Neue Studie: Gewalt in Spielen macht aggressiv - Die Zeit sei ausschlaggebender Faktor
Erneut im Visier der Psychologen: Spiele mit virtueller Gewalt.
Ein Psychologen-Team aus US-Amerikanern, Holländern und Japanern will nun mithilfe einer Metastudie belegt haben, dass die Gewalt in Spielen die Rezipienten durchaus aggressiver macht. Das Forschungsteam glaubt sogar, dass gewalthaltige Spiele ein kausaler Risikofaktor seien und zu sinkender Empathie führen. Die Studie „Violent video game effects on aggression, empathy, and prosocial behavior in Eastern and Western countries” veröffentlichten die Psychologen in der Märzausgabe der Psychological Bulletin. Vorherige Metastudien – die letzte zu diesem Thema erschien 2004 – wiesen eklatante Fehler auf. So ging man zuvor davon aus, dass beispielsweise die japanische Gesellschaft friedlicher sei, als die amerikanische oder europäische. Man ging davon aus, dass die Spieler im östlichen Teil mit der virtuellen Gewalt anders umgehen würden.
Da seit 2004 weitere Studien zum Thema Gewalt in Videospielen erschienen sind, erachtete man die Zeit als reif für eine neue Metastudie. So werteten die Psychologen 130 Forschungsergebnisse mit weit mehr als 130.000 Versuchspersonen aus. Der Faktor Zeit sei ausschlaggebend dafür, dass die Aggressivität kurz- oder langfristig erhöht werde. Den Beleg sehen die Forscher in Langzeitstudien, die zeigten, dass Computerspiele die Aggressivität über Jahre hinweg erhöhen. Alter, Geschlecht oder Kultur spielten dafür keine Rolle. Für die Autoren der Studie steht jedenfalls fest, dass nur ein kleiner Teil der Forschungsliteratur, zusammen mit den schwächsten Studien, nicht von den schädlichen Folgen von Computerspielen spricht. Es sei vielmehr ganz klar mit einem Ja zu beantworten, ob Computerspiele aggressiv machen.
Gleichzeitig räumt Craig Anderson, Direktor des Center for Study of Violence, ein, dass das Risiko von Gewaltspielen weitaus geringer sei, als würde man sich beispielsweise einer Gang anschließen. Dennoch sei es keineswegs trivial. Darüber hinaus betont er, dass Eltern diese Risikofaktoren selber beeinflussen könnten. Man müsse in der Familie darüber sprechen, warum manche Spiele daheim verboten sind – zum Beispiel weil man konstruktive Lösungen für Konflikte suchen und nicht gleich Gewalt als Mittel zum Zweck heranziehen solle.
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