Joint Task Force
Man nehme eine solide Engine, wähle als Szenario mal nicht den Zweiten Weltkrieg, sondern aktuelle Konflikte und garniere alles mit neuen Ideen - fertig ist der Hit?
Den detaillierten Fahr- und Flugzeugen bei der Arbeit zuzusehen, macht ordentlich Spaß. Hier attackiert eine A-10 Warthog einen russischen Panzer.
Die moderne Medienlandschaft bombardiert uns täglich mit Schreckensmeldungen über Krisenherde im Nahen Osten, allgegenwärtige Terroranschläge, Waffenschiebereien und ähnlich unerfreuliche Dinge. Dieser reale Hintergrund bildet das spielerische Grundgerüst für Joint Task Force. Das Echtzeit-Taktikspiel lässt Sie als Kommandant einer westlichen Anti-Terror-Truppe mit Bösewichten aus aller Welt aufräumen.
Bekanntes Gesicht
Bereits nach den ersten Spielminuten beschleicht uns das Gefühl, das Spiel-Interface schon mal in ähnlicher Form gesehen zu haben. Na klar, die gleichen Entwickler werkelten ja zum Teil auch an Codename Panzers: Phase One. So ist man als bewährter Taktikspieler im Nu mit der Steuerung vertraut.
Viel Feind, viel Ehr
Boni, die ein Offizier Truppen in der Nähe beschert, zeigt Joint Task Force mit deutlichen Markierungen an.
Bei Joint Task Force gewinnen Ihre Einheiten durch Kampfeinsatz an Erfahrung und steigen auf. Das ist nichts Neues. Dafür entscheiden Sie als Spieler nach einer Mission, welche Einheit in den Offiziersrang befördert werden soll. Schön gemacht: Mit jedem neuen Rang statten Sie einen Offizier mit einer von neun Fertigkeiten aus. Das kann eine Waffenspezialisierung oder auch die Regeneration der Figur sein. Sie haben als Spieler die Wahl, wie Sie die Punkte verteilen. Im Verlauf der Kampagne wächst dadurch die Zahl Ihrer Offiziere an. Vor jeder Mission entscheiden Sie nun, welche Offiziere Sie mitnehmen möchten. Spielentscheidend ist die Auswahl im Endeffekt allerdings nicht.
Solide Hausmannskost
Im serbischen Hochwasserszenario kommt richtige Katastrophenstimmung auf.
Das Missionsdesign ist durchweg linear geskriptet und stellt Sie vor übliche Taktikaufgaben: Mal gilt es, einen UN-Konvoi zu schützen, feindliche Stellungen auszuheben, Verteidigungszenarien zu überstehen oder auch offene Schlachten auszufechten. Alles hübsch verpackt in einer halbwegs spannenden und sehr klischeehaft erzählten Story. Die Hauptfigur OConnell und auch die Offiziere bleiben jedoch recht farblose Gesellen. Markante Charaktere, wie sie derzeit beispielsweise Company of Heroes bietet, fehlen leider.
Nett gemacht ist der jeweilige Missionsablauf - in der Regel ist zu Beginn nur ein Teil der entsprechenden Levelkarte begehbar. Erst wenn Sie ein bestimmtes Einsatzziel erreicht haben, wird der nächste Kartenabschnitt freigeschaltet, der neue Ziele für Ihre Recken bereithält.
Spielverderber
Joint Task Force macht eigentlich nichts falsch, bloß fehlen die Highlights und es mangelt ein wenig an der richtigen Würze. Schlimmer sind Bugs, wenn man beispielsweise am Ende einer Mission frustriert aufgeben muss, weil das letzte Missionsskript aus unerfindlichen Gründen nicht aktiviert wird. Selbst zuvor gemachte Spielstände von der laufenden Mission helfen nicht weiter. Man muss den Level ganz neu beginnen, damit es endlich klappt. Solche Ausrutscher wirken sich negativ auf die Motivation aus.
Auch das alte Leid der Wegfindung gewährt Joint Task Force keine Lorbeeren. Die Checkboxen der Fahrzeuge sind teilweise zu groß geraten, sodass wir häufiger mit Fahrzeugstaus als mit den Gegnern zu kämpfen hatten.
Obwohl damit sicher nicht der ganz große Wurf gelungen ist, bietet Joint Task Force auf jeden Fall deutlich mehr Spielspaß für Fans moderner Kriegsszenarien als das recht verunglückte War on Terror.
