertung
     

    Action
     
    Spannung
     
    Emotion
     
    Humor
     
    Erotik
     
    Anspruch
     
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1035606
Karl Urban
Dredd 3D - Review
Science-Fiction- und Comicfans können sich freuen: Die Neuversion von "Judge Dredd" lässt Sylvester Stallone vergessen. Aber zu einem Spektakel der A-Klasse reicht es nicht ganz.
http://www.pcgames.de/Karl-Urban-Person-143660/Tests/Dredd-3D-Review-1035606/
14.11.2012
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/01/Homefront_20140122155836-widescreen_b2teaser_169.jpg
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